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2. Oktober 2026 | Schoenstatt | 

Schönheit, die rettet: Maria als Zukunftsbild der Kirche


Kurt Kardinal Koch hat den Festvortrag zum Thema "Schönheit, die rettet" gehalten. Darin ging der Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen auf die wichtige Rolle der Gottesmutter für die Kirche heute und morgen ein (Foto: Compagni)

Kurt Kardinal Koch hat den Festvortrag zum Thema "Schönheit, die rettet" gehalten. Darin ging der Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen auf die wichtige Rolle der Gottesmutter für die Kirche heute und morgen ein (Foto: Compagni)

Hbre. Mit seinem Festvortrag zur 100-Jahr-Feier der Schönstätter Marienschwestern stellte Kardinal Kurt Koch vor knapp 600 Zuhörenden in der Aula der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt Maria als Ursprung, Urbild und Zukunftsbild der Kirche vor. Seine Ausführungen über die theologische Bedeutung der Gottesmutter unter der Überschrift „Schönheit, die rettet“, stellen das, was die Generaloberin Schwester M. Joanna Buckley im Vorfeld der Jubiläumsfeiern in einem Interview über die Sendung der Gemeinschaft sagte, in einen großen Horizont.

Maria als Ursprung und Urbild der Kirche

Kardinal Koch erinnerte am Samstagmorgen daran, dass das Zweite Vatikanische Konzil die Lehre über Maria bewusst in die Kirchenkonstitution „Lumen gentium“ aufgenommen hat. Maria steht damit nicht am Rand, sondern im Herzen des kirchlichen Selbstverständnisses. Sie sei, so Koch, gleichsam „Kirche im Ursprung“: In ihr werde sichtbar, was Kirche ihrem Wesen nach sei – eine Gemeinschaft, die auf Gott höre, sein Wort empfange und es in die Welt hineintrage.

Für die Marienschwestern ist dieser Gedanke besonders bedeutsam. Ihr Jubiläum ist nicht allein Rückblick auf ein Jahrhundert Geschichte, sondern ein neues Ja zu ihrer Berufung, „Seele“ in Schönstatt und in der Kirche zu sein, wie es Schwester Joanna ausdrückte.

Die Kirche habe eine durch und durch marianische Sendung, betonte der Kardinal in seinem Festvortrag. Ihr sei aufgetragen, Gott zu bezeugen und ihn groß zu machen, wie es Maria im Magnifikat tat (Foto: Compagni)

Die Kirche habe eine durch und durch marianische Sendung, betonte der Kardinal in seinem Festvortrag. Ihr sei aufgetragen, Gott zu bezeugen und ihn groß zu machen, wie es Maria im Magnifikat tat (Foto: Compagni)

Maria als Prophetin: ganz Ohr für Gottes Wort

Die Kirchenväter, so Kardinal Koch, bezeichnen Maria als Prophetin. Sie hört auf Gottes Wort, bewahrt es in ihrem Herzen und hält auch das zunächst Unverstandene geduldig aus. Prophetisch sei nach seinem Verständnis nicht, eigene Ideen religiös zu überhöhen. Prophetisch lebt vielmehr, wer aus der Gegenwart Gottes heraus dessen Wahrheit bezeugt. Die Kirche brauche deshalb Menschen, die zeigen, dass „das Christentum nicht eine Idee, sondern Leben ist“.

Darin liegt eine Wegweisung für die Marienschwestern. Durch ihr Zeugnis, ihre Projekte, die Heiligtümer und persönliche Begegnungen möchten sie Menschen den Weg zu einer lebendigen Gottesbeziehung eröffnen. Schwester M. Joanna Buckley fasst diesen Auftrag so zusammen: „Maria sein, das bedeutet für uns, heute Christus Wege zu ebnen in unsere Kultur, durch unsere Projekte, durch unser Zeugnis.“

Maria als Wohnung Gottes in der Welt

Ein zweiter Akzent des Vortrags liegt auf Marias vorbehaltlosem „Fiat“. Weil sie sich Gott öffnet, wird sie zur Wohnung Gottes in der Welt. Ihr Leben macht Gott groß – und gerade dadurch wird der Mensch nicht klein, sondern findet seine Würde und Größe. Kardinal Koch betonte: „Dort, wo Gott groß gemacht wird, [wird] auch der Mensch groß.“

