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100 Jahre Marienschwestern: Als Gesichter der Hoffnung im 21. Jahrhundert strahlen
Auf ins nächste Jahrhundert: Die Freude und Dankbarkeit bei der Festmesse und dem Festakt am Samstag, 3. Oktober, waren in der Pilgerkirche spürbar. Auf das Pontifikalamt mit Kardinal Kurt Koch aus Rom folgten Grußworte, Zeugnisse und das Fest der Begegnung am Nachmittag (Foto: Chrobok)
Mch. "Wir haben Grund zur Dankbarkeit für all das, was die Marienschwestern in den vergangenen hundert Jahren mit ihrem Leben bezeugt und gewirkt haben", sagte Kardinal Kurt Koch. Damit hat der Gast aus Rom den Samstag in der Pilgerkirche eröffnet. Das Programm am Samstag war vielfältig: An den Festakt mit Festansprachen und Grußworten schloss sich das Fest der Begegnung auf Berg Schönstatt rund um das Mutterhaus der Marienschwestern an.
Unzählige Priester waren es, die mit dem Hauptzelebranten, Kardinal Kurt Koch, am Samstagmorgen in die Pilgerkirche einzogen. Die Begeisterung und Motivation, mit den Marienschwestern zu feiern, waren so groß, dass die Menschen sogar vor der Pilgerkirche Platz genommen und die Festmesse mitverfolgt haben.
Aus 42 Nationen und 29 Ländern kommen sie – die Schönstätter Marienschwestern. Maria in der heutigen Zeit abzubilden und wie die Gottesmutter Jesus Christus zu den Menschen zu bringen, ist ihre Berufung und Sendung (Foto: Chrobok)
„Pater Kentenich hat die Zeichen seiner damaligen Zeit wahrgenommen, dass es den Menschen immer schwerer fällt, den Weg zu Gott zu finden und in der Begegnung mit Gott ihr Leben zu gestalten“, sagte der Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen. „Deshalb war er überzeugt, dass es die Aufgabe der Christen ist, Christus zu den Menschen zu bringen und sie in seine Berührung hineinzuführen. Er hat dabei diese Aufgabe in Maria im heutigen Evangelium vorgebildet gesehen und diese Sendung in besonderer Weise den Marienschwestern anvertraut und wohl auch deshalb ihnen diesen Namen gegeben“, schloss der Kardinal mit Blick auf die Marienschwestern an.
Achim Schwickert: „Schönstatt gibt eine Haltung: Nimm die Wirklichkeit ernst“
In der voll besetzten Pilgerkirche in Schönstatt wurde in der Festmesse das geistliche Fundament gelegt. Daran schlossen sich eine Reihe von Grußworten an. Den Anfang machte der rheinland-pfälzische Innenminister Achim Schwickert: „Wir feiern Menschen, die sich entschieden haben für ein Leben mit Gott, ein Leben in Gemeinschaft, ein Leben im Dienst an anderen Menschen.“ Das Vertrauen an Maria tragen die Marienschwestern seit ihrer Gründung. Es sei eine Haltung, so der Staatsminister, die Freiheit schenke, den Weg mit Gott zu gehen.
1.800 Marienschwestern aus 42 Nationen wirken in 29 Ländern. „Wie kann ein Mensch seinen Glauben so leben, dass er ihn im Alltag trägt?“, fragt Schwickert. Genau darin liege für ihn eine der großen Stärken Schönstatts: „Glaube ist hier keine Sache, die nur am Sonntag stattfindet. Glaube gehört hier mitten ins Leben: in die Familie, in die Arbeit, in Beziehungen, in Verantwortungen und in die Entscheidungen des Alltags.“
Sein christlicher Glaube trage ihn auch durch sein Leben, bekennt er, wenn Schwickert sagt: „Er gibt mir Orientierung – gerade dann, wenn Entscheidungen schwierig sind und wenn auch einmal Verantwortung gefragt ist.“
Pater Zenon Haas SAC, Generalrektor der Pallottiner, war aus Rom angereist, um mit den Marienschwestern zu feiern (Foto: Compagni)
Pater Zenon Hanas SAC: „Uns verbinden gemeinsame geistliche Wurzeln“
„Als Generalrektor der Pallottiner begegne ich während der Visitationen unserer pallottinischen Gemeinschaften den Schönstätter Schwestern auf allen Kontinenten. Uns verbinden gemeinsame geistliche Wurzeln“, sagte Pater Zenon Hanas SAC, der wie Kardinal Koch aus Rom angereist ist. Deshalb seien die apostolischen Werke oft in großer Nähe zueinander gewachsen. Man könne die Geschichte der Pallottiner in Deutschland, der Schweiz, den USA oder in Brasilien gar nicht richtig verstehen, ohne aus beiden Quellen gleichzeitig zu schöpfen.
