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Marienschwestern danken für das fruchtbare Wirken von Schönstatt in Neuler und Bliesheim
Im Rahmen ihrer Jubiläum-Aktion haben die Schönstätter Marienschwestern die Orte Neuler und Bliesheim besucht. Auf dem Kirchplatz in Bliesheim haben sich die Schwestern mit interessierten Gläubigen ausgetauscht und auf jahrzehntelanges fruchtbares Wirken zurückgeblickt (Foto: Schwester M. Antonia Segebarth)
Schwestern Johanna-Maria Helmich, Marié Munz und M. Lina Heidebrunn. Rund 300 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Neuler im Ostalbkreis und Bliesheim im Rhein-Erft-Kreis. Diese Orte waren die 13. und 14. Station der Jubiläums-Aktion "100 Orte für 100 Jahre" der Schönstätter Marienschwestern. Am 2. und 9. Juli 2026 hat Schwester Marié Munz in ihrem Heimatort Neuler die Menschen vor Ort zu Begegnungen eingeladen. Am 12. Juli 2026 wurde eine ganze Gruppe von Marienschwestern in Bliesheim aktiv, um für viele Jahrzehnte fruchtbares Wirken und Gastfreundschaft zu danken.
Neue Erkenntnisse für eine interessierte Zuhörerschaft in Neuler
Mit Interesse verfolgten die insgesamt mehr als 60 Personen die Ausführungen von Schwester Marié Munz über Werden, Wachsen und Sein der Gemeinschaft der Schönstätter Marienschwestern, angereichert mit Film-Clips und Zeugnissen. Vor allem die Internationalität, die Vielfalt der Einsatzgebiete, der Blick in die schwierige Anfangszeit und die Art der Bindung an die Gemeinschaft ohne die klassischen Gelübde, waren für viele der Teilnehmenden neu, wie Schwester Marié Munz feststellt.
„Landsleute-Stolz“ auf den Wagemut einer Neulermer Marienschwester
Ein Blitzlicht vom Wirken der Neulermer Schwester Maria Geralda weckte ein wenig „Landsleute-Stolz“. In der Chronik der Gemeinde Dietershausen bei Fulda, aus der Schwester Marié Munz bei ihren Ausführungen zitierte, heißt es: „Am Kriegsende spielte die damalige Oberin Schwester Maria Geralda eine wichtige Rolle. Sie sollte am 6. April 1945 den heranrückenden amerikanischen Soldaten mit einer weißen Fahne die Friedfertigkeit der Dietershäuser signalisieren. Kaum war sie ihnen entgegengegangen, eröffneten SS-Schergen, die sich entgegen vorheriger Behauptung doch noch im Ort verschanzt hielten, das Feuer. Jedoch Schw. Maria Geraldas Wagemut brachte Dietershausen die Befreiung."
Heiligtums-Plätzchen als Giveaways
Am Ende der beiden Veranstaltungen dankte Schw. Marié den Anwesenden und der ganzen Gemeinde, dass hier geistliche Berufungen für Schönstatt wachsen konnten. Als Schönstatt-Gruß und als Zeichen der wertschätzenden Verbundenheit erhielten alle ein selbst gebackenes „Heiligtums-Plätzchen“ und konnten auf bereitliegenden Zetteln persönliche Anliegen aufschreiben und als „Krugpost“ zum Urheiligtum in Schönstatt mitgeben.
Als Geschenk verteilten die Marienschwestern "Heiligtums-Plätzchen" an die vielen Interessierten in Neuler (Foto: Anna Schips)
86 von 100 Jahren: eine stolze Bliesheimer Bilanz
Ein Großteil der bisherigen Geschichte der Schönstätter Marienschwestern ist mit dem Ort Bliesheim und seinen Einwohnern verknüpft: 86 von 100 Jahren (1929-2012) wirkten Schwestern hier im Ort und war Bliesheim eine Heimat für sie – ganz in der Nähe der Heimat Pater Josef Kentenichs übrigens, dessen Geburtsort Gymnich heutzutage genau wie Bliesheim zu Erftstadt gehört. Die damaligen Aufgabenfelder waren an wichtigen Nahtstellen der Gemeinde, sodass die Schwestern mit vielen Bliesheimern in Kontakt standen, mitten unter ihnen arbeiteten und lebten; so zum Beispiel im Kindergarten, in der Sakristei, in der ambulanten Krankenpflege, im Altenheim, im Kranken-Besuchsdienst, in der Nähstube , bei Handarbeitskursen. 2012 endete die gemeinsame Geschichte – zumindest äußerlich.
