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6. September 2026 | Nacht des Heiligtums | 

"Nacht des Heiligtums" 2026: Einzigartig sein und neugierig bleiben


Bis 1.30 Uhr ging die erste Nachtkultur auf der NdH 2026. Nachdem der Regen aufgehört hatte, wurde in der Pilgerarena in Schönstatt gefeiert. Der Glaube, die Gemeinschaft und Freundschaft untereinander standen dabei im Mittelpunkt (Foto: NdH)

Bis 1.30 Uhr ging die erste Nachtkultur auf der NdH 2026. Nachdem der Regen aufgehört hatte, wurde in der Pilgerarena in Schönstatt gefeiert. Der Glaube, die Gemeinschaft und Freundschaft untereinander standen dabei im Mittelpunkt (Foto: NdH)

Mch. Zweiter Tag der „Nacht des Heiligtums“ 2026 (NdH) in Schönstatt: Der Regen vom Freitagabend hat sich verzogen und in der Pilgerarena und rund um das Urheiligtum nimmt das Glaubensfestival weiter Fahrt auf. Ob Mottotalk und -walk, Workshops oder einfach Sport und Freizeit: Das Angebot zwischen Pilgerkirche und Urheiligtum ist abwechslungsreich und individuell – passend zum Motto „Unique – echt jetzt?!“

„Ich bin erstaunt, dass ihr alle heute Morgen fit und dabei seid“, sagte Talk-Gast und Online-Journalist Rafael Bujotzek beim Blick in die Runde in der Pilgerarena. Er sprach beim Motto-Talk über Chancen und Gefahren der Künstlichen Intelligenz. Er sieht in der KI Chancen als Hilfsmittel für die menschliche Kreativität. „Probiert es aus“, sagt er den jungen Menschen, „aber mit konkreten Fragen, sonst bleiben Individualität und Einzigartigkeit auf der Strecke.“ Ob er Tipps für die Jugendlichen habe, die sich zunehmend in einer Welt voller Deepfakes und KI-generierter Bilder zurechtfinden müssten? „Bleibt neugierig und bewahrt euch die Kreativität, die in euch steckt“, denn wenn man nur das mache, was ohnehin schon Trend sei, sei man nicht erfinderisch und könne keine neuen Wege gehen.

Oberstleutnant Thorsten Chalas (links) war neben dem Journalisten Rafael Bujotzek zu Gast im Mottotalk am Mottomorgen. Während Bujotzek den Jugendlichen die Angst vor der KI zu nehmen versuchte, sprach der Berufssoldat darüber, dass seine Uniform nichts über ihn als Menschen aussage (Foto: Matthias Chrobok)

Oberstleutnant Thorsten Chalas (links) war neben dem Journalisten Rafael Bujotzek zu Gast im Mottotalk am Mottomorgen. Während Bujotzek den Jugendlichen die Angst vor der KI zu nehmen versuchte, sprach der Berufssoldat darüber, dass seine Uniform nichts über ihn als Menschen aussage (Foto: Matthias Chrobok)

Thorsten Chalas: „Uniform sagt nichts über den Menschen aus“

Neben Bujotzek war Oberstleutnant Thorsten Chalas auf der Bühne. Ob sich Echt-Sein und sein Beruf als Soldat in strenger Hierarchie ausschließen? „Für mich als Soldat ist nicht entscheidend, was ich trage, sondern dass ich als Mensch Würde habe“, sagt der engagierte Christ. Wie Klosterschwestern oder die Schönstätter Marienschwester mit ihrem Habit drücke die Uniform bei Soldaten deren Zugehörigkeit aus. So könne man auch innerhalb der Hierarchie individuell sein. Chalas ging auch auf den Begriff der „inneren Führung“ ein, die aussage, dass jeder Soldat Befehle vorher prüfe, bevor er sie ausführe oder erteile. „Ich gebe mein Gewissen als Christ nicht an der Tür ab oder wenn ich meine Uniform anlege.“

Auf der Suche im Internet im Bereich „Open source intelligence" treffe er auf Situationen in kriegerischen Auseinandersetzungen, in denen „der Mensch entmenschlicht“ würde. Er selbst ist nicht Soldat geworden, um zu töten, sondern um zu schützen. Mit Blick auf die Kirchenväter der katholischen Kirche vertrat er deren Standpunkt, dass Gewalt ausschließlich das allerletzte Mittel sei und verhältnismäßig sein müsse.