Die Einheit um Jesus Christus stärken
„Ihre herzliche Einladung zum Jubiläum war mir ein Ansporn, mich intensiv mit den Materialien zu diesem Jubiläum zu beschäftigen. Das große Thema dabei ist das Licht, das Hoffnung schenkt. Ich habe mir mit großer Freude Ihre Videoserie 'Gesichter der Hoffnung' angeschaut. Und wissen Sie, was das Schönste ist? Dass ich heute genau in diese Gesichter schauen darf!“, sagte Pater Hanas SAC an die Schwestern gewandt. „Unser heiliger Gründer, Vinzenz Pallotti, wiederholte in seinen Schriften wie einen Kehrreim den Wunsch: 'Im Zusammenwirken mit allen Menschen den Glauben wieder zu beleben, die Liebe abermals zu entzünden und die Einheit um Jesus Christus zu stärken.' Diese Worte von Pallotti kamen mir in den Sinn, als ich mir Ihre Zeugnisse ansah.“
Pater Alexandre Awi Mello ISch wandte sich ebenso mit einem Grußwort an die Marienschwestern. Der Vorsitzende des Generalpräsidiums begleite die kommende Zeit der Schwestern im Gebet (Foto: Schwester M. Florence Harder)
Pater Alexandre Awi Mello ISch: „Was wäre Schönstatt ohne die Marienschwestern?“
„Wenn eine Gemeinschaft auf ein ganzes Jahrhundert ihres Bestehens und Wirkens zurückblicken darf, ist das bestimmt ein Moment großer Dankbarkeit und gemeinsamen Staunens über die Wege Gottes“, schloss sich Pater Alexandre Awi Mello ISch, Vorsitzender des Generalpräsidiums der internationalen Schönstatt-Bewegung, an. Überall dort, wo die Marienschwestern wirkten, werde etwas „von der mütterlichen Nähe und der feinfühligen Liebe Mariens erfahrbar“.
Das Versprechen, das Pater Alexandre den Marienschwestern zu Beginn des Jahres gegeben hatte – die Schönstatt-Patres würden im Jubiläumsjahr besonders für die Marienschwestern beten –, erneuerte er: „Zum Gedenken stehen Bilderrahmen mit diesem Gebetsanliegen das ganze Jubiläumsjahr über sowohl im Urheiligtum als auch in unserem Sionsheiligtum.“
Pater Alexandre Awi Mello ISch betonte die vielfältige Präsenz der Marienschwestern – von den Heiligtümern und Niederlassungen bis zum Gebet und zum sozialen und apostolischen Einsatz. Zugleich betonte er die enge Verbundenheit der beiden Gemeinschaften und dankte für die gemeinsame Geschichte und Zusammenarbeit.
Dankbarkeit und Freude waren spürbar
In allen Grußworten und der Präsenz der Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft war große Dankbarkeit deutlich. Der Einsatz in allen gesellschaftlichen Bereichen ist nur möglich durch das Leben im Liebesbündnis der Schwestern mit Maria. Maria ist die eigentliche Generaloberin des Instituts und nur sie kann mit ihrem Beispiel und ihrer Fürsprache den Weg in die Zukunft weisen.
