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3. Oktober 2026 | Deutschland | 

Marienschwestern sozial – weltweit für Menschen da


Schwester Gertrud Maria Erhard moderierte das Podium "Marienschwestern sozial", das Einblicke gewährte in das soziale und pädagogische Wirken der Marienschwestern weltweit (Foto: Chrobok)

Schwester Gertrud Maria Erhard moderierte das Podium "Marienschwestern sozial", das Einblicke gewährte in das soziale und pädagogische Wirken der Marienschwestern weltweit (Foto: Chrobok)

CBre&HBre. Wie vielfältig das soziale Engagement der Schönstätter Marienschwestern weltweit ist, zeigte das Podium „Marienschwestern sozial“ beim 100-Jahr-Jubiläum der Gemeinschaft am 2. und 3. Oktober in Schönstatt, Vallendar. In der Aula der Anbetungskirche stellte das von Schwester Gertrud Maria Erhard moderierte Podium Projekte aus Argentinien, Burundi und der Dominikanischen Republik vor. Ein weiteres Beispiel führte nach Indien.

Schwester Marya Nibizi, Mutumba, Burundi (Foto: Chrobok)

Schwester Marya Nibizi, Mutumba, Burundi (Foto: Chrobok)

Mutumba – an der Seite von Müttern und Kindern

Ungewöhnlich begann 1962 das Engagement der Marienschwestern im burundischen Mutumba: Noch am Tag der Ankunft der ersten drei Schwestern kam eine Frau zur Entbindung – mangels anderer Räume brachte sie ihr Kind in der Waschküche zur Welt. Daraus entwickelte sich ein Gesundheitszentrum mit einer 1969 errichteten Entbindungsstation. Heute werden dort monatlich durchschnittlich 50 Kinder geboren und rund 280 Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Ein besonderes Projekt ist die Versorgung von Säuglingen mit Babymilch, wenn ihre Mütter gestorben sind oder nicht stillen können. Derzeit erhalten 77 Kleinkinder diese Hilfe. Sr. M. Mariya Nibizi, Mutumba, Burundi, fasste den Anspruch der Schwestern so zusammen: „Als Marienschwestern möchten wir in Ehrfurcht vor jedem Menschen stehen [und] ihnen dienen.“ Insgesamt arbeiten 40 Menschen im Gesundheitszentrum. Derzeit entstehen eine neue Außenküche, eine Isolierstation und vor allem ein neues Hospital.

Schwester M. Lucia Rodriguez Beato, La Victoria, Dominikanische Republik (Foto: Chrobok)

Schwester M. Lucia Rodriguez Beato, La Victoria, Dominikanische Republik (Foto: Chrobok)

„Niño Jesús“ – das ganze Kind im Blick

Massive Unterernährung von Kindern gab 1990 den Anstoß für das Ernährungszentrum „Niño Jesús“ in La Victoria in der Dominikanischen Republik. Was zunächst als Betreuung von Kleinkindern begann, entwickelte sich zu einem umfassenden Angebot, das Ernährung, Gesundheit und Bildung verbindet. Sr. M. Lucia Rodriquez Beato, La Victoria, Dominikanische Republik, formulierte den Leitgedanken: „Wir möchten, dass jedes Kind als einzigartige, würdige und fähige Person mit großem Entwicklungspotenzial anerkannt wird.“ Im Schuljahr 2026/27 leben 154 Kinder im Zentrum, weitere 15 werden extern betreut. Inzwischen wurde ein zweites Stockwerk für ältere Kinder fertiggestellt. Die Hilfe reicht zugleich in die Familien hinein: Sie erhalten je nach Bedarf Lebensmittel, Medikamente, medizinische Untersuchungen, Kleidung, Schul- und Studienbeihilfen oder Unterstützung bei Hausreparaturen. Grundlage des Engagements ist ein ganzheitliches, vom Evangelium und der Schönstatt-Spiritualität geprägtes Menschenbild.

Schwester Rosa Maria Lamberti, Buenos Aires, Argentinien (Foto: Chrobok)

Schwester Rosa Maria Lamberti, Buenos Aires, Argentinien (Foto: Chrobok)

„La Nazarena“ – Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben

Am Stadtrand von Buenos Aires, in Florencio Varela, liegt „La Nazarena“, ein 2018 gegründetes „Zentrum für menschliche Entwicklung“. In einem Viertel, in dem Tausende Kinder und Familien unter prekären Bedingungen leben, geht es nicht allein um unmittelbare Hilfe mit Lebensmitteln oder Kleidung. Das Projekt setzt auf die drei Säulen Gesundheit, Bildung und Arbeit. „Wir wollen jedem Menschen die Mittel an die Hand geben, aus eigenen Kräften ein erfülltes Leben zu führen“, erläuterte Sr. M. Rosa Maria Lamberti, Buenos Aires, in ihrem Statement. Kinder erhalten Mahlzeiten und Nachhilfe, können Sport treiben, musizieren oder an Kunst- und Gartenprojekten teilnehmen. Erwachsene helfen im Zentrum mit und können sich beruflich qualifizieren. Rund 5.200 Menschen haben solche Kurse bereits absolviert. Aktuell begleitet „La Nazarena“ 80 Familien sowie rund 200 Jugendliche und Erwachsene in Berufsausbildungen; 50 Erwachsene holen einen staatlich anerkannten Schulabschluss nach.

Schwester M. Anceline Rayappa, Bangalore, Indien (Foto: Chrobok)

Schwester M. Anceline Rayappa, Bangalore, Indien (Foto: Chrobok)

St. Mary High School in Bangalore – Engagement im multireligiösen Umfeld

Sr. Maria Anceline Rayappa aus Bangalore, Indien, stellte mit der St. Mary High School eine von drei großen Schulen vor, die von den Marienschwestern in Indien aufgebaut wurden und an der sie selbst nach ihrem Studium einige Jahre tätig war. Die Anfänge reichen ins Jahr 1984 zurück, als die ersten deutschen Marienschwestern in Indien einen Kindergarten gründeten. 1993 entstand daraus eine Schule mit zunächst 40 Kindern. Von Anfang an war den Schwestern wichtig, dass kein Kind wegen fehlender finanzieller Möglichkeiten ausgeschlossen wird. Heute besuchen 2.500 Schülerinnen und Schüler die Schule, unterrichtet von 130 Lehrkräften und unterstützt von 20 weiteren Mitarbeitenden. Orientierung gibt das christliche Menschenbild: „Mit Maria feste, freie Persönlichkeiten für eine neue Gesellschaft“ heranzubilden, ist das Ziel – in einem überwiegend hinduistisch geprägten Umfeld, in dem nur zehn Prozent der Schülerschaft katholisch sind. Ganz bewusst versteht sich die Schule als Raum für unterschiedliche Religionen. Sr. Maria Anceline: „Wir vermitteln ‚menschliche‘ und christliche Werte, geben den Kindern und Jugendlichen eine Erfahrung davon, was es heißt, Christ zu sein. Alles andere überlassen wir Gott und vertrauen, dass Gott Wunder wirkt!“


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