Beim Mottowalk durch die Pilgerkirche in Schönstatt konnten sich die Jugendlichen an verschiedenen Stationen ausprobieren. Dabei waren unter anderem ein Persönlichkeitstest, verschiedene Fragen rund um das Thema "Echt sein", Geschicklichkeitsspiele und Gespräche mit den Referenten des Mottotalks (Foto: Matthias Chrobok)

Beim Mottowalk durch die Pilgerkirche in Schönstatt konnten sich die Jugendlichen an verschiedenen Stationen ausprobieren. Dabei waren unter anderem ein Persönlichkeitstest, verschiedene Fragen rund um das Thema „Echt sein“, Geschicklichkeitsspiele und Gespräche mit den Referenten des Mottotalks (Foto: Matthias Chrobok)

Beim Mottowalk wurde aus der Pilgerkirche ein Stationenweg

Beim anschließenden Mottowalk verwandelte sich die Pilgerkirche in einen Stationenweg. Rund um die Themen „echt und einzigartig sein“ konnten sich die jungen Menschen ausprobieren. Bei einem Persönlichkeitstest konnten sie sich Fragen stellen und am Ende herausfinden, welche Jahreszeit, welcher Kuchen oder welcher Pater sie sein würden. Dabei kamen sie untereinander ins Gespräch und in den Austausch.

Viele Jugendliche waren auch grüppchenweise unterwegs, wie Samuel, Lukas und Josef. Für die drei Jungs aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart bedeute „Echt sein“ insgesamt die Haltung, sich nicht verstellen zu müssen, egal in welcher Situation. „Sich selbst treu sein und so gut es geht seinem Ideal folgen“ ist für Samuel aus Trillfingen wichtig. Das persönliche Ideal ist auch ein Schlüsselbegriff innerhalb der Schönstatt-Bewegung, die für Josef ein Ort und eine Quelle von Authentizität und Echtheit sei. Lukas aus Wendelsheim ist auf der NdH, um andere junge Menschen kennenzulernen und sich dabei nicht zu verstellen. Auf den Mottotalk angesprochen, sehe er nicht in erster Linie die Gefahren der KI, sondern vielmehr ihre Rolle als Hilfsmittel für den Menschen, der mit ihr arbeite.

Auf einem großen Plakat in der Pilgerkirche konnten die Jugendlichen aufschreiben, wann sie sich wirklich echt fühlen oder welche Persönlichkeit für sie Echtheit verkörpert. Die Frage war aber auch, in welchen Situationen sie sich schwertun, sie selbst zu sein (Foto: Matthias Chrobok)

Auf einem großen Plakat in der Pilgerkirche konnten die Jugendlichen aufschreiben, wann sie sich wirklich echt fühlen oder welche Persönlichkeit für sie Echtheit verkörpert. Die Frage war aber auch, in welchen Situationen sie sich schwertun, sie selbst zu sein (Foto: Matthias Chrobok)

Hannah und Celine sind beide aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart und in Oberndorf im Landkreis Rottweil engagiert. Sie sind beide zum ersten Mal bei der NdH dabei und freuen sich besonders auf die Nachtkultur und darauf, Gleichaltrige kennenzulernen.

Vielfältiges Workshop-Angebot

Am Samstagnachmittag können die Jugendlichen unterschiedliche Workshops besuchen. Heiko Schäfer zum Beispiel zeigt unter dem Titel „Moderne Musikproduktion – zwischen echter Kreativität und KI“, wie die künstliche Intelligenz helfen kann, die eigene Kreativität zu befeuern und zu ergänzen.