Die Kirche habe deshalb die Aufgabe, ihr heutiges Magnifikat zu singen: Gott zu bezeugen und Menschen zur persönlichen Beziehung mit ihm einzuladen. Das entspricht dem Jubiläumsmotto der Marienschwestern: „Maria – Licht unserer Hoffnung“. Sie wollen die Erfahrung vermitteln, von Gott persönlich angenommen und geliebt zu sein. Schwester M. Joanna beschrieb diese Grundüberzeugung im genannten Interview so: „Das Liebesbündnis mit unserer Mater Ter Admirabilis ist eine Wirklichkeit, die uns durch alle Höhen und Tiefen tragen kann.“

Beim Festakt in der Aula der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt waren neben den vielen Marienschwestern viele Schönstätterinnen und Schönstätter aus den Diözesen anwesend (Foto: Compagni)

Beim Festakt in der Aula der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt waren neben den vielen Marienschwestern viele Schönstätterinnen und Schönstätter aus den Diözesen anwesend (Foto: Compagni)

Maria führt zu Christus

Maria führt nach Kochs Worten konsequent zu Christus. Bei der Hochzeit zu Kana bringe sie die Not der Menschen vor Jesus und verweise auf ihn: „Was er euch sagt, das tut.“ Eine marianisch geprägte Kirche stellt daher nicht sich selbst ins Zentrum. Sie gleicht dem Mond, der kein eigenes Licht besitzt, sondern das Licht der Sonne widerspiegelt. Christus ist diese Sonne; die Sendung der Kirche besteht darin, sein Licht in die Welt zu tragen. Der Kardinal formulierte es prägnant: Die Kirche dürfe sich „nicht selbst sonnen wollen“, sondern müsse auf Christus hinweisen.
Für die Schönstätter Marienschwestern, so hatte es die Generaloberin im Interview betont, konkretisiert sich das im Wunsch, Christus heute Wege zu ebnen – in die Kultur, in Beziehungen, in die Kirche und in den Alltag der Menschen. Maria ist dabei nie Endpunkt, sondern diejenige, die auf Christus verweist und Menschen zu ihm führt.

Maria als Leitbild des Empfangens

Kardinal Koch hob außerdem hervor, dass Kirche zunächst empfangen wird und nicht einfach hergestellt werden kann. Maria verkörpert diese Haltung: Glauben heißt, sich Gottes Wort und seiner Gnade zu öffnen. Kirche lebt nicht zuerst aus Planung, Organisation und eigener Leistung, sondern aus der Bereitschaft, Gott wirken zu lassen.
Diese Perspektive verbindet sich mit dem Jubiläumsweg der Marienschwestern. Dank für die Geschichte, das Bitten um Vergebung, das Hören auf die Zeichen der Zeit und das gemeinsame Gebet um den Heiligen Geist sollten einen geistlichen Neubeginn ermöglichen. Wie Maria mit den Aposteln im Abendmahlssaal auf Pfingsten wartete, will die Gemeinschaft den Schritt in ihr neues Jahrhundert im Vertrauen auf Gottes Führung gehen.

Mutter Jesu und Mutter der Kirche

Unter dem Kreuz, so Kardinal Koch zum Abschluss, wird Maria zur Mutter der Kirche. Sie steht bei Christus in der Stunde seines Leidens und bleibt bei den Jüngern in ihrer Unsicherheit. Gerade darin zeigt sich ihre bleibende Bedeutung: Sie führt die Glaubenden auch in schwierigen Zeiten zu Christus und lehrt, beim Kreuz nicht auszuweichen.

„Schönheit, die rettet“, wie Kardinal Koch seinen Festvortrag überschrieb, ist deshalb keine bloße Ästhetik. Sie ist die Liebe Gottes, die am Kreuz Jesu sichtbar wird. Das Jubiläum der Marienschwestern erhält von hier aus seinen tiefsten Ausblick: Gefeiert wird nicht die eigene Leistung, sondern Gottes Treue. Im Liebesbündnis mit Maria möchten die Schwestern weiterhin dazu beitragen, dass Gottes Nähe erfahrbar wird – als Licht, das Orientierung gibt, als Liebe, die heilt, und als Hoffnung für Kirche und Welt.

Schönstatt-TV überträgt live

Festakademie, Festgottesdienst und Festakt werden von schoenstatt.tv übertragen. Den Livestream gibt es unter https://www.youtube.com/@schoenstatt-tv.2009/featured.

Den Vortrag von Kardinal Kurt Koch hier als PDF herunterladen.


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