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100 Jahre Schönstätter Marienschwestern: Mit Hoffnung ins zweite Jahrhundert
Zum Abschluss ihres Jubiläumsjahres feiern die Schönstätter Marienschwestern am 2. und 3. Oktober das 100 jährige Bestehen ihrer Gemeinschaft mit einem großen öffentlichen Fest in Schönstatt, Vallendar (Fotos: S-MS, Montage: Brehm)
Hbre. „Seit 100 Jahren zeigen Sie, wie stark Christinnen sein können, ganz im Geiste Marias“, schreibt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner zum Jubiläum der Schönstätter Marienschwestern. Am 1. Oktober 1926 kamen die ersten beiden Frauen, die die neue Gemeinschaft mitgründeten, nach Schönstatt, Vallendar. Genau 100 Jahre später begeht das heute weltweit verbreitete Säkularinstitut seinen Gründungstag. Höhepunkt und Abschluss des Jubiläumsjahres ist die öffentliche 100-Jahr-Feier, die heute, am Freitag, 2. Oktober, und morgen am Samstag, 3. Oktober 2026 in Schönstatt, Vallendar gefeiert wird. Sie steht unter dem Leitwort „Maria – Licht unserer Hoffnung“.
Dankbar zurückschauen, hoffnungsvoll weitergehen
Generaloberin Schwester Joanna Buckley und der Generaldirektor der Schönstätter Marienschwestern Dr. Bernd Biberger (Foto: S-MS)
Seit einem Jahr feiern die Schönstätter Marienschwestern ihr Jubiläum weltweit. Generaloberin Schwester M. Joanna Buckley beschreibt diesen Weg als eine Zeit, in der sich Freude und Dankbarkeit vertieft hätten: für die Führung Gottes, für das, was Generationen von Schwestern „mutig investiert und aufgebaut haben“, und für die vielen Menschen, die die Gemeinschaft begleitet haben.
Der Blick zurück führt zu jungen Frauen, die 1926 „in Armut, aber voll Begeisterung, Gottvertrauen und im Bewusstsein einer großen Mission“ den Grundstein für das Institut legten, heißt es im Grußwort des Programmheftes. Aus den kleinen Anfängen entwickelte sich eine internationale Gemeinschaft. Das Jubiläum, so betonen Generalrektor Dr. Bernd Biberger und Generaloberin Schwester M. Joanna Buckley, sei deshalb weit mehr als eine Gelegenheit zum dankbaren Rückblick: „Es trägt ein Leuchten in sich, das uns mit Mut und Hoffnung in die Zukunft gehen lässt.“ Das Leitwort „Maria – Licht unserer Hoffnung“ sei zugleich die „Eintrittskarte“ in das zweite Jahrhundert der Gemeinschaft.
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat zum Jubiläum der Schwestern ein Grußwort geschickt (Foto: Tobias Koch (c))
„Starke, engagierte Frauen, die etwas verändern“
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner würdigt in ihrem im Programmheft abgedruckten Grußwort besonders die Rolle der Frauen, die vor 100 Jahren einen damals ungewöhnlichen Weg einschlugen. „Vor hundert Jahren war das ein neuer, beinahe unerhörter Ansatz: starke, engagierte Frauen, die etwas verändern, und zwar in der Kirche und darüber hinaus.“ Die Marienschwestern hätten eine Gemeinschaft geschaffen, in der Frauen Verantwortung übernähmen – „mitten in der Welt, für die Welt“.
Klöckner verweist auf das vielfältige Engagement der Schwestern in Bildung und Erziehung, in der Begleitung von Paaren, alten und kranken Menschen und in der Weitergabe des Glaubens. Das Wort „Das Ohr am Herzen Gottes, die Hand am Pulsschlag der Zeit“ beschreibe eine Haltung, die angesichts der Veränderungen in Kirche und Gesellschaft aktuell bleibe. Die Spiritualität der Gemeinschaft setze „einen Gegenpol zur Hektik unserer Zeit“ und antworte auf die Sehnsucht vieler Menschen nach innerem Halt.
