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3. November 2026 | Deutschland | 

Frieden beginnt im Kleinen – und verbindet Generationen


Mehr als 42 Erwachsene und 25 Kinder waren beim Generationen- und Begegnungstag im Schönstatt-Zentrum in Dieterhausen zusammengekommen. Eingeladen hatte die Schönstatt-Familienbewegung im Bistum Fulda (Foto: AUTOR)

Mehr als 42 Erwachsene und 25 Kinder waren beim Generationen- und Begegnungstag im Schönstatt-Zentrum in Dieterhausen zusammengekommen. Eingeladen hatte die Schönstatt-Familienbewegung im Bistum Fulda (Foto: AUTOR)

Gisela Glas. Was haben eine selbstgebaute Kuschelmaschine, gemeinsam gebackene Plätzchen und eine abgetragene Mauer miteinander zu tun? Sie alle erzählen davon, wie Frieden im Kleinen beginnen kann. Beim Generationen- und Begegnungstag der Schönstatt-Familienbewegung Fulda in Dietershausen kamen 42 Erwachsene und 25 Kinder zusammen, um über Frieden nachzudenken, einander zuzuhören und Gemeinschaft zu erleben. Ein Tag gefüllt mit überraschenden Impulsen, berührenden Momenten und hoffnungsvollen Zeichen.

Eine Kuschelmaschine statt eines Panzers

Bereits bei der Begrüßung wurden die Erwachsenen mit einem köstlichen Cocktail und einem Friedensspruch empfangen. Beides stimmte auf das Anliegen des Tages ein: friedensbewegt miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen teilen und auch unterschiedliche Meinungen und Einschätzungen respektvoll wahrnehmen.

Stefan Groß präsentiert die selbst gebaute "Kuschelmaschine" aus Duplosteinen. Erfinder ist der vierjährige Sohn, der zunächst einen Panzer geplannt hatte (Foto: Schwester M. Brigitt Rosam)

Stefan Groß präsentiert die selbst gebaute "Kuschelmaschine" aus Duplosteinen. Erfinder ist der vierjährige Sohn, der zunächst einen Panzer geplannt hatte (Foto: Schwester M. Brigitt Rosam)

Währenddessen beschäftigten sich die Kinder in einer eigenen Kinderkonferenz mit dem Thema Frieden. Einen berührenden Impuls gaben Verena und Stefan Groß gleich zu Beginn. Sie präsentierten eine aus Duplosteinen gebaute „Kuschelmaschine“, die ihr vierjähriger Sohn erfunden hatte. Angeregt von einem Freund aus der Kita, hatte er zunächst einen Panzer bauen wollen. Doch mitten im Bauen änderte er seine Entscheidung: „Ich baue lieber eine Kuschelmaschine!“ Diese kleine Geschichte brachte auf den Punkt, worum es an diesem Tag ging: Es gibt Alternativen zu Streit und Gewalt. Frieden beginnt mit der Entscheidung, einen anderen Weg einzuschlagen.

Anregende Denkanstöße gab ein Impulsvortrag von Klaus Glas zum Thema „Frieden im alltäglichen und familiären Miteinander“. Ausgangspunkt war das Friedensverständnis von Papst Leo XIV., der zu einer achtsamen und menschenzugewandten Kommunikation aufruft: „Wir brauchen keine laute, muskulöse Kommunikation, sondern vielmehr eine Kommunikation, die zuhören kann, welche die Stimme der Schwachen, die keine Stimme haben, aufzugreifen vermag. Entschärfen wir die Worte, und wir werden dazu beitragen, die Erde zu entwaffnen.“

In einem anschließenden Interview mit Sebastian Leitsch, einem ehemaligen Marineoffizier, erhielten die Teilnehmenden Einblicke in seinen beruflichen Erfahrungshintergrund. Das Gespräch machte bewusst, wie wertvoll Menschen sind, die sich für die Sicherheit Deutschlands und seiner Bevölkerung einsetzen. Zugleich stärkte es die Hoffnung, dass Frieden in Europa und weltweit möglich ist. In Kleingruppen vertieften die Erwachsenen die Impulse und tauschten ihre Gedanken aus. Dabei wurde auch deutlich, welche Bedeutung das Gebet für den Frieden hat.

Frieden hat verschiedene Dimensionen: Für die Erwachsenen gab es in Gesprächsgruppen die Möglichkeit, die theologischen, spirituellen und gesellschaftlichen Facetten des Friedens zu beleuchten (Foto: Schwester M. Brigitt Rosam)

Frieden hat verschiedene Dimensionen: Für die Erwachsenen gab es in Gesprächsgruppen die Möglichkeit, die theologischen, spirituellen und gesellschaftlichen Facetten des Friedens zu beleuchten (Foto: Schwester M. Brigitt Rosam)

Frieden schmeckt nach gemeinsamem Plätzchenbacken

Was bedeutet Frieden für Kinder? Die Ergebnisse der Kinderkonferenz zeigten auf kreative und überraschende Weise, wie vielfältig die Antworten ausfallen können. Mit viel Fantasie gestalteten die Kinder Friedenscollagen.
Eine Erkenntnis der Jungengruppe lautete: „Frieden erlebt man, wenn man gemeinsam Plätzchen bäckt und isst.“ Passend dazu „schenkten“ die Jungen den Mädchen für deren Collage die Abbildung eines Croissants. Eine schöne Geste, die zeigt: Gemeinsam essen, teilen und genießen verbindet Menschen – und kann im Kleinen zu einer friedlicheren Welt beitragen.

Nachdenken, beten, tanzen und sich verwandeln lassen

Auch der Nachmittag bot vielfältige Möglichkeiten, das Thema Frieden weiter zu vertiefen. Im Schönstatt-Heiligtum konnten die Teilnehmenden über Wasser und Wandlung meditieren. In Gesprächsgruppen wurden theologische und spirituelle sowie gesellschaftliche Dimensionen des Friedens beleuchtet. Andere übten einen Friedenstanz ein.
Den verbindenden Höhepunkt und zugleich den gelungenen Abschluss des Tages bildete der Gottesdienst mit Pfarrer Stefan Buß. Die Band „BAM – Gottes Liebe knallt“ unter der Leitung von Frederik Schmitt gestaltete ihn gemeinsam mit Kindern aus verschiedenen Schönstatt-Familien musikalisch. Mit Gesang und Instrumenten begleiteten sie die Lieder auf mitreißende Weise.

Ein besonders eindrückliches Zeichen war der symbolische Abbau einer Mauer. Stein für Stein verschwanden die Hindernisse, die Menschen voneinander trennen: Streit, Wut, Neid, Vorurteile, Ausgrenzung und Unversöhnlichkeit. Anschließend tanzten die Teilnehmenden gemeinsam zum Friedenslied von Wilfried Röhrig: „Möge es Dir an nichts fehlen“. Ein unvergesslicher Tag war es auch dieses Jahr: Frieden wurde nicht nur besprochen und erbeten, sondern auch miteinander erlebt – Kinder und Erwachsene konnten voneinander lernen, miteinander lachen, nachdenklich werden, beten und gemeinsam feiern.


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