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30. September 2026 | Deutschland | 

Begegnungstag der Geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen auf der Liebfrauenhöhe


Der Begegnungstag der geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen begann mit einer Eucharistiefeier mit dem Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Dr. Klaus Krämer (Foto: Schwester Bianca Wörtz)

Der Begegnungstag der geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen begann mit einer Eucharistiefeier mit dem Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Dr. Klaus Krämer (Foto: Schwester Bianca Wörtz)

Roland Abt. Am 13. September fand nach drei Jahren wieder ein Begegnungstag der geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen auf der Liebfrauenhöhe statt. Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Dr. Klaus Krämer, war am Vormittag dabei. Der Tag begann mit einer Bischofsmesse in der Krönungskirche. 

Nach der Eucharistiefeier in der voll besetzten Krönungskirche versammelten sich die rund 150 Mitglieder der Bewegungen und Gemeinschaften in der Aula. Weihbischof Thomas Maria Renz begrüßte die Teilnehmer und bedankte sich beim Bischof für sein Kommen. In einem Video, das eigens für diesen Tag produziert wurde, kamen 21 Gemeinschaften und Bewegungen zu Wort. Gemäß des Tagesmottos „Gebt ihr ihnen zu essen“ erzählten die Interviewteilnehmer, welche Gabe sie als Gemeinschaft haben und wie sie andere daran teilhaben lassen. Das Video kann auf der Homepage der Hauptabteilung II angeschaut werden.

Bischof Dr. Klaus Krämer zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt geistlichen Lebens und stand für Fragen offen. Wichtig sei für ihn, das Eigentliche der Kirche nicht aus dem Blick zu verlieren – die Verkündigung des Evangeliums (Foto: Schwester Bianca Wörtz)

Bischof Dr. Klaus Krämer zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt geistlichen Lebens und stand für Fragen offen. Wichtig sei für ihn, das Eigentliche der Kirche nicht aus dem Blick zu verlieren – die Verkündigung des Evangeliums (Foto: Schwester Bianca Wörtz)

Fülle, Vielfalt und Verschiedenheit der geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen

Im Anschluss konnten mitgebrachte Fragen an den Bischof gestellt werden. Bischof Klaus Krämer zeigte sich beeindruckt von der Fülle und Verschiedenheit der Geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen. In seinen Antworten auf die unterschiedlichen Fragen betonte er, dass es diese Vielfalt in der heutigen Gestalt von Kirche benötige, um unterschiedliche Menschen ansprechen zu können. Dies gelte für unterschiedliche Glaubenskurse (auf die Frage, wie er zu Alphakursen stehe), aber auch für unterschiedliche Formen gelebter Spiritualität. Gerade in der jetzigen Phase der Umstrukturierung sei es wichtig, das Eigentliche von Kirche nicht aus dem Blick zu verlieren, und hierzu sei der Beitrag der Geistlichen Gemeinschaften bedeutsam. Auf die Frage nach der Vision für die Zukunft der Kirche war eine Antwort, dass es darum gehe, Kirche für unsere Zeit zu werden.

Nach dem Mittagessen gab es eine Zeit des Singens und Betens. Danach wurden in drei kurzen Impulsen wichtige biblische Themen angesprochen, die allen Christen aufgegeben sind.
Schwester Vernita Weiß von der Schönstatt-Bewegung begann mit dem Wort „Ihr seid das Salz der Erde; ihr seid das Licht der Welt“. (Mt 5,13–14). Sie sagte: „Dieses Wort ist zuerst eine Zusage und daraus folgt der missionarische Auftrag. Wir sind Licht und Salz, nicht, weil wir die bessere Antwort auf die Fragen und Probleme der Welt haben. Unseren Beitrag bringen wir aus dem je eigenen Charisma unserer Bewegung. Die Fruchtbarkeit geistlicher Gemeinschaften und Bewegungen liegt in dem Zusammenspiel der Charismen, dem gemeinsam Kirche sein.“

Der Rottenburger Weihbischof Thomas Maria Renz sprach in seinem Impuls darüber, dass „wir als Christen das Licht, das wir transportieren, nicht unter den Scheffel stellen. Denn dieses Licht ist Christus selbst.“ (Foto: Schwester Bianca Wörtz)

Der Rottenburger Weihbischof Thomas Maria Renz sprach in seinem Impuls darüber, dass „wir als Christen das Licht, das wir transportieren, nicht unter den Scheffel stellen. Denn dieses Licht ist Christus selbst.“ (Foto: Schwester Bianca Wörtz)

Im zweiten Impuls sprach Weihbischof Renz von der „Stadt auf dem Berg“ (Mt 5,14). Wie eine Stadt, die auf einen Berg gebaut ist, nicht verborgen bleiben kann, sondern schon von weitem sichtbar ist – vor allem bei Nacht, wenn sie hell erleuchtet ist (vgl. Offb. 22,5) –, so sollen die Gemeinschaften etwas von dem Licht ausstrahlen, das ihnen durch ihre Berufung von Gott geschenkt worden ist. „Auch wenn wir uns vielleicht oft eher wie 'Tranfunzeln' oder ‚Armleuchter‘ vorkommen, sollen wir unser Licht nicht unter den Scheffel stellen, da es ja nicht unser Licht ist, sondern das Licht Christi.“

Es gibt eine „Pflicht zum Vergeben“

Zum Abschluss griff Roland Abt das Thema der Lesungen vom Gottesdienst noch einmal auf. Man kann aus dem Neuen Testament eine „Pflicht zum Vergeben“ herauslesen. Zu vergeben ist für die Gesundheit des Einzelnen sehr förderlich. Für die Gemeinschaft ist Vergebungsbereitschaft sogar überlebenswichtig. Unvergebenheit wirkt wie ein Gift und zerstört Vertrauen und Gemeinschaft.

Mit drei eingeblendeten Fragen konnten sich die Teilnehmer über ihre Wahrnehmungen und über die Situation in ihren Gruppen austauschen. Dann wurden die freien Angebote vorgestellt, an denen man nach der Kaffeepause teilnehmen konnte. Geistliche Angebote waren die Eucharistische Anbetung und ein Taizé-Gebet. In den Workshops ging es um Friedenstiften (Deeskalation), um die Bedeutung und Anwendung von KI in den Gemeinschaften, um den Umgang mit der Herausforderung „Älterwerden“ und um eine konkrete Form von Synodalität, die in der Schönstatt-Bewegung im Insieme-Gespräch eingeübt wird.

Nach dem gemeinsamen Abschluss mit einem Segenslied und dem Reisesegen von Weihbischof Renz machten sich alle wieder auf den Heimweg. Es war ein gefüllter und erfüllender Begegnungstag.


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