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3. November 2026 | Miteinander für Europa | 

„Called to peace“: Netzwerk „Miteinander für Europa“ auf dem Weg nach Rom 2028


Im unterfränkischen Würzburg haben sich mehr als 100 Männer und Frauen vom europäischen Netzwerk „Miteinander für Europa“ getroffen. Unter dem Leitwort „Called to peace“ wurden unter anderem Weichen für die Zukunft gestellt (Foto: Anton Lilek)

Im unterfränkischen Würzburg haben sich mehr als 100 Männer und Frauen vom europäischen Netzwerk „Miteinander für Europa“ getroffen. Unter dem Leitwort „Called to peace“ wurden unter anderem Weichen für die Zukunft gestellt (Foto: Anton Lilek)

Mch. Das europäische Netzwerk „Miteinander für Europa“ (MfE) versammelte sich vom 29. bis 31. Oktober 2026 zum jährlichen Trägerkreistreffen, dieses Mal im Haus der Vineyard-Gemeinschaft im unterfränkischen Würzburg. Dazu reisten mehr als 100 Teilnehmende aus 14 Ländern und 26 orthodoxen, evangelischen, anglikanischen, freikirchlichen sowie katholischen Gemeinschaften, Kirchen und Bewegungen an. Die generationenübergreifende Veranstaltung (von 16 bis 86 Jahre) öffnete sich dieses Jahr bewusst auch für Menschen anderer Weltanschauungen, die das Treffen mit ihren Perspektiven bereicherten.

Unter dem Leitwort „Called to peace – berufen zum Frieden“ gab Schwester Nicole Grochowina (Christusbruderschaft Selbitz) einen inhaltlichen Impuls mit dem Thema „Europas Seele als Potenzial des Friedens“. Sie bezog sich dabei unter anderem auf den Gedanken von Jacques Delors, wonach eine erfolgreiche europäische Integration nicht allein auf Gesetzen und Wirtschaft basieren darf. Vielmehr benötigt Europa eine „Seele“ aus Inspiration, Liebe und gemeinsamen Werten, um dauerhaften Frieden und Sinn zu stiften. Und der christliche Glaube birgt dank des „Osterparadoxons“ von Tod und Auferstehung, von Krisen und deren Überwindung (nach Tomáš Halík) das Potenzial, als Fundament für ein neues, geeintes Europa zu dienen.

Treffen in Brüssel, Warschau und Castel Gandolfo

Inspiriert von dieser Idee stellte die Tagung die Weichen für die Zukunft: Geplant ist im Mai 2027 ein weiterer Besuch im Europaparlament in Brüssel. Das Trägerkreistreffen findet im nächsten Jahr vom 21. bis 23. Oktober 2027 in Warschau/Polen statt. Und vom 4. bis 6. Mai 2028 ist ein größeres Treffen mit rund 800 Teilnehmenden in Castel Gandolfo/Rom sowie ein öffentliches Event mit Gebet in Rom geplant. Verschiedene Standorte aus ganz Europa sollen zeitweise digital für gemeinsame Impulse vernetzt werden. In Arbeitsgruppen zu Programm, Kommunikation, Logistik, Technik und Musik brachten sich die Teilnehmenden in Würzburg bereits aktiv in die Vorbereitungen ein. „Der Startschuss für ‚Rom 2028‘ fiel für uns heute hier“, hielt ein Teilnehmer fest.

Besonders erfreulich für den Trägerkreis war die Anwesenheit vieler junger Erwachsener beim Treffen in der Vineyard-Gemeinschaft im Herzen der Metropole am Main (Foto: Anton Lilek)

Besonders erfreulich für den Trägerkreis war die Anwesenheit vieler junger Erwachsener beim Treffen in der Vineyard-Gemeinschaft im Herzen der Metropole am Main (Foto: Anton Lilek)

Die jüngere Generation

Die Präsenz von über einem Dutzend junger Erwachsener unterstützte die erfrischende Dynamik des Treffens. Mit ihren konkreten Initiativen setzen sie Zeichen für den europäischen Zusammenhalt. Dazu gehören der Generationenpakt – ein gegenseitiges Versprechen für Zusammenarbeit zwischen jungen Erwachsenen und Politikern für ein friedliches Europa, das 2026 in Brüssel an EU-Abgeordnete überreicht wurde – sowie der Vorschlag eines „Ökumenischen Passes“, der in diesen Tagen generationenübergreifend weiter ausgearbeitet wurde. Der Pass versteht sich als ein von christlichen Werten inspiriertes Brückenprojekt. Er soll Menschen aller Glaubensrichtungen durch Dialog, Respekt und Solidarität europaweit verbinden.