Während Anna und Lisa Staps zum Thema „Echt - so wie Gott uns schuf“ über ihre Erfahrungen als Ehepaar und Familie sprechen, setzt sich Johanna Denkinger mit der Bibel auseinander. „Wer liest heute noch Bibel?“ oder „Und wo soll ich überhaupt anfangen?“ sind nur zwei der vielen Fragen, die Johanna gemeinsam mit den jungen Menschen beantworten möchte. Den Teilnehmern bringt sie auch die „Lectio Divina“, die besondere Art des Lesens und Meditierens von Bibeltexten, näher. Gemeinsam wird das Evangelium vom Sturm auf dem See meditiert. Zum Abschluss tauschen sich die Teilnehmer darüber aus, was ihnen der Bibeltext in ihrer aktuellen Situation vermitteln möchte und was sie zum ersten Mal gelesen haben.

Über das persönliche Ideal Schönstatts sprechen die Marienschwestern Maria Belen und Maria Elina am Samstagnachmittag. „Der Workshop ist sowohl für jene gedacht, die sich zum ersten Mal damit auseinandersetzen als auch für jene, die bereits Schritte auf ihrer Suche danach gemacht haben“, heißt es dazu im Programmheft. Mit ihrer Sendung stehen die beiden Marienschwestern authentisch für diese Art, den Glauben zu leben.

Gemeinsames Musizieren und Singen: Dafür war am Samstagnachmittag auf der Urheiligtumswiese reichlich Zeit (Foto: Matthias Chrobok)

Gemeinsames Musizieren und Singen: Dafür war am Samstagnachmittag auf der Urheiligtumswiese reichlich Zeit (Foto: Matthias Chrobok)

Freizeit und Sport auf der Urheiligtumswiese

Eine Hüpfburg und viele Freizeitangebote fanden die Jugendlichen auf der Wiese rund um das Urheiligtum. „Einfach nur sein“ hatte ebenso Platz wie das gemeinsame Gitarre- oder Flunkyballspielen. Zum ersten Mal mit dabei ist Nile von der Mädchen-Junge-Frauen (MJF) Freiburg. Mit vielen anderen Gleichaltrigen kann sie hier den Glauben teilen und feiern. Für sie macht die Mischung aus tiefem Glauben, Deeptalks mit anderen und Schönstatt als gemeinsamem Fundament den Charakter der NdH aus.

Zur Gruppe von Nile gehört auch die 24-jährige Vicky. Als Jugendliche war sie bei verschiedenen Zeltlagern dabei und schätzt an der NdH die Gemeinschaft, das „Sich trauen“, mit anderen ins Gespräch zu kommen – „es entschleunigt“, sagt die Maschinenbau-Studentin aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Für Marina, 22, ist es die zweite NdH. „Das gemeinsame Basteln mit anderen ist eines meiner Highlights, da man dabei ungezwungen miteinander spricht“, sagt die Mainzerin. Schönstatt sei wie eine große Familie, bei der man immer willkommen sei, sagt Felicitas bei ihrer nun dritten NdH. „Die Liebesbündnisnacht mit ihrer Atmosphäre aus Glauben, Gemeinschaft und Licht ist mein Höhepunkt am Samstag“, sagt sie und löst beim Autor dieses Textes Neugier und Freude aus.

Auch der Bewegungsleiter, Pater Felix Geyer, war auf der Urheiligtumswiese anzutreffen. Auch die guten Gespräche und die Liebesbündnisnacht am Samstagabend lässt er sich nicht entgehen (Foto: Matthias Chrobok)

Auch der Bewegungsleiter, Pater Felix Geyer, war auf der Urheiligtumswiese anzutreffen. Auch die guten Gespräche und die Liebesbündnisnacht am Samstagabend lässt er sich nicht entgehen (Foto: Matthias Chrobok)

Hunderte Jugendliche ziehen von der Pilgerkirche zum Urheiligtum

Am Abend geht die NdH auf ihren geistlichen Höhepunkt zu: die Liebesbündnisnacht mit Lichterprozession von der Pilgerkirche zum Urheiligtum. Doch bevor es so weit war, bereiteten sich die Jugendlichen mit ruhigem Lobpreis und einer kleinen Aufführung darauf vor. Inhalt war das unechte und unauthentische Leben mit einer Maske: „Wenn ich wie alle anderen bin, ecke ich nicht an“, lautete ein Impuls vom Moderatorenteam. Setze man stattdessen eine Maske auf und verhalte sich wie alle anderen, sei man von deren Urteilen sicher – aber sich selbst verliere man, und sein Ideal.

