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Am Fest Mariä Namen: Pilgerkreistreffen auf dem Marienberg
Rund 50 Männer und Frauen der verschiedenen Pilgerkreise im Erzbistum Bamberg waren im Schönstatt-Zentrum auf dem Marienberg versammelt. Am 12. September, dem Fest Mariä Namen, konnten viele Personen das erste Mal dabei sein und sich mutmachende Impulse holen (Foto: Harald Jobst)
Renate Siebenkäs. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilgerkreistreffens im Erzbistum Bamberg werden einmal jährlich zu einem Pilgerkreistreffen auf den Marienberg eingeladen. 2026 fiel das Treffen auf den 12. September, das Fest Mariä Namen. Die Pilgernde Gottesmutter besucht monatlich rund 550 Familien oder Alleinstehende. Rund 50 Männer und Frauen kamen auf dem Marienberg zusammen.
Auf die Frage „Woher kommen Sie denn?“ lautete die Antwort am Samstag auf dem Marienberg: aus Zirndorf, Hallstadt, Bamberg, Eckental, Weißenohe, Seinsheim, Frensdorf, Melkendorf, Roßdach, Königsfeld und vielen anderen Ortschaften, verteilt über das gesamte Erzbistum Bamberg.
Ein Überraschungsgeschenk mit Geschichte
In der Hauskapelle fand anschließend die Eucharistiefeier mit Neuaussendung der Pilgerbilder statt. Bei seiner Begrüßung skizzierte Schönstatt-Priester Andreas Hornung kurz die Entstehungsgeschichte der Pilgerkreise. 2025 konnte die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter auf 75 Jahre zurückblicken. Das wurde in Brasilien genau vor einem Jahr gefeiert. João Luiz Pozzobon (1904–1985) war ein brasilianischer Diakon und Initiator der Kampagne „Pilgernde Gottesmutter von Schönstatt“.
In den geschmückten Pilgerbildern offenbart sich die Liebe der Menschen zu Maria und ihrem Kind (Foto: Harald Jobst)
Andreas Hornung hielt in seinen Händen das Überraschungsgeschenk aus Brasilien hoch, das alle Heiligtümer weltweit im Jubiläumsjahr erhielten. In diesem kleinen Pilgerbild ist ein Fragment des Holzes der ursprünglichen „Peregrina Original“, dem Originalbild von Pozzobon, eingelassen, das João Luiz Pozzobon in 35 Jahren 140.000 km zu unzählig vielen Menschen getragen hat. Mit diesem Geschenk und der Pilgernden Mutter sind die Gläubigen in einem weltweiten, unsichtbaren Netzwerk verbunden.
Der Name Mariens lebt davon, dass er ausgesprochen wird
Pfarrer Andreas Hornung begann seine Predigt sehr originell. Er hielt seinen Personalausweis in den Händen und meinte: „Auf dem Ausweis sind viele Daten von mir zu finden: der Geburtsort, die Augenfarbe, die Größe und das Ausstellungsdatum. Was ist nicht alles von uns im Internet gespeichert und verschwindet auch wieder.“ Dann nahm er Bezug auf Maria. „Und Maria? Sie hatte keine elektronische Karte. Sie ist bis heute nicht verschwunden in einem Datennetz oder lebt elektronisch als Erinnerung weiter.“ Das alles brauche Maria nicht, fuhr er fort. Ihr Name lebe davon, „dass ich ihn ausspreche, über ihren Namen mit ihr in Beziehung trete und dass ein Austausch im Herzen stattfindet.“
Das Pilgerbild der Dreimal Wunderbaren Mutter, mit Rosen geschmückt, wandert von Haus zu Haus. Monatlich „besucht“ das Gnadenbild so rund 550 Familien und Alleinstehende (Foto: Harald Jobst)
Darum gehen wir nicht mit einem Ausweis innerhalb des Pilgerkreises herum, sondern mit ihrem Bild. Wenn das Pilgerbild zu uns kommt, lassen wir die Muttergottes bei uns wohnen und schauen sie immer wieder an. Maria, deren Namen im Evangelium eine Eigenschaft hinzugefügt wird: „Voll der Gnade – Maria ist also die Gnadenvolle!“
Und Pfarrer Hornung fuhr fort: „Wie zeigt sich das für uns? Maria wendet die Gaben ihres Herzens an. Als Erstes zeigt sie Verbundenheit. Maria ist eine Frau, die sich einfühlt, die mitgeht und vor allem auch Krisenmanagerin ist.“ Zum Schluss der Predigt meinte der Schönstatt-Priester: „Die vielen Bilder, Darstellungen und Namen der Muttergottes, sind enthalten in dem einen Bild, das mit uns geht, das wir mittragen und auch wieder empfangen. Maria sieht uns im Pilgerbild an. Das Schönstattgnadenbild ist für uns Tür und Fenster zugleich, durch das wir tiefes Vertrauen erhalten.“
„Sei sicher, du bist nie allein“
Am Ende des Gottesdienstes wurden die Pilgerbilder gesegnet und neu ausgesendet mit den Gedanken: „Das Herz unserer Mutter Maria bewegt die Welt, bewegt die Menschen und schlägt für dich. Sei sicher, du bist nie allein.“
Ein kurzer Pilgerweg führte ins Heiligtum zur Muttergottes, um den Nachmittag abzuschließen. Das Motto der Pilgerkreise „Einen Augenblick Zeit für Gott und füreinander“ zeigt, worauf es ankommt. Eine Pilgerin erzählte: „Es tut mir so gut, wenn im Pilgerbild Maria mit Jesus zu mir kommt. Wenn mir in meiner Not die Worte fehlen, genügt es, Blickkontakt zur Muttergottes zu suchen. Das bewegt mein Innerstes, beruhigt mich und hilft mir, besser mit den Sorgen umzugehen.“ Auch dem Heiligen Josef, dem Schutzpatron der Pilgerkreise, wurde gedankt und um Schutz auf allen Wegen wurde gebeten.
Die Eucharistiefeier bildete den Mittelpunkt des Pilgertreffens auf dem Marienberg am 12. September (Foto: Harald Jobst)
„Wie gut, dass Gott auch ohne Ausweis Maria, das demütigste aller Geschöpfe, zur Muttergottes auserwählt hat! Als Miterlöserin hat sie den Sohn Gottes, Jesus Christus, geboren. Und im Projekt Pilgerheiligtum kommt sie zu uns ins Haus und bringt ihre Gnaden mit, teilt Segen aus! Das wünsche ich Ihnen.“
Viele Gäste waren das erste Mal beim Pilgertreffen dabei
Weil das Treffen an einem Samstag stattfand, waren viele Gäste das erste Mal dabei und auch auf dem Marienberg. Eine Teilnehmerin sagte: „Es war ein wunderschöner Festtag und ein familiäres Treffen. Es hat mich überrascht und gleichzeitig sehr gefreut, dass so viele gekommen waren.“
Weitere Informationen gibt es unter www.pilgerheiligtum.de. Das seit 1996 bestehende Schönstatt-Zentrum Marienberg ist ein kirchliches Bildungs- und Begegnungszentrum mit vielfältigen kulturellen und spirituellen Angeboten. Die Kapelle hat sich zu einem beliebten Marienwallfahrtsort entwickelt, der nun auch auf dem Fränkischen Marienweg liegt. Mit seinem Panoramablick und der ausgeprägten Willkommenskultur ist dieser Ort längst zum Geheimtipp in unserer Region geworden.
