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3. Oktober 2026 | Deutschland | 

Die Gottesmutter als "große Missionarin"


Sechs Marienschwestern haben vom Engagement und dem Wirken des Säkularinstituts in der Welt gesprochen. Ob Pilgerseelsorge am Urheiligtum oder der Dienst am Menschen in Brasilien und den Philippinen: Sie bringen Gott zu den Menschen (Foto: Chrobok)

Sechs Marienschwestern haben vom Engagement und dem Wirken des Säkularinstituts in der Welt gesprochen. Ob Pilgerseelsorge am Urheiligtum oder der Dienst am Menschen in Brasilien und den Philippinen: Sie bringen Gott zu den Menschen (Foto: Chrobok)

Mch. Sechs Marienschwestern, sechs verschiedene Geschichten aus verschiedenen Kontinenten: In der Aula der Anbetungskirche ging es am Samstagnachmittag im Podium um das weltweite Wirken der Schönstätter Marienschwestern. „In Kooperation mit Maria“ war das Podium überschrieben. Wo und wie die Schwestern wirken und warum für sie die Muttergottes „große Missionarin“ ist.

Die große Vielfalt war beim „Fest der Begegnung“ am Samstagnachmittag spürbar. Während rund um das Mutterhaus und zwischen Mutterhaus und Anbetungskirche viel geboten war, ging es im Podium in der Anbetungskirche um das weltweite Wirken der Marienschwestern.

Schwester M. Lillian Goerck: Pilgerströme nach Garanhus in Brasilien

Heiligkeit im Alltag zu leben, sei die Berufung aller Christen, sagte Schwester M. Lillian, die am Tabor-Heiligtum der Werktagsheiligkeit in Garahuns/Brasilien wirkt. Es wurde 2004 eingeweiht und liegt im Nordosten des südamerikanischen Landes. Beim Besuch, so die Schwester, erleben die Menschen, dass es gut sei, „hier zu sein“.  Neben den Touristen ziehe die Gottesmutter dort auch Scharen von Pilgern an, die sich jedes Jahr organisierten, um sie zu besuchen. „Wöchentlich besuchen mehr als 2000 Menschen den Wallfahrtsort; an Feiertagen und in der Hochsaison sind es mehr als 5000“, sagte Schwester M. Lillian.

Schwester M. Lillian Goerck berichtet von den Pilgerströmen und Initiativen im Nordosten Brasiliens, im Schönstatt-Heiligtum Garahuns: „Wir Schwestern machen die Erfahrung: Die Gottesmutter ließ sich inmitten dieses ausgesprochen religiösen Volkes nieder.“ (Foto: Chrobok)

Schwester M. Lillian Goerck berichtet von den Pilgerströmen und Initiativen im Nordosten Brasiliens, im Schönstatt-Heiligtum Garahuns: „Wir Schwestern machen die Erfahrung: Die Gottesmutter ließ sich inmitten dieses ausgesprochen religiösen Volkes nieder.“ (Foto: Chrobok)

Ein Beispiel dafür, wie sich Glaube am Heiligtum konkret zeige, sei eine Gruppe von Männern, die sich regelmäßig zum Beten des Rosenkranzes treffen und sich zum sogenannten „Männerrosenkranz“ zusammengeschlossen haben. Sie organisieren diözesane Wallfahrten zum Heiligtum.

„Andere Gruppen kommen, um nach einem längeren Vorbereitungskurs das Liebesbündnis mit Maria zu schließen. Die letzte Vorbereitung darauf erhalten diese Gruppen im Schönstattzentrum“, sagte Schwester M. Lillian. Jährlich schließen rund 1.500 Menschen das Liebesbündnis mit der Muttergottes von Schönstatt.

„Wir Schwestern machen die Erfahrung: Die Gottesmutter ließ sich inmitten dieses ausgesprochen religiösen Volkes mit seinen starken familiären Bindungen nieder. Daher gibt es hier viele junge Frauen, die sich für unsere Gemeinschaft interessieren“, betonte Schwester M. Lillian. „Wir sehen die Notwendigkeit, hier ein Haus zu errichten, damit wir sie auf dem Weg ihrer Berufung gut begleiten können.“

Am Bündnistag, dem 18. Oktober, wird die Diözese Garahuns ein großes Jugendtreffen am Schönstatt-Heiligtum für Jugendliche aus der gesamten Diözese veranstalten. An diesem Tag werden 5.000 bis 7.000 Jugendliche erwartet.

