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Höhepunkt Seepredigt: Traditioneller Reinischtreff der SMJ in Kirchmöser
24 Männer, ehemalige und aktive Jungmänner der SMJ, sind in der Nacht vom 20. auf den 21. August zum traditionellen Reinischtreff zusammengekommen. Höhepunkte der Nacht waren die Seepredigt von Pater Felix Geyer ISch und die Feier der heiligen Messe (Foto: SMJ Regio Wegweiser)
Kilian Schlosser. Zum traditionellen Reinischtreff haben sich in der Nacht vom 20. auf den 21. August 24 ehemalige und aktive Jungmänner der SMJ Regio Wegweiser getroffen. An der Vigel auf dem Festland und dem Reinischtreff auf der Insel Kiehnwerder bei Kirchmöser unweit des ehemaligen Zuchthauses Brandenburg-Görden, nahm auch Bewegungsleiter Pater Felix Geyer ISch teil.
Spiritueller Mittelpunkt war die Vigil in der Nacht vom 20. auf den 21. August in Kirchmöser. Von 21 Uhr bis Mitternacht fand eine eucharistische Anbetung statt. In „Statios“ zu jeder vollen Stunde hörten die Männer Impulse aus den Lebensstationen von Pater Franz Reinisch. Die Zeit dazwischen diente dem persönlichen Gebet und bot die Möglichkeit zur Beichte und zu Gesprächen.
Die 24 Männer gedachten während des Ganges auf den Mühlberg des Schönstatt-Priesters Ludwig Wulf. Er hatte sich während seines Lebens um das Andenken Pater Franz Reinschs verdient gemacht (Foto: SMJ Regio Wegweiser)
Um Mitternacht folgte der Gang auf den Mühlberg mit Rosenkranzgebet, in Gedenken an den Schönstatt-Priester Ludwig Wulf. Er fühlte sich dem Erbe Pater Franz Reinischs verpflichtet und zog in seinem Ruhestand nicht in seine Heimat, das Sauerland, zurück, sondern blieb bis zu seinem Tod 1977 in Kirchmöser. Gemeinsam mit Pfarrer Heinrich Aust (1926–2023), ebenfalls Schönstattpriester, rief er 1962 die Tradition der Reinischvigil ins Leben.
Nach einem stärkenden Nachtmahl fand um 2 Uhr eine Gruppenstunde statt. Als Hinleitung diente Kentenichs Unterscheidung zwischen dem „Zeitgeist“ und dem „Geist der Zeit“. Im offenen Austausch wurde diskutiert, wie sich beides im Alltag unterscheiden lässt und ob man sich angesichts bedrohlicher Umstände aus der Welt zurückziehen oder sich aktiv in sie einbringen sollte.
Höhepunkt des Reinisch-Treffs: die Seepredigt von Pater Felix Geyer ISch
Um 3 Uhr folgte der Höhepunkt: die Seepredigt. Diese Tradition stammt aus der DDR-Zeit, als der nächtliche See jungen Gruppenleitern einen abhörsicheren Raum bot. Pater Felix Geyer ISch, Bewegungsleiter der Schönstatt-Bewegung, sprach über die Entwicklung eines starken Gewissens. Am zentralen Bild des „Seelensees“ – einem notwendigen inneren Rückzugsort – und am Vorbild Pater Franz Reinischs verdeutlichte er, dass ein reifes Gewissen durch Ringen geformt wird und wahre Fruchtbarkeit kurzfristigen Erfolg weit übertrifft.
Den Abschluss bildete ein Gottesdienst um 4.30 Uhr, zelebriert von Pater Hans-Martin Samietz ISch und Pater Felix Geyer ISch. Die Sterbestunde Pater Franz Reinischs war so in die Eucharistiefeier eingebunden. Im Morgengrauen kehrten die Teilnehmer schließlich ins Insellager zurück.