Gesegnet die Friedensstifter

Am Jahrestag des Krieges in der Ukraine vernetzte sich das Trägerkreistreffen per Live-Schaltung mit drei Betroffenen aus unterschiedlichen christlichen Gemeinschaften, darunter die Geistliche Gemeindeerneuerung (GGE), Gemeinschaft Sant’Egidio, Fokolarbewegung in Kyjiw und Uschhorod. In den Schilderungen ihrer konkreten Erfahrungen wurde die gemeinsame Verantwortung von Christinnen und Christen im Spannungsfeld zwischen Krieg und Frieden spürbar. „Wir können die Situation nicht ändern, aber wir wissen: Frieden beginnt bei jedem von uns ganz konkret im täglichen Leben – im Zuhören, im Trösten und natürlich auch in der materiellen und humanitären Hilfe“, so die Botschaft aus der Ukraine. Das sichtlich bewegte Publikum würdigte den Austausch mit lang anhaltendem Beifall und Standing Ovations.

Die Sehnsucht nach Verständigung und Hoffnung mündete am Freitagabend in einem feierlichen Tagesabschluss. In der Würzburger Marienkapelle fand unter der Leitung von Weihbischof em. Ulrich Boom, dem evangelischen Dekan Dr. Wenrich Slenczka und Pfr. Matthias Leineweber (Gemeinschaft Sant’Egidio) ein feierliches Friedensgebet statt. Die Feier schloss mit dem Bündnis der gegenseitigen Liebe, wie es im Johannesevangelium (Joh 13,34) dargelegt ist. Maria Wienken unterstrich die verbindende Kraft dieses Moments: „Dieses Bündnis trägt über alle Unterschiede hinweg, da sich im gemeinsamen Glauben Jesu Versprechen erfüllt: ‚Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind‘“ (Mt 18,20). Er wird so als die 'wahre Seele Europas' spürbar.“

Generationswechsel im Leitungskomitee

Das internationale Leitungskomitee von Miteinander für Europa (MfE) hatte sich im April 2026 mit einem dreiköpfigen Coreteam neu formiert und stellte sich nun in Würzburg vor. Schwester Nicole Grochowina (Communität Christusbruderschaft Selbitz), Matthias Bühlmann (Vineyard DACH) und Pater Raffael Rieger (Schönstatt) haben gemeinsam die Moderation des Leitungsteams übernommen. Maria Wienken übernahm die Aufgabe der Generalsekretärin, unterstützt von Elisabeth Danner (beide Fokolarbewegung). Neu im Leitungskomitee sind: Cesara Perian (Fokolarbewegung, Rumänien) und Luboš Jancík (European Network of Communities ENC, Slowakei).

Bereits im April hatten sich Gerhard Pross (CVJM Esslingen und langjähriger Moderator des MfE), Thomas Römer und Walter Kriechbaum (beide CVJM München) aus dem Leitungsteam verabschiedet. Auch Diego Goller (bisheriger Generalsekretär) und Ilona Toth (beide Fokolarbewegung) gaben die Staffel an die kommende Generation weiter.

Termine und weitere Informationen

Mai 2027: Europaparlament Brüssel/Belgien
21. bis 23. Oktober 2027: Trägerkreistreffen in Warschau/Polen
4. bis 6. Mai 2028: Treffen in Rom/Italien

Weitere Informationen und Bildmaterial gibt es unter www.together4europe.org.

Der Trägerkreis von "Miteinander für Europa" kam in Würzburg zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, sich zu begegnen und Treffen für die nahe und ferne Zukunft zu organisieren (Foto: Anton Lilek)

Der Trägerkreis von "Miteinander für Europa" kam in Würzburg zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, sich zu begegnen und Treffen für die nahe und ferne Zukunft zu organisieren (Foto: Anton Lilek)


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