Wenige Schwestern für zahlreiche Aufgaben in Garahuns

Die größte Herausforderung besteht darin, dass es lediglich vier Schwestern sind, welche die zahlreichen Anfragen annehmen. „Dennoch haben wir in der Region eine vielversprechende Zukunft, sowohl was die Berufungen als auch die ehrenamtliche Arbeit betrifft“, sagte Schwester M. Lillian. „Ob Priester, Diakone, junge Menschen: alle wünschen sich die Anwesenheit der Schwestern. Wir sind der Gottesmutter für die vielen Wunder dankbar. Sie ist die große Missionarin!“

"Wir möchten besonders viele Menschen mit unserem Gründer, Pater Josef Kentenich, in Kontakt bringen", sagte Schwester M. Andréia Balan Nassif aus Atibaia in Brasilien (Foto: Chrobok)

„Wir möchten besonders viele Menschen mit unserem Gründer, Pater Josef Kentenich, in Kontakt bringen“, sagte Schwester M. Andréia Balan Nassif aus Atibaia in Brasilien (Foto: Chrobok)

Schwester M. Andréia Balan Nassif: „Das Heiligtum ist eine Quelle des Segens für Brasilien und die Welt“

Das Heiligtum von Atibaia empfängt jährlich Tausende Pilger aus verschiedenen Orten Brasiliens. „2025 waren es rund 164.000“, sagte Schwester M. Andréia. In der Wallfahrtssaison kämen jedes Wochenende zwischen 50 und 80 Busse mit Menschen. Am Heiligtum in der Nähe der Millionenmetropole São Paulo befindet sich das Exerzitienhaus, das Unterkünfte für Einzelpersonen und Gruppen bietet. Hier finden Treffen der Schönstattgemeinschaften, Exerzitien und Veranstaltungen für verschiedene kirchliche Zielgruppen statt.

74 Schwestern sind in der Region in vier Filialen organisiert. Ein Tag mit großer Pilgerfahrt erfordert viel Einsatz und Arbeit auf verschiedenen Ebenen. „Wir haben Schwestern, die direkt am spirituellen Teil der Pilgerfahrt beteiligt sind: Sie organisieren den Tag und leiten die Katechese und die Gebetszeiten“, sagte die Marienschwester im Gespräch mit der Moderatorin, Schwester M. Alena Engelhardt.

Jährliches Messdiener-Treffen mit 3.500 Personen

Aufgrund seiner baulichen Struktur, seiner privilegierten Lage und seiner religiösen und marianischen Atmosphäre dient das Heiligtum von Atibaia als Referenzzentrum der Region. Es finden hier verschiedene Veranstaltungen der Diözesen der Region, kirchlicher Einrichtungen und kirchlicher Bewegungen statt. „Jährlich veranstaltet unter anderem unsere Diözese ihr jährliches Treffen der Messdiener, an dem etwa 3.500 Personen teilnehmen“, sagte sie. 

Der Wallfahrtsort liegt in der Nähe der wichtigsten Autobahnen, die zum Nationalen Wallfahrtsort von Aparecida und zu den Pilgerzentren von Canção Nova führen. Dadurch planen Pilger, die aus dem Norden und Nordosten Brasiliens, aus dem mittleren Westen und aus dem Süden des Landes anreisen, ihre Reisetour so, „dass sie einen Besuch unseres Heiligtums einplanen können. Im Jahr 2024 wurden offizielle Wegweiser am Straßenrand aufgestellt. Dies trug zu einem Anstieg der Besucherzahlen bei.“

„Als Marienschwester sehe ich meine Aufgabe darin, den Menschen einen Lebensraum zu schaffen, in dem sie Gott begegnen und Maria erfahren können. Viele Menschen sagen mir am Ende einer Führung, dass die Begleitung durch eine Marienschwester ihre Erfahrung hier viel persönlicher und konkreter gemacht hat“, sagte Schwester M. Jéssica. Seit vier Jahren lebt und wirkt sie am Urheiligtum (Foto: Chrobok)

„Als Marienschwester sehe ich meine Aufgabe darin, den Menschen einen Lebensraum zu schaffen, in dem sie Gott begegnen und Maria erfahren können. Viele Menschen sagen mir am Ende einer Führung, dass die Begleitung durch eine Marienschwester ihre Erfahrung hier viel persönlicher und konkreter gemacht hat“, sagte Schwester M. Jéssica. Seit vier Jahren lebt und wirkt sie am Urheiligtum (Foto: Chrobok)

International am Urheiligtum: Schwester M. Jéssica Dombrovski & Schwester M. Antonia Stanek

Schwester M. Jéssica Dombrovski lebt und wirkt seit vier Jahren im Schatten des Urheiligtums für die portugiesischsprachigen Pilger. Sie kommen aus verschiedenen Ländern Europas.

