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Vieles im Blick – einander, die Welt und den Himmel
Zu ihrer jährlichen Tagung Schwarzhorn trafen sich rund 40 junge Frauen aus elf Diözesen der Schönstatt-MFJ. Vom 14. bis 21. August ging es um die 95-jährige Geschichte der MJF und die Suche nach einer neuen Jahresparole (Foto: Sara Göllmann)
Eliana Broosch. Intensiv, gemeinschaftsstärkend und einfach gut: Vom 14. bis 21. August 2026 herrschte in der Sonnenau in Schönstatt buntes MJF-Leben. Rund 40 junge Frauen aus elf Diözesen trafen sich zum jährlichen Schwarzhorn, der Jahrestagung der Schönstattbewegung Mädchen/Junge Frauen. Die Woche war voller intensiver Programmpunkte, Input, Austausch, Kreativität, Gemeinschaftsmomente und Schönstatt-Feeling.
Getragen, mutig, echt
Unter dem Motto des vergangenen Jahres „Sturmtänzerin – getragen. Mutig. Echt“ wurden die einzelnen Tage gestaltet. Bewegungsleiter Pater Felix Geyer ISch sprach in seinem Vortrag über „Gelebte Unsicherheitskompetenz“ und zeigte, wie die schönstättische Bündnispädagogik eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit sein kann. Pater Raúl Espina, der die jungen Frauen die ganze Woche begleitete, inspirierte mit seinem Vortrag „Echte Menschen. Echte Gemeinschaft. Bist du dabei?“. Er gab Gedankenanstöße zum Thema Künstliche Intelligenz aus schönstättischer Perspektive. Seine Anmerkungen zur Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV. luden zum Nachdenken und Austausch ein. Eine MJF-lerin sagte dazu: „Mich hat das total inspiriert und ich frage mich: Wie kann ich in einer Welt, in der so vieles mithilfe von KI gestaltet wird, noch echt sein und meinen ganz persönlichen authentischen Fingerabdruck setzen?“
Große Freude bei der Feier des 95. Geburtstags der SchönstattMJF. Ein Geburtstagskuchen, Kerzen sowie ein Ständchen durften natürlich nicht fehlen (Foto: Sara Göllmann)
Ein doppeltes Jubiläum gab Grund zu feiern
Gleich zu Beginn der Tagung gab es zwei Gründe zum Feiern: Am Hochfest Mariä Himmelfahrt wurde die Schönstatt-MJF 95 Jahre alt. Die Teilnehmerinnen feierten mit einem ausgiebigen Kuchenbuffet, einer kleinen Zeitreise durch die MJF-Geschichte und einem Ratespiel zu früheren Jahresparolen. Ein weiterer Höhepunkt war das 100. Jubiläum der Schönstätter Marienschwestern. Die Schwestern luden ins Mutterhaus ein, wo gemeinsam eine heilige Messe gefeiert, die Jubiläumsausstellung angeschaut sowie den Erzählungen von Zeitzeuginnen Pater Josef Kentenichs und dem Berufungszeugnis einer Marienschwester gelauscht wurde. „Mit den Marienschwestern im Gespräch zu sein und von ihren persönlichen Begegnungen mit Pater Kentenich zu hören, hat mich sehr beeindruckt“, beschreibt eine MJF-lerin die Zeit mit den Marienschwestern, „eine gelungene Einstimmung auf das bevorstehende Jubiläumsfest im Oktober.“
Aktivelemente, Auszeiten und echte Gemeinschaft
Zwischen den intensiven Phasen sorgten gemeinsame Tänze, Obstpausen und kleine Aktivelemente für Bewegung und Abwechslung. So wurden die Teilnehmerinnen in das Café Kentenich auf Berg Schönstatt eingeladen und mit gutem, selbst gebackenem Kuchen und Eiskaffee frappé verwöhnt. Ein Ausflug in den Kletterwald oder Wanderungen auf den Traumpfädchen in Sayn boten ideale Bewegungspausen, um den Kopf frei zu bekommen oder um im Kletterwald richtig mutig zu werden, ganz im Sinne der vergangenen Jahresparole.
Auch spirituell gab es Abwechslung: So luden die Gestaltung der Bündnismesse und das Singen am Bündnisfeuer, Anbetungszeiten und gemeinsame heilige Messen in verschiedenen Heiligtümern zu persönlichen und geistlichen Auszeiten ein. Bei den Mahlzeiten, in den Pausen und bei gemeinsamen „Talkrunden“ zu verschiedenen Themen, hatten die jungen Frauen Zeit für intensive Gespräche und Austausch über das, was sie bewegt. So konnten sie einander besser kennenlernen und es entstand eine echte, starke Gemeinschaft.
Das Café Kentenich verwöhnte die jungen Frauen mit Eiskaffee, Frappé und selbst gebackenem Kuchen (Foto: Sara Göllmann)
Neue Jahresparole stellt die Kindlichkeit ins Zentrum
Jedes Jahr wird für das kommende MJF-Jahr ein Wert gesucht, den sie besonders im Blick haben möchten. Was bewegt die Welt, die Kirche, die Mädchen und jungen Frauen gerade besonders und was können sie von Schönstatt her geben? Die Antwort darauf: Kindlichkeit.
Nach einem langen und intensiven Prozess der Kreativität, des Zusammentragens, Bündelns und Formulierens wurde die neue Jahresparole für das Jahr 2026/2027 gefunden: „In deinem Blick die Welt bewundern“.
Eine MJF-lerin schreibt dazu: „Wir wissen uns unter dem Blick Gottes und der Gottesmutter. Als ihre Kinder gehen wir nie verloren, sondern sind gesehen, geliebt und behütet. Aus dieser Beheimatung kann leichte, sorglose Kindlichkeit wachsen. Kindlich wollen wir staunen über die kleinen und großen Dinge, Menschen, Situationen in der Welt, Staunen über Gottes Geschenke und Pläne für uns – diese Wunder bewundern. Und wir wollen auch selbst Initiative ergreifen und die Welt bewundern – mit Wundern füllen, mit Geschenken.“
Der gemeinsame bunte Abend bildete einen runden Abschluss: Eine Geschichte rund um die „Schwarzhörnchen“ mit Beiträgen der einzelnen Diözesen und Jugendschwestern sorgte für viel Freude, Lachen und echte Gemeinschaft.
Und dann hieß es, Abschied zu nehmen. Im Foyer der Sonnenau waren strahlende Gesichter zu sehen – glücklich, dankbar und mit einer großen Portion neuer Motivation und Freude. Für die meisten gab es ein baldiges Wiedersehen bei der Nacht des Heiligtums.
