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9. Oktober 2026 | Deutschland | 

"Bis zum letzten Atemzug apostolisch sein": Schwester M. Adele Gertsen gestorben


Schwester M. Adele Gertsen ist am Dienstag, 6. Oktober, nach den Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum der Marienschwestern gestorben (Foto: Schönstätter Marienschwestern)

Schwester M. Adele Gertsen ist am Dienstag, 6. Oktober, nach den Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum der Marienschwestern gestorben (Foto: Schönstätter Marienschwestern)

Mch. Am Dienstag, 6. Oktober 2026, hat der himmlische Vater in der Vigil zum Gedenktag „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“ vollkommen überraschend Schwester M. Adele Gertsen im Alter von 88 Jahren heimgerufen. Bis zum letzten Tag lebte sie mit ganzem Herzen für Schönstatt, für Pater Josef Kentenich und für seine Sendung. „Ich möchte bis zum letzten Atemzug apostolisch sein“: Diesen Wunsch hatte sie noch vor einiger Zeit einer Mitschwester gegenüber geäußert.

Schwester M. Adele wurde am 29. Januar 1938 in Emmerich, Diözese Münster, geboren und wuchs dort mit einer jüngeren Schwester auf. Ihre Kindheit war von den Kriegsverhältnissen geprägt, ihr Vater wurde bereits 1939 zum Kriegsdienst eingezogen und kehrte erst 1946 aus russischer Gefangenschaft zurück. Nach dem Schulbesuch machte sie zunächst eine Ausbildung in einem Textilgeschäft und blieb nach bestandener Prüfung noch mehrere Jahre in derselben Firma tätig.

Schönstatt lernte sie in ihrer Pfarrei durch den Besuch einer Jugendschwester kennen und lieben. Schwester M. Adele war geistig und religiös aufgeschlossen und „gleich“, wie sie später schrieb, „sehr begeistert“. Die Schönstatt-Spiritualität traf ihre Wertempfänglichkeit. Ihr Liebesbündnis mit der MTA bei einer Jugendtagung 1954 wurde zur prägenden Erfahrung für ihr ganzes Leben. Mit Führungsfähigkeiten ausgestattet übernahm sie bald die Leitung einer Gruppe. Bei einem Abteilungstag am Niederrhein wählte man sie zur Abteilungsträgerin, 1958 wurde sie Diözesanträgerin in ihrem Heimatbistum.

Ein Leben im Dienst des Apostolates

Bereits früh regte sich in ihr der Wunsch, ihr Leben in den Dienst des Apostolates zu stellen. Diese leise Stimme wurde bald zur inneren Gewissheit: Am 5. August 1960 trat sie in Maria Rast in das Säkularinstitut der Schönstätter Marienschwestern ein. Nach dem Postulat in Jülich wurde sie am 5. März 1961 in Schönstatt eingekleidet und weihte sich mit ihren Kursschwestern am 18. Juni 1961 der Gottesmutter. Es entsprach der religiösen und opferbereiten Lebenseinstellung von Schwester M. Adele, sich wie Maria ganz für die Sendung Schönstatts zur Verfügung zu stellen. Am 2. Juli 1969 besiegelte sie ihr Liebesbündnis für ewig.

Nach der ersten Schulungszeit im Noviziat kam Schwester M. Adele ins Provinzhaus nach Borken und machte später in Koblenz-Metternich im damaligen Seminar für Seelsorge und Katechese die Ausbildung zur Gemeindereferentin. Ab 1965 gehörte sie zum Kreis der Bewegungsschwestern und arbeitete in der Schönstatt-Frauenliga der Diözesen Köln und Aachen. Für sie war es, wie sie oftmals betonte, „das Geschenk ihres Lebens“, dass sie in Schönstatt sein durfte, als Pater Kentenich nach 14-jährigem Exil am Heiligen Abend 1965 zurückkehrte und die letzten Jahre im Schulungsheim wohnen durfte. Hier kam es zu manchen Begegnungen, von denen Schwester M. Adele gern bei verschiedenen Gelegenheiten Zeugnis gegeben hat.

Schwester M. Adele Gertsen kam 1967 nach Maria Rast

Im September 1967 kam Schwester M. Adele nach Maria Rast und nahm von dort aus ihre Bewegungsarbeit wahr. Ab 1977 war sie als Oberin und Leiterin am Schönstatt-Zentrum „Haus Mariengrund“ in Münster eingesetzt. Mit dem festen Vertrauen auf Gottes Führung erfüllte sie diese Aufgabe und führte die Menschen zum Heiligtum. Sie kündete die Botschaft Pater Kentenichs, der besonders der Münsteraner Schönstatt-Familie den Auftrag gegeben hatte, sich als „Familie Gottes“ ganz in den Dienst der Kirche zu stellen.

Von 1982 bis 1991 war Schwester M. Adele Ratsschwester in der Leitung der Ancilla-Provinz mit Sitz in Borken. Sie war zuständig für mehrere Filialen und Schönstatt-Zentren im norddeutschen Raum. Nach Beendigung ihrer Amtszeit kam sie nach Schönstatt zurück und bekam die Verantwortung für das Gründersekretariat. Diese Aufgabe erfüllte sie in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Postulator über 30 Jahre lang mit großer Freude und hoher Einsatzbereitschaft. Schwester M. Adele stand mit vielen Menschen telefonisch oder persönlich in Kontakt, führte eine umfangreiche Korrespondenz, verfasste Rundbriefe, gab Schriften heraus und berichtete als Zeitzeugin gern von ihren persönlichen Begegnungen mit Pater Josef Kentenich. Es gehörte außerdem zu ihrem Einsatzgebiet, in jedem Jahr die Tage um den 15. September zu gestalten und in jedem Jahr beim Gymnicher Ritt oder zu Gedenktagen Pater Kentenichs am Geburtsort anwesend zu sein.

Schwester M. Adele war eine gesuchte Gesprächspartnerin

Im Jahr 2022 wurde Schwester M. Adele noch einmal nach Maria Rast versetzt, für sie kein unbekannter Ort. Mit ihrem apostolischen Herzen übernahm sie auch dort beim Heiligtum und im Projekt „Pilgerheiligtum“ verschiedene Aufgaben. Am Telefon und auch in der Cafeteria war sie eine gesuchte Gesprächspartnerin, die zuhören und raten konnte. Vor einiger Zeit hat sie noch im Rahmen der Online-Veranstaltungen des Josef-Kentenich-Instituts (JKI) ein überzeugendes Statement von ihrer Begegnung mit Pater Kentenich am 30. Oktober 1966 in Köln gegeben. Damals schloss er zusammen mit der Bewegung das Liebesbündnis mit dem Vatergott.

Die Schönstätter Marienschwestern danken Schwester M. Adele für ihre unentwegte treue Einsatzbereitschaft und ihr authentisch gelebtes Zeugnis für die Schönstatt-Sendung und den Gründer. Möge ihr Leben reiche Früchte tragen für alle Gemeinschaften der Schönstatt-Bewegung.

Requiem und Beisetzung

Die heilige Messe für Schwester M. Adele ist am Montag, 12. Oktober 2026, um 14.00 Uhr in der Verkündigungskirche in Borken und anschließend die Beerdigung auf dem dortigen Schwesternfriedhof.


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