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Ein geglücktes Wagnis: die Frauengemeinschaften Schönstatts
Gemeinsam im Gebet verbunden waren am Donnerstag, 30. Juli, die Leitungen der Frauen von Schönstatt, der Schönstätter Marienschwestern und des Schönstatt-Frauenbundes in der Gründerkapelle auf Berg Schönstatt. Dort nahmen sie die Krönung des Marienbildes vor (Foto: Schwester Maritta Zell)
Schwester Antje-Maria Wunderwald. Am Donnerstag, 30. Juli, haben die Leitungen der Frauen von Schönstatt, der Schönstätter Marienschwestern und des Schönstatt-Frauenbundes die Krönung des Marienbildes in der Gründerkapelle auf Berg Schönstatt erneuert. Die Krönung des Marienbilds fand 1969 erstmals statt. In diesem Jahr, in dem die Marienschwestern ihr 100-Jahr-Jubiläum feiern, laden sie die beiden anderen Gemeinschaften ins Mutterhaus ein.
Bereits bei der Begrüßung an der Pforte ging es fröhlich zu. Dr. Geni M. Hoss, Bundesleiterin des Schönstatt-Frauenbundes, überreichte Schwester M. Joanna Buckley, Generaloberin der Marienschwestern, einen blühenden Rosenstock. Drei Bänder zieren ihn, sie stehen symbolisch für die drei Frauengemeinschaften. Schwester M. Joanna nannte diesen Abend eine kleine Jubiläumsfeier und führte die Gruppe durch die Jubiläumsausstellung.
„Lichtspuren“ und „Anfangsfeuer“
Schwester M. Veronika Riechel vom Jubiläumsteam lenkte im Ausstellungsbereich „Lichtspuren unseres Charismas – eine Reise nach innen“ zunächst den Blick auf die gemeinsamen Wurzeln: Pater Josef Kentenich suchte Anfang der 1920er Jahre Mitarbeiterinnen, die sich für die wachsende Frauenbewegung Schönstatts engagieren und im Apostolat einsetzen wollten. Aus dem Frauenbund entstanden zwei Säkularinstitute: 1926 die Marienschwestern, 20 Jahre später die Frauen von Schönstatt. Die Schwestern sind das erste Säkularinstitut, das in Deutschland gegründet wurde. Der Weg bis zur endgültigen Approbation der Gemeinschaft war spannend. Deren Charisma ist keine spezielle Aufgabe, sondern die Sendung, Maria durch das Sein in der jeweiligen Zeit gegenwärtig zu setzen.
Der nächste Bereich ist mit „Anfangsfeuer – eine Reise in unsere Geschichte“ überschrieben. Am Beginn des 20. Jahrhunderts gab es eine Reihe von Frauen, die die Welt veränderten - ebenso war es bei der Frauenbewegung in Schönstatt: Der Blick auf einige Schwestern aus einem Kurs der Anfangszeit, den Pater Josef Kentenich eine „Galerie der Originalität“ nannte, belegt dies. Auf ganz unterschiedliche Weise prägten sie die Geschichte der Schwesternfamilie mit: als Leitungsschwestern, in Mission und Diaspora und durch Opfer und Gebet.
Beim Abendessen kamen die Frauen ins Gespräch und freuten sich über die Gelegenheit, einander kennenzulernen. Die unterschiedlichen apostolischen Berufungen der Frauen wirken miteinander im großen Werk der Schönstatt-Bewegung (Foto: Schwester Maritta Zell)
Froher Austausch beim Abendessen
Mit Freude nutzten alle die Gelegenheit, mit den Frauen der anderen Gemeinschaften beim Abendessen ins Gespräch zu kommen. Auch hier im Speisesaal konnte man von einer „Galerie der Originalität“ sprechen, denn jede verwirklicht ihre apostolische Berufung zu Schönstatt auf originelle Weise, entsprechend der Sendung ihrer Gemeinschaft. Der frohe Austausch nahm erst ein Ende, als es Zeit wurde, sich auf den Weg in die Gründerkapelle zu machen.
Das gekrönte Marienbild in der Gründerkapelle: Ein Zeichen der Bereitschaft der Frauen, mit ihrem je eigenen Charisma Hand in Hand mitzuhelfen, dass Schönstatt weiterhin Menschen erreicht und fruchtbar ist (Foto: Schwester Maritta Zell)
Krönungserneuerung in der Gründerkapelle
Bald war diese ganz gefüllt, weitere 60 Frauen beteten von der Anbetungskirche aus mit. Vorbereitet wurde dieser Höhepunkt des Abends von je einer Vertreterin jeder Gemeinschaft. Die Frauen nahmen in sich auf, wie Pater Josef Kentenich das Wagnis der Frauengemeinschaften Schönstatts in einer Ansprache an den Frauenbund beschrieb. Er rang mit sich: „… sollte ich die Verantwortung übernehmen, dass junge edle Menschen ihren Beruf und ihr Brot verlieren, und ein Werk mitgründen helfen, das in der Kirchengeschichte noch neu und einzigartig originell war? Es war nirgendwo die Idee verkörpert. Hätte es sich gehandelt nur um eine neue Gemeinschaft, die bloß der Zahl nach neu, aber der Idee nach alt gewesen, wäre das Risiko nicht so groß gewesen. Es sind eine ganze Menge Überlegungen, die mich veranlassten, den Geist des neuen Menschen – wir könnten heute sagen, nach dem Institut der Marienschwestern und der Frauen von Schönstatt zu pflegen.“ (15.4.1950)
Dass dies glückte und dass Maria sich auch in dieser Hinsicht als mächtig erwies, wurde vor 60 Jahren bei der Erweiterung des Titels Marias in Schönstatt deutlich. Der Gründer proklamierte sie Ende Mai 1966 als Siegerin. Sie hat gesiegt – auch in den Frauen und durch sie. Mit der erneuten Übergabe der Krone des Marienbilds in der Gründerkapelle erklärten sich die drei Gemeinschaften bereit, weiterhin Hand in Hand mitzuhelfen, dass Schönstatt viele Menschen erreicht und für die Kirche fruchtbar wird.
Weitere Informationen zu den Frauengemeinschaften finden Sie hier:
Frauen von Schönstatt
Schönstatt Frauenbund
Schönstätter Marienschwestern