Masken der Anpassung und Lüge fallen nur durch Mut und Überwindung. „Mache es einfach!“, war einer der Impulse an die vielen Jugendlichen. Langsam die Masken fallen lassen, fühlt sich wie Befreiung an. Was dahinter zum Vorschein kommt: ein Blick der Liebe Gottes auf sich (Foto: Matthias Chrobok)

Masken der Anpassung und Lüge fallen nur durch Mut und Überwindung. „Mache es einfach!“, war einer der Impulse an die vielen Jugendlichen. Langsam die Masken fallen lassen, fühlt sich wie Befreiung an. Was dahinter zum Vorschein kommt: ein Blick der Liebe Gottes auf sich (Foto: Matthias Chrobok)

Doch wie werden die Jugendlichen diese Masken aus Lüge und Anpassung los? Nur mit Mut und Selbstüberwindung. Auf den ersten Blick sei das mit viel Angst, auch vor Verlust von Freundschaften oder Beliebtheit, verbunden. Doch wagt man diesen Schritt, weitet sich das eigene Blickfeld. Die Begrenzung wandelt sich in die Weite und der Blick wird frei für die Liebe Gottes, die uns sagt: Ich darf sein, wer ich bin. Mit allem, was mich ausmacht. „Gott träumt von dir und einem Leben mit ihm“!

Bestärkt durch diese Impulse zogen die Jugendlichen zum Urheiligtum, um ihr Liebesbündnis mit der Gottesmutter zu erneuern. Zu Lobpreismusik von der Band konnten sie einzeln Maria ihren Bündnisbrief übergeben und sich mit einem Fingerabdruck auf einem Tuch verewigen. Vorher haben drei junge Menschen Zeugnis von ihrem Liebesbündnis im Alltag gegeben und wie es sie immer daran erinnert hat, man selbst zu sein und zu seinen Idealen zu stehen - komme, was wolle.

„Ich dachte, ich müsste etwas leisten, damit ich geliebt werde“, sagte eine junge Frau bei der Liebesbündnisnacht. Sie erinnerte sich in herausfordernden Situationen immer an das Liebesbündnis, das sie dazu befähigte, die Liebe Gottes anzunehmen und weiterzugeben (Foto: Matthias Chrobok)

„Ich dachte, ich müsste etwas leisten, damit ich geliebt werde“, sagte eine junge Frau bei der Liebesbündnisnacht. Sie erinnerte sich in herausfordernden Situationen immer an das Liebesbündnis, das sie dazu befähigte, die Liebe Gottes anzunehmen und weiterzugeben (Foto: Matthias Chrobok)

Hilf der NdH mit deiner Spende

Die „Nacht des Heiligtums“ basiert größtenteils auf Spenden. Es ist ein großes Projekt, bei dem viele Kosten entstehen. Darum freuen sich die Veranstalter über jede Spende, um die Finanzierung zu erleichtern. So bequem kann gespendet werden:

  • Kontoinhaber: Schönstatt-Bewegung Deutschland e. V., IBAN: DE31 5705 0120 0000 1346 50, BIC: MALADE51KOB, Verwendungszweck: Spende Nacht des Heiligtums
  • Zudem läuft aktuell gemeinsam mit der VR-Bank die Spendenaktion „Viele schaffen mehr“, bei der die Bank zu jeder erstmaligen Spende von mindestens 5 Euro an die „Nacht des Heiligtums“ weitere 10 Euro beisteuert. Dadurch kann schon mit kleinen Beiträgen eine große Erleichterung für die „Nacht des Heiligtums“ geschaffen werden. Hier klicken zu dieser Spendenaktion.
  • Der Spendenzeitraum läuft vom 20. Juli bis 20. September 2026


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