Es gibt auch Gruppen, die direkt aus Brasilien anreisen, um den Ursprungsort der Schönstatt-Bewegung kennenzulernen. „Dabei ist mir wichtig, dass die Menschen nicht einfach einen schönen Wallfahrtsort besuchen, sondern wirklich erfahren können, was dieser Ort für ihr Leben bedeutet und wie sie hier Gott und der Gottesmutter begegnen können“, machte sie deutlich.

Manchmal dürfe sie erleben, wie überraschend die Gottesmutter Menschen führt. Einmal kam eine Frau mit einer Reisegruppe. Sie war Atheistin. Während der Führung hörte sie sehr aufmerksam zu. Am Ende sagte sie zu Schwester Jéssica, dass diese Erfahrung an diesem Gnadenort ihre Sichtweise verändert habe und sie nun wieder offener dafür sei, sich auf den Weg des Glaubens einzulassen. Das habe sie tief berührt. 

Ein anderes Mal kamen zwei Familien, die sich vorher nicht kannten, ohne Anmeldung hierher. Während des Tages kamen sie miteinander ins Gespräch und stellten fest, dass beide Familien gerade für ihre schwangeren Töchter beten. Und am Ende entdeckten sie sogar, dass sie denselben Nachnamen hatten.

550 Polen kamen im April nach Schönstatt

Am letzten Samstag im April kamen rund 550 Polen, die hier in Deutschland wohnen, nach Schönstatt, berichtete Schwester M. Antona Stanek. Sie wolle als Begleiterin der polnischsprachigen Gläubigen allen, die zu dieser Veranstaltung kommen, zeigen, dass jeder seinen Platz in Schönstatt finden kann, um Liebe, Frieden und Freude zu erfahren und weiter zu schenken. „Es war auch eine schöne Gelegenheit, um mit den Pilgern 100 Jahre unsere Schwesterfamilie zu feiern“, sagte die Marienschwester, die in der Schweiz Deutsch gelernt hat und oft unterwegs ist: Sie besucht Pfarreien der polnischen Mission, wo es Kreise der Pilgernden Gottesmutter gibt. „Ich mache dort Schulungen für Koordinatoren und Begleitpersonen. Ich spreche in Gottesdiensten über das Apostolat der Pilgernden Gottesmutter und auch im Schulunterricht“, erzählte sie in der Aula der Anbetungskirche.

Schwester M. Antonia Stanek beschreibt im Interview ihre Aufgabe: „Menschen begleiten, die das Liebesbündnis mit Maria schließen wollen, aber auch allen helfen, die eine geistliche Begleitung brauchen.“ (Foto: Chrobok)

Schwester M. Antonia Stanek beschreibt im Interview ihre Aufgabe: „Menschen begleiten, die das Liebesbündnis mit Maria schließen wollen, aber auch allen helfen, die eine geistliche Begleitung benötigen.“ (Foto: Chrobok)

Ob es auch Herausforderungen gebe, wollte Schwester M. Alena wissen. „Für mich ist die große Herausforderung die Vielfalt meiner Aufgabe“, gab Schwester M. Antonia zur Antwort. „Ich möchte immer für alle da sein, aber das ist einfach nicht möglich. Manchmal kommen spontan ungemeldete Pilger, die gerne etwas von Schönstatt erfahren und sich mit der Schwester unterhalten möchten. Und dazu kommt, dass meine Landsleute, die hier in Deutschland leben, immer viele neue Ideen haben, die ich leider nicht alle umsetzen kann.“

Sie wirkt: Erfahrungen mit dem Heiligtum in Cebu auf den Philippinen

Mit der vorletzten Schwester, Mary Hazel Vismanos, ging es für die Zuhörerinnen und Zuhörer ans andere Ende der Welt, nach Asien. Genauer gesagt auf die Philippinen. 7.641 Inseln. 100 Millionen Einwohner. 78 Prozent Katholiken.

„Unsere Aufgaben sind vielfältig: Wir sorgen für die Pilger, für den Auf- und Ausbau der Schönstatt-Bewegung nicht nur vor Ort, sondern in vielen Teilen des Landes, die meist nur mit dem Schiff oder Flugzeug erreicht werden können“, so Schwester Mary Hazel, die von den Philippinen angereist war (Foto: Chrobok)

„Unsere Aufgaben sind vielfältig: Wir sorgen für die Pilger, für den Auf- und Ausbau der Schönstatt-Bewegung nicht nur vor Ort, sondern in vielen Teilen des Landes, die meist nur mit dem Schiff oder Flugzeug erreicht werden können“, so Schwester Mary Hazel, die von den Philippinen angereist war (Foto: Chrobok)

„Die Pilgerheiligtümer dort – es gibt rund 6.000 Pilgerheiligtümer – wirken vielfach als Werkzeug der Neuevangelisierung, indem der Glaube in den Alltag der philippinischen Kultur integriert wird“, sagte Schwester Mary Hazel. Sie hatte den Mut, nach Deutschland zu kommen und den Marienschwestern beizutreten. Sie selbst wirkt im Schönstatt-Heiligtum namens „Wiege der Heiligkeit“ („Cradle of Sanctity“).