Bischof Dr. Stephan Ackermann, Trier: „dass das kleine Saatkorn vom 1. Oktober 1926 auch in vielen weiteren ‚100 Jahren‘ dreißigfach, sechzigfach und hundertfach Frucht trägt für die Kirche und für die Menschen hier.“ (Foto: Thewalt)
Ein „Saatkorn“ mit Wirkung über Schönstatt hinaus
Auch der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann blickt in seinem Grußwort auf die Entwicklung der Gemeinschaft. Am Ursprungsort der Schönstatt-Bewegung habe Pater Josef Kentenich eine Frauengemeinschaft gegründet, „die der jungen Gründung der Schönstatt-Bewegung ihre Kraft und Zeit schenken und gleichsam ihre ‚Seele‘ werden sollte“. Die Schwestern wollten kein Orden sein, sondern ein Institut, das „in der Welt und für die Welt lebt und wirkt“.
Ackermann erinnert besonders an das Wirken der Marienschwestern im Bistum Trier: in Pfarreien, Schulen und Kindergärten, in Kranken- und Altenpflege sowie in Ausbildungsstätten. Als besonderes Geschenk für das Bistum nennt er die verehrungswürdige Dienerin Gottes Schwester M. Emilie Engel. Für die Zukunft wünscht er der Gemeinschaft, „dass das kleine Saatkorn vom 1. Oktober 1926 auch in vielen weiteren ‚100 Jahren‘ dreißigfach, sechzigfach und hundertfach Frucht trägt für die Kirche und für die Menschen hier“.
Pater Frank Riedel: "Unsere Schwestern gehören zu den Ersten Schönstatts." (Foto: basis-online)
Pioniergeist für neue Wege
Pater Frank Riedel ISch, Vorsitzender des Landespräsidiums der Schönstattbewegung in Deutschland, stellt die Marienschwestern in die frühe Entwicklung der gesamten Bewegung. Zwischen der Gründung Schönstatts 1914 und der Entstehung der Schwesterngemeinschaft 1926 liegen nur zwölf Jahre. „Mit Fug und Recht lässt sich sagen: Unsere Schwestern gehören zu den Ersten Schönstatts“, schreibt Riedel. Bereits in ihren Ursprüngen trügen sie „den Geist von Pionierinnen in sich“.
Die neue Lichtsäule in der Anbetungskirche will Zeichen der Hoffnung sein (Foto: S-MS Sr. Francine-Marie Cooper)
Diesen Pioniergeist brauche Schönstatt auch heute angesichts vielfältiger Wandlungsprozesse. Riedel greift dabei ebenfalls das Leitwort des Jubiläums auf: Maria als „Licht unserer Hoffnung“ könne ermutigen, „im Geist der ‚Ersten‘ neue Wege zu wagen“.
Eine Lichtsäule als Zeichen der Hoffnung
Sichtbaren Ausdruck findet das Jubiläumsmotto in einer neuen Lichtsäule in der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt. Sie geht auf ein Versprechen der Generalleitung der Marienschwestern aus dem Jahr 1957 zurück und wurde von María Jesús Fernández Ortiz gestaltet. In ihrem Sockel sind Steine aus Jerusalem, vom Fundament des Urheiligtums, von der Gründerkapelle, dem Sterbeort Pater Kentenichs und aus der Anbetungskirche verarbeitet. Das Licht in der Säule wurde am Urheiligtum entzündet, zum Grab des Gründers getragen und von dort in die Lichtsäule gebracht. Es soll fortwährend brennen. Damit verbindet sich über das Jubiläum hinaus ein Auftrag, den die Marienschwestern mit der ganzen Schönstatt-Bewegung teilen: „Wie Maria Licht der Hoffnung sein für viele.“
