Nachrichten

2. Oktober 2026 | Schoenstatt | 

„Maria – Zukunft hat ein Gesicht“: Festakademie zum Auftakt des Jubiläums der Schönstätter Marienschwestern


Sie alle waren Referenten auf dem Festakt zum 100. Jubiläum der Schönstätter Marienschwestern am Freitag, 2. Oktober: Kardinal Kurt Koch, Schwester Veronika Riechel als Moderatorin, María Jesús Fernández Ortiz und Schwester M. Lisianne Braunbeck (Foto: Compagni)

Sie waren Referenten auf dem Festakt zum 100. Jubiläum der Schönstätter Marienschwestern am Freitag, 2. Oktober: Kardinal Kurt Koch, Schwester Veronika Riechel als Moderatorin, María Jesús Fernández Ortiz und Schwester M. Lisianne Braunbeck (Foto: Compagni)

Hbr. Mit der Festakademie unter dem Leitwort „Maria – Zukunft hat ein Gesicht“ eröffneten die Schönstätter Marienschwestern ihr Jubiläumsfest zum 100-jährigen Bestehen. Musik von Mozart, ein Film mit persönlichen Stimmen und ein Gitarrensolo gaben dem Nachmittag einen festlichen Rahmen. Im Mittelpunkt stand Maria als Gestalt der Hoffnung, der Schönheit und einer von Gott erfüllten Menschlichkeit.

In ihrer Begrüßung bezeichnete die Moderatorin Schwester M. Veronika Riechel, die auch die Organisationsleitung der 100-Jahr-Feiern innehat, Maria als Mutter, Königin und „Generaloberin“ ihrer Gemeinschaft. Sie sei nicht nur die „liebenswürdige Frau und Mutter“, sondern – mit einem Wort Pater Josef Kentenichs – eine große Frauengestalt, die Gott helfe, die Welt menschenwürdig zu prägen. Ihr Magnifikat zeige dabei den Glauben an einen Gott, der Niedrige erhöht und Hungrige sättigt.

Schwester M. Lisianne Braunbeck stellte die Kurskultur der Schönstätter Marienschwestern in der Aula der Anbetungskirche vor. 145 Kursideale stehen in den vergangenen 100 Jahren für die Schwestern, die ihre Berufung ernstgenommen und Maria ein Gesicht gegeben haben und geben (Foto: Chrobok)

Schwester M. Lisianne Braunbeck stellte die Kurskultur der Schönstätter Marienschwestern in der Aula der Anbetungskirche vor. 145 Kursideale stehen in den vergangenen 100 Jahren für die Schwestern, die ihre Berufung ernstgenommen und Maria ein Gesicht gegeben haben und geben (Foto: Chrobok)

Gelassen, frei und in Gott gegründet

Ein Film eröffnete den persönlichen Zugang zur Bedeutung Marias im Leben einzelner Marienschwestern. Drei Begriffe aus einem Brief Pater Kentenichs von 1941 bestimmten die weitere Akademie: „edle Gelockertheit“, „gezähmte Freiheit“ und „schlichter, gotterfüllter Selbstbesitz“. Gemeint sind Gelassenheit und Freude aus dem Glauben, die Freiheit zur Entscheidung für das Gute sowie ein inneres Ruhen in der Erfahrung, von Gott angenommen zu sein.

Maria als Urbild der Kirche

Den Festvortrag hielt Kardinal Kurt Koch, Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen. Er stellte Maria als Ursprung und Urbild der Kirche vor: Sie höre auf Gottes Wort, bewahre es im Herzen und antworte mit ihrem freien „Fiat“. Darin sei sie Prophetin und Wohnung Gottes in der Welt. Für die Kirche bedeute das, nicht sich selbst, sondern Christus ins Zentrum zu stellen und Gottes Gegenwart glaubwürdig zu bezeugen. Maria erinnere daran, dass Kirche nicht zuerst „gemacht“, sondern als Gabe Gottes empfangen werde. Unter dem Kreuz werde sie zur Mutter der Kirche und führe die Gläubigen zu Christus. Die Schönheit, die rettet, sei letztlich die am Kreuz sichtbar gewordene Liebe Gottes.

Ein Jubiläumsgeschenk aus Licht

Ein weiterer Höhepunkt war die Vorstellung der neuen Lichtsäule vor dem Marienbild in der Anbetungskirche. Das Kunstwerk ist das sichtbare Jubiläumsgeschenk der Gemeinschaft und erfüllt zugleich ein bereits 1957 gegebenes Dankversprechen. Die Künstlerin María Jesús Fernández Ortiz erläuterte die dreifache Symbolik der Säule: Sie stehe für die Gegenwart der Immaculata, für den Heiligen Geist und für die Geschichte der Marienschwestern. Ihre zentrale Botschaft sei schlicht: Licht soll leuchten und Hoffnung schenken.

Sie danke den Marienschwestern für das Vertrauen in sie: Die Künstlerin Maria Jesus Fernandez Ortiz konnte bei der Festakademie in der Aula der Anbetungskirche die von ihr gestaltete Lichtsäule vorstellen (Foto: Chrobok)

Sie danke den Marienschwestern für das Vertrauen in sie: Die Künstlerin Maria Jesus Fernandez Ortiz konnte bei der Festakademie in der Aula der Anbetungskirche die von ihr gestaltete Lichtsäule vorstellen (Foto: Chrobok)

Blau emaillierte Flächen, eine goldfarbene Bronzelegierung und eine Ampel aus Alabaster verbinden sich zu einem Zeichen für Reinheit, Transparenz und die Gegenwart Gottes. Zwei Ringe am Sockel erinnern an das Liebesbündnis. Marmor, Basalt, Tuff und Schiefer verweisen auf die Erlösung durch Christus, das Urheiligtum, die Gründerkapelle und die Anbetungskirche. Blumen, Sterne, eine Himmelsleiter und die bewusst raue Oberfläche nehmen weitere Motive von Glauben und Leben auf.

„Fiat Maria“: Vielfalt statt Gleichförmigkeit

Unter dem Leitwort „Fiat Maria – Es werde Maria“ erklärte Schwester M. Lisianne Braunbeck die Sendung der Gemeinschaft. Maria nachzufolgen bedeute nicht Gleichförmigkeit, sondern schöpferische Vielfalt. Die 145 Kursideale der ersten hundert Jahre belegen dies: von „Immakulata“ und „Königin des Friedens“ bis zu „Widerschein des Lichtes Christi“ und „Gefäß des Heiligen Geistes“.

Diese geistliche Ausrichtung sei kein Rückzug aus der Welt. Vielmehr solle die Bindung an Maria das Gewissen schärfen, das Leben prägen und widerstandsfähig gegen Lüge, Entwürdigung und Hoffnungslosigkeit machen. Die Festakademie wurde so zu einem Bekenntnis: Durch Maria hat Zukunft ein Gesicht – menschlich, von Gott erfüllt und offen für eine Welt, die Licht und Hoffnung benötigt.


Top