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Gelungene Premiere: Die Kentenich-Tage auf Berg Schönstatt
Während der Kentenich-Tage vom 13. bis 15. September bestand die Möglichkeit zur gestalteten Anbetung in der Anbetungskirche. Zwischen Liedern und Zeugnissen wurden auch Bitten um die Fürsprache Pater Josef Kentenichs genannt (Foto: Schwester Francine-Marie Cooper)
Mch. Rund um den Todestag Pater Josef Kentenich (1885–1968), 15. September, fanden zum ersten Mal die Kentenich-Tage statt. Eröffnet wurden sie am Sonntagabend mit einer Soiree spirituelle im Pater-Kentenich-Haus. Am Montag, 14. September, bestand die Möglichkeit zu einer Gebetszeit, gestaltet von Liedern und Zeugnissen, in der Anbetungskirche. Am Dienstag, dem Todestag Pater Josef Kentenichs, hat Pater Arkadiusz Sosna ISch die Heilige Messe in der Anbetungskirche gefeiert.
Mit ihrem Lebenszeugnis und ihre Suche nach Gott füllte Frau F. die Soiree spirituelle am Freitagabend. In ihrem Leben wurde ihr immer mehr deutlich: Gott, der immer treu sei, habe Gefallen an ihr und an ihrem Leben (Foto: Schwester Francine-Marie Cooper)
Persönliches Zeugnis über die Suche nach Gott
Am Freitagabend stand die persönliche Hoffnungsgeschichte von Frau F. im Mittelpunkt. Sie nahm die Anwesenden im Pater-Kentenich-Haus mit auf ihren wechselvollen Lebensweg, auf dem sie Gottes Handeln spürbar erleben durfte. Im Krieg geboren, waren die Kindheit und Jugendzeit von Armut geprägt. Sie hatte ein Selbstwertgefühl, das sich nur von der Leistung her definierte. In einem langen Prozess lernte sie, dass Gott Gefallen an ihr hat, und kann heute sagen: „Unser himmlischer Vater ist treu, ihm ist nichts unmöglich. Ich bin mit ihm in Frieden, auch heute als Witwe.“
Im Pater-Kentenich-Haus hingen die Anwesenden an den Lippen von Frau F.. Jürgen Reitershan hat die Soiree musikalisch auf dem Klavier gestaltet (Foto: Schwester Francine-Marie Cooper)
Wie sehr die gewonnene Erkenntnis von Frau F. die Grundhaltung im Leben von Pater Josef Kentenich war, kam durch die ergänzenden Texte von ihm deutlich zum Ausdruck, die durch Schwester M. Anrika Dold vorgetragen wurden. „Gott liebt und sucht den Menschen, weil er sein Geschöpf, ein Werk seiner Hände, ist, weil er ein Ebenbild seiner Schönheit, weil er ein Kind seiner Liebe und Miterbe seiner Herrlichkeit ist.“ Die Ausführungen wurden mehrmals durch die einfühlsam gespielten Klavierimprovisationen von Jürgen Reitershan begleitet und luden zum Nachklingen ein. Texte und Musik schufen stille Momente, in denen die Zuhörer die Möglichkeit hatten, eigene Hoffnungsgeschichten in den Blick zu nehmen. So äußerte eine Teilnehmerin nach der Veranstaltung, für sie sei das Zeugnis eine große Ermutigung für das eigene Leben gewesen.
Gern nahmen zahlreiche Besucher die Einladung ins Café Kentenich im Missionshaus an, wo noch länger in einer familiären Atmosphäre über die besinnliche und anregende Zeit im Pater-Kentenich-Haus geplaudert wurde.
In der ehemaligen Sakristei der Anbetungskirche ist Pater Josef Kentenich am 15. September 1968 gestorben. Viele Gläubige erinnerten sich während der Kentenich-Tage an ihn und besuchten sein geschmücktes Grab (Foto: Francine-Marie Cooper)
Erinnerungen an die letzten Lebensstunden Pater Josef Kentenichs
Am Montag, 14. September 2026, trafen sich um 19.30 Uhr die Schönstattfamilie und viele, die gekommen waren, in der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt, um sich miteinander an die letzten Lebensstunden von Pater Kentenich zu erinnern. Die Texte beschrieben jene Stunde am Morgen des 15. September 1968, in der der Ruf an Pater Kentenich erging: „Komm heim!“
Nach mehr als 50 Jahren kommt es heute auf sehr unterschiedliche Weise zu „Begegnungen“ mit Pater Josef Kentenich. Aus den Gebetserhörungen, die im Sekretariat Pater Kentenich eingegangen sind, verdeutlichten zwei Berichte, wie er heute zum ständigen Begleiter und wirksamen Helfer für den Alltag geworden ist. Durch diese persönlichen Zeugnisse entstand eine dichte Atmosphäre und prägte die anschließende durch Lieder und Gebete gestaltete eucharistische Anbetung. In den Fürbitten wurden die Sorgen und Anliegen vieler Menschen vorgetragen und der Fürsprache Pater Josef Kentenichs anvertraut. Nach dem eucharistischen Segen blieben noch viele Beter zur stillen Anbetung.