„Viele Menschen erleben das Heiligtum als Ort des Gebetes, der Begegnung, der Glaubensbildung. Hier finden Menschen ihre Berufung, sie schließen das Liebesbündnis mit Maria. Von hier werden sie als Apostel in die Welt gesandt.“

Schwester Mary Hazel sehe es als ihre besondere Aufgabe, jungen Menschen zu helfen, eine persönliche Beziehung zu Maria und Jesus aufzubauen. Besonders wichtig sei es ihr, sie zum Liebesbündnis mit der Gottesmutter zu führen und sie auf die Weihe vorzubereiten. „Gemeinsam entdecken wir, was es bedeutet, Maria ihr Leben anzuvertrauen und als ihre Apostel zu leben.“

Die Botschaft Schönstatts im ganzen Land bekannt machen

„Unser Wunsch ist es, die Botschaft Schönstatts im ganzen Land bekannt zu machen und Menschen in den verschiedenen Regionen zu erreichen, Führer auszubilden, durch die wir uns multiplizieren können“, sagte die Marienschwester und fügte ein konkretes Beispiel an: „Ein Projekt für die Zukunft ist der Bau einer Pilgerhalle bei unserem Schönstatt-Heiligtum. Sie soll den vielen Pilgern und Besuchern einen geeigneten Ort für Begegnungen und vor allem eine würdige Stätte für liturgische Feiern bieten.“

Schönstatt in Schottland: Schwester Mary-Elsbeth Owens und das Ökoprojekt

„Unser Schönstatt-Zentrum ist nur ein kleiner Teil eines rund sieben Hektar großen Geländes“, erzählte Schwester Mary-Elsbeth Owens. Es liegt in der alten vulkanischen Hügellandschaft außerhalb von Glasgow, eingebettet in eine wunderschöne Natur mit spektakulärer Aussicht. „Und da war die Idee: Wir wollen dieses schöne Gelände mehr als bisher nutzen.“ Eine „Chance“ bot dabei die Corona-Krise, die in Schottland viele Todesopfer gefordert hatte. Die Regierung unternahm damals viele Anstrengungen, um die physische und psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen zu stärken, für eine gesündere Ernährung zu werben, den Kontakt zur Natur zu stärken und vieles mehr. Davon habe auch Schönstatt profitiert.

In einem Gewächshaus züchten die Marienschwestern vorwiegend Pflanzen, die gut für die Gesundheit sind, darunter Aloe vera. Es gibt Wildnisbereiche und eine Solaranlage auf dem Gelände (Foto: Chrobok)

In einem Gewächshaus züchten die Marienschwestern vorwiegend Pflanzen, die gut für die Gesundheit sind, darunter Aloe vera. Es gibt Wildnisbereiche und eine Solaranlage auf dem Gelände (Foto: Chrobok)

Nach der ersten Phase, der Konzentration auf verschiedene Aspekte der Gesundheit des ganzen Menschen, trägt die zweite Phase den Namen „Natura Dei - die Natur Gottes“. Der Hintergrund: Für Christen ist die Natur Schöpfung Gottes; überall sehen sie seine Spuren. „Wir möchten in unserem Zentrum Menschen die Chance geben, die Schönheit der Natur zu entdecken und mit der Natur zu arbeiten – ganz ökologisch“, erklärte die Marienschwester. Für Schönstatt sei der Zusammenhang zwischen Natur und Übernatur essenziell. Pater Josef Kentenich betonte den Grundsatz des heiligen Thomas von Aquin: Gnade baue auf die Natur auf. Um das Heiligtum herum will die Gottesmutter Menschen helfen, ihr Menschsein ganzheitlich zu entfalten.

Phase drei wird in Form des umgestalteten St.-Josephs-Hauses am 17. Oktober eröffnet. „Thrive Lab“ heiße dieser neue und lebendige Raum – das Jubiläumsgeschenk der Marienschwestern zum Bündnistag. Es solle ein Labor sein – ein Ort, wo es Menschen gut geht und sie lernen, wie sie gut für sich sorgen können. Hier können Menschen vorbeikommen, Kaffee trinken, sich erholen und für ihr Leben lernen.

In diesem Haus steht ein großer Bildschirm, auf dem Programme zu spirituellen Themen und zu Themen der Gesundheit laufen. „Die Menschen sollen besser verstehen, was wir benötigen, um unser menschliches Potenzial auf allen Ebenen zu entfalten und zu wachsen. Das ist Schönstatt: Es werde der neue Mensch!“


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