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„Ein Ort, der Zukunft hat“ – Elternhaus von Josef Engling in Prosity soll erneuert und eine Sommerakademie entwickelt werden
Was macht einen schlichten Ort zu einem Raum geistlicher Erfahrung und wachsender Ausstrahlung? Die Geschichte des Elternhauses von Josef Engling in Prosity gibt überraschende Antworten und weist zugleich in die Zukunft. (Foto: Kostka)
Hbre. In Prosity, einem kleinen Dorf im Norden Polens wächst ein Ort mit besonderer Ausstrahlung: das Elternhaus des Schönstatt-Mitgründers Josef Engling. Was lange ein stilles Zeugnis seiner Herkunft war, entwickelt sich zunehmend zu einem Platz der Begegnung, des Gebetes und der geistlichen Vertiefung. Zugleich steht das Gebäude vor einer dringenden baulichen Herausforderung. Mit einer geplanten Renovierung und dem Aufbau einer Sommerakademie soll der Ort für kommende Generationen gesichert und weiterentwickelt werden.
Ein unscheinbarer Ort mit wachsender Ausstrahlung
Das Haus in Prosity wirkt auf den ersten Blick schlicht. Doch für viele Pilger ist es ein Ort, an dem sich biografische Wurzeln und geistliche Fragen berühren. „Hier wurde Josef Engling geboren und viele Menschen spüren, dass von diesem einfachen Ort eine besondere Einladung ausgeht“, sagt Dr. Alicja Kostka vom Schönstatt-Frauenbund.
Seit Jahrzehnten kommen Besucherinnen und Besucher hierher, um sich mit dem Leben des jungen Schönstätters auseinanderzusetzen. „Menschen entdecken hier eine stille Freundschaft mit Josef Engling und lassen sich von seinem Geist inspirieren“, so Kostka. Immer wieder stelle sich dabei eine weiterführende Frage: „Was möchte Gott mit diesem Ort noch wirken?“
Ein Traum, der über Generationen trägt
Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück. Schon zu Zeiten der deutschen Teilung war Prosity für viele ein Ausweichort des Gebetes. „Vor allem Schönstätter aus Ostdeutschland haben hier Zuflucht gefunden, weil ihnen andere Wallfahrtsorte verschlossen waren“, erklärt Kostka.
Ein prägendes Zeichen setzte eine Krönung der Gottesmutter durch Mitglieder des Frauenbundes aus der DDR, verbunden mit der Hoffnung, dass hier ein besonderer Gnadenort wachsen könne. „Dieser Traum lebt bis heute weiter“, betont sie.
Im Elternhaus Josef Englings wurde eine Hauskapelle mit "Schönstatt-Altar" eingerichtet (Foto: Kostka)
Auch in den Jahren danach bestätigten zahlreiche Begegnungen diese Perspektive. Pilgergruppen aus Deutschland äußerten immer wieder denselben Impuls: „Hier muss gebaut werden.“ Besonders junge Menschen aus Polen nähmen den Ort heute als Zukunftsraum wahr. „Viele sagen nach ihrem Besuch: Das ist ein Ort, der Zukunft hat“, berichtet Kostka.
Vom Elternhaus zur Kapelle – und darüber hinaus
Ein entscheidender Entwicklungsschritt erfolgte im Jahr 2016. Mit der Ausstattung für ein künftiges Schönstattheiligtum wurde im ehemaligen Stall des Hauses eine Kapelle eingerichtet. „Die Gottesmutter hat gewissermaßen im Elternhaus von Josef Engling Wohnung genommen“, sagt Kostka.
Seitdem verbindet der Ort auf besondere Weise Alltag und Spiritualität. Die einfachen Räume – Küche, Öfen, Garten – lassen Besucher das frühere Familienleben erahnen. „Viele fühlen sich hier an ihre eigene Kindheit erinnert“, so Kostka. Gerade diese Schlichtheit eröffne einen Zugang: „Das Haus zeigt, dass ein ganz gewöhnliches Leben offen sein kann für Gott.“
Sommerakademie: Lernen, glauben, neu aufbrechen
Mit der benachbarten Dorfschule, in der Josef Engling einst das Schreiben lernte, eröffnet sich nun eine neue Perspektive. Dort soll eine Sommerakademie entstehen, die geistliche und persönliche Bildungsangebote bündelt.
Geplant sind Module zu Persönlichkeitsbildung, Schönstatt-Spiritualität und ökologischen Fragen im Geist von Laudato Si’. „Wir möchten einen Raum schaffen, in dem junge Menschen innehalten, lernen und ihren Glauben vertiefen können“, beschreibt Kostka die Vision. Die umgebende Landschaft biete dafür ideale Voraussetzungen: „Die Natur hier ist still, weit und unberührt – ein echter Erfahrungsraum.“
Die ersten Arbeiten zur Renovation des Elternhauses werden bereits getätigt (Foto: Kostka)
Renovierung dringend notwendig
So viel geistliches Wachstum dem Ort zugeschrieben wird, so deutlich zeigen sich zugleich die baulichen Grenzen. Besonders das Fundament des Hauses ist gefährdet. Wasser, das vom umliegenden Gelände abfließt, setzt dem Mauerwerk zu; erste Risse sind sichtbar.
„Damit dieser Ort weiter bestehen kann, brauchen wir jetzt konkrete Hilfe“, sagt Kostka. Ziel ist es, durch eine gemeinschaftliche Spendenaktion die Stabilisierung des rund 100 Quadratmeter großen Gebäudes zu ermöglichen. „Wenn viele einen kleinen Beitrag leisten, kann Großes geschehen.“
Einladung zum Mitgestalten
Die Initiatoren sehen vielfältige Möglichkeiten, sich einzubringen: durch einen Besuch vor Ort, durch Mitarbeit bei Renovierungsmaßnahmen, durch die Teilnahme an der geplanten Sommerakademie oder durch finanzielle Unterstützung.
Für Kostka ist dabei vor allem die geistliche Dimension entscheidend: „Indem wir dieses Haus erneuern, öffnen wir zugleich einen Raum, in dem junge Menschen den Geist Josef Englings neu entdecken können.“
Eine Frage mit Blick in die Zukunft
Im laufenden Seligsprechungsprozess wird derzeit geprüft, inwieweit Josef Engling ein Vorbild für junge Menschen heute sein kann. Der Ort seines Elternhauses könnte dabei eine besondere Rolle spielen. „Vielleicht liegt ein Teil der Antwort genau hier“, sagt Kostka. „An dem Ort, an dem sein Leben begann.“ Hier könne erfahrbar werden, was sein Leben geprägt habe: „ein Geist der Hingabe, der Freundschaft mit Gott und der Hoffnung.“ So kann aus einem schlichten Haus in einem kleinen polnischen Dorf zunehmend ein Ort werden, an dem sich Vergangenheit und Zukunft berühren und wo Menschen neue Orientierung finden können.
Mehr Informationen
- Kontakt zur Vizepostulatorin: Alicja Kostka, E-Mail: admirabilis2014@gmail.com, Tel. 017651112621
- Spendenkonto: Josef-Engling-Förderverein e.V. IBAN: PL 59 1600 1462 1801 6358 2000 0002, BIC:PPABPLKXXX
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