Vor dem ausgesetzten Allerheiligsten gab es am Montagabend eine Gebetszeit, umrahmt von Liedern, Zeugnissen und Bitten um die Fürsprache des Schönstatt-Gründers (Foto: Francine-Marie Cooper)
Das Liebesbündnis ist die Antwort auf die Sehnsucht nach Bindung
Am 15. September 2026 war morgens zur Todesstunde von Pater Kentenich eine mit festlicher Orgelmusik und Gemeindegesang gestaltete heilige Messe in der bis auf den letzten Platz gefüllten Anbetungskirche. Es war beeindruckend und machte das Besondere dieser Stunde aus, als zu Beginn die mehr als 20 Priester in Stille einzogen und noch eine ganze Zeit schweigend am Altar standen. Erst um 7.07 Uhr, dem Zeitpunkt des Heimgangs, setzte die Orgel ein und alle stimmten in das Eingangslied ein.
Pater Arkadiusz Sosna ISch erinnerte als Hauptzelebrant zur Einstimmung an die Bedeutung des Tages und an diese Stunde. In seiner Predigt führte er diese Gedanken weiter aus und zeigte Maria, die unter dem Kreuz aushält, und Pater Kentenich am Tag der Vollendung seines Lebens. Pater Arkadiusz betonte, dass es nicht darum gehe, „das Gestrige bloß zu bewahren, sondern zu fragen, wie das Charisma von damals zur erlösenden Antwort auf die Fragen von morgen werden kann“. Dabei sei das Liebesbündnis die Antwort auf die Sehnsucht nach Bindung. In seinem dritten Punkt nannte er das 100-Jahr-Jubiläum der Schönstätter Marienschwestern, die in ihrer Geschichte die Erfahrung machen durften: Maria hat geführt. Sie ist und bleibt das Licht der Hoffnung.
Wie schon am Vorabend wurden in den Fürbitten nochmals für zahlreiche Anliegen gebetet, die im Vorfeld im Sekretariat eingegangen sind. Die Atmosphäre während des Gottesdienstes war von einem gewissen Ernst geprägt und doch standen die Dankbarkeit für das Wirken der Gottesmutter und das Zeugnis des Gründers im Vordergrund. Er wusste, was es bedeutet, dem Wind zu trauen und im heftigen Sturm noch zu glauben und zu vertrauen.
Vor dem Schlusssegen lud Pater Arkadiusz Sosna alle Gläubigen ins Café Kentenich ein. Dort war zur offiziellen Wiedereröffnung in einem sehr liebevoll gestalteten Ambiente ein wunderschönes und reichhaltiges Frühstücksbuffet gerichtet.
Das wiedereröffnete Café Kentenich hat Bewegungsleiter Pater Felix Geyer ISch eingesegnet. In den Räumlichkeiten, die Pater Josef Kentenich vor 60 Jahren selbst noch gesegnet hatte, kamen mehr als 80 Personen am Dienstag, 15. September, zum Frühstück zusammen (Foto: Francine-Marie Cooper)
Mehr als 80 Personen aus allen Gliederungen der Schönstattfamilie nahmen gern das Angebot an und wurden von den Initiatorinnen herzlich begrüßt. Nach einer längeren Odyssee ist das „Cafe Kentenich“ in den Räumlichkeiten angekommen, die Pater Kentenich selbst vor 60 Jahren gesegnet und in denen er unter anderem seinen 81. Geburtstag gefeiert hat. „Im Zeitalter von KI“, so Andrea Wehner, „ist das Echte, das reale Gegenüber wertvoller denn je.“ Pater Felix Geyer ISch nahm mit Texten aus dem offiziellen kirchlichen Ritus die Segnung der Räume vor und brachte seine Freude über diesen Neustart zum Ausdruck. Nachdem noch mit einem Glas Sekt angestoßen wurde, konnten sich alle am Buffet bedienen. Bei den Gesprächen an den Tischen waren echte Freude und Begeisterung spürbar.
Nach dem positiven Echo und dem guten Verlauf dieser Veranstaltungen tut sich die Frage auf: Könnten die Kentenich-Tage im Terminkalender der Schönstattfamilie in Zukunft einen festen Platz bekommen?