Das Geheimnis der Bänke der vierten Reihe im Mittelschiff
Am 12. Juli 2026 gab es eine erneute Begegnung zwischen sieben Marienschwestern von Maria Rast bei Euskirchen (rund 20 Kilometer von Bliesheim) und den Bewohnern von Bliesheim und Umgebung. Vor Beginn der heiligen Messe in der St.-Lambertus-Kirche wurden den Schwestern feierlich die für sie reservierten Bänke gezeigt, wie Schwester M. Lina Heidebrunn, die selbst dabei war, berichtet: „Jeweils die vierte Bank im Mittelschiff auf der rechten und linken Seite ist mit einer Plakette gekennzeichnet, auf der das Wort ‚Schwestern‘ eingraviert ist. Sie stammen noch aus der Zeit der ersten Schwestern, die nach Bliesheim kamen!“ Eine Frau hätte später dazu bemerkt: „Und heute war es so schön, wieder Marienschwestern in diesen Bänken zu sehen. Es sah genauso aus wie früher!“
Mit Pfarrer Willi Hoffsümmer blickten die Schönstätter Marienschwestern zurück. In seiner Predigt ging er auch auf das Bild der Dreimal wunderbaren Mutter in der Seitenkapelle in der Kirche St. Lambertus in Bliesheim ein. Die Seitenkapelle hatte Pater Josef Kentenich bei der Einweihung als "stillen Winkel" bezeichnet (Foto: Schwester M. Antonia Segebarth)
Ein Rückzugsort in stürmischen Zeiten: der „stille Winkel“
In der heiligen Messe gab Pfarrer Willi Hoffsümmer der Gemeinde zunächst einen originellen und lebhaften Rückblick über die Zeit des Wirkens der Schwestern in Bliesheim. Dann konnte Schwester M. Hanna-Lucia Hechinger Worte des Dankes und der Freude für Vergangenes und Worte der Zuversicht und der Hoffnung für die Zukunft an alle Kirchenbesucher richten.
Ein Rückzugsort in diesen „stürmischen Zeiten“ des Lebens könne auch die kleine Seitenkapelle sein, die Pater Josef Kentenich bei Einweihung des MTA-Bildes 1930 als den „stillen Winkel“ bezeichnete. Dieser solle allen „geistige Heimat“ schenken und sie „tief verwurzeln“, um festen Halt zu haben in allen Stürmen ihres Lebens. Zum Dank brachten die Schwestern schließlich einen Lilienstrauß und eine Jubiläumskerze mit.
Blumen-Diebstahl – ganz legal
Auf dem Kirchplatz kam es noch zu einem regen Austausch zwischen den Gottesdienstteilnehmern und den Marienschwestern. Viele erzählten von ihren Erlebnissen, die sie damals mit den Schwestern hatten. So erinnerte sich zum Beispiel ein Mann lächelnd an folgende Anekdote: „Schwester M. Waltraud Schönberger war für die Blumen in der Kirche zuständig. Sie hielt überall in den Gärten Ausschau, was sie gebrauchen könnte. Wir haben es ihr nie verübelt, wenn sie sich an den Blumen einfach bediente. Sie durfte das!“
Nach dem kleinen Imbiss ins Pfarrheim, zu dem Kirchenvorstand und Pfarrer noch eingeladen hatten, folgte eine frohe Verabschiedung mit der Feststellung: „Die Schönstätter Marienschwestern und die Bliesheimer bleiben im Kontakt!“
Marienschwestern besuchen im Jubiläumsjahr 100 Orte
Die Jubiläums-Aktion „100 Orte für 100 Jahre“ greift den starken Geschichts- und Lebensstrom auf und will ihn in Verbindung bringen mit dem Segensstrom des Jubiläumsjahres: Möglichst viele dieser ehemaligen Einsatzorte sollen in 2026 von einer kleinen Gruppe Schönstätter Marienschwestern besucht werden, um den Menschen dort neu zu begegnen. „Wir möchten danken für die offenen Türen und Herzen, die den Einsatz unserer Schwestern in diesen 100 Jahren begleitet und unterstützt haben", so das Aktionsteam aus der Schwesterngemeinschaft. Und: „In unserem Jubiläumsjahr soll die Gottesmutter durch uns noch einmal zu den Menschen an diesen Orten gehen, in denen unsere Schwestern gelebt und gearbeitet haben: in Städten und Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten, Krankenhäusern und an vielen weiteren Orten."
Jubiläumsaktion „100 Orte für 100 Jahre“ geht weiter
1. August 2026: Vallendar (Bistum Trier)
23. August 2026: Duisburg (Bistum Essen)
12. September 2026: Mannheim (Erzbistum Freiburg)
13. September 2026: Arnstadt (Bistum Erfurt)
