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Sommerferientagung 2026 mit Tiefgang auf der Liebfrauenhöhe
Insgesamt elf Familien konnten sich auf der Sommerferientagung im Schönstatt-Zentrum auf der Liebfrauenhöhe neu ausrichten. Während sich die Kinder austoben konnten, gab es für die Ehepaare ausreichend Zeit, neue Impulse aufzunehmen und sich neu zu fokussieren (Foto: Familienfreizeit)
Mirjam Bosch. „Als Familie auf hoher See – dem Wind trauen, im Sturm glauben“ – unter diesem Motto machten sich elf Familien zusammen auf, um gemeinsam eine Woche voller Begegnung, Spaß und Tiefgang zu erleben. Die „FamilienFERIENtagung“ fand vom 15. bis 21. August 2026 auf der Liebfrauenhöhe statt (Bistum Rottenburg-Stuttgart) und wurde von den Familien Gerner und Kutscher, Schwester M. Vernita Weiß und Pater Thomas Flur organisiert.
Eine Verschnaufpause vom Alltag – darauf freuten sich die Familien. Aber nicht nur darauf. Sich wieder Zeit füreinander zu nehmen, als Paar und als Familie, und sich neu auf das Wesentliche auszurichten. Etwas, das im Alltagsstress gerne mal hinten angestellt wird. Hierfür gab es auf der Tagung Zeit und Raum.
Input für die Ehepaare mit viel Zeit füreinander
Die einzelnen Tage hatten eine ähnliche Struktur. Nach dem Frühstück folgte das Morgenlob, an dem alle Teilnehmer gemeinsam zusammenkamen. Es wurde gesungen und anhand eines lustigen Anspiels das Wochenthema erarbeitet. Beides sorgte für Heiterkeit und Tiefgang. Zentrale Fragen waren: „Was gibt uns Halt, wenn stürmische Zeiten in unser Familienleben kommen?“, „Was gibt uns Orientierung, wenn das Schiff zu kippen droht?“ oder „Wer ist uns in unserem Familienleben Anker, Kompass, Leuchtturm?“ Diese Bilder halfen, sich dem Thema zu nähern.
Danach ging es für die Kinder in die Kinderbetreuung, während die Erwachsenen parallel spannende Vorträge mit anschließender Ehezeit hatten. Vor dem gemeinsamen Mittagessen bestand für die Ehepaare die Möglichkeit, an einer Messe im Kapellchen teilzunehmen. Es war schön zu sehen, wie die Kinder glücklich und voller Stolz mit neu Gebasteltem aus der Betreuung kamen oder ihren Eltern von ihren Erlebnissen des Morgens erzählten. Das Angebot war vielfältig und reichte vom Besuch des Bauernhofs über Spielangebote hin zum Nähen mit der Nähmaschine und sorgte für Begeisterung. Der unermüdliche Einsatz der Kinderbetreuer während der gesamten Woche wurde von den Eltern immer wieder gelobt. Sie waren dankbar dafür, wie individuell auf die Belange ihrer Kinder eingegangen wurde.
In der Ehezeit konnten die Ehepaare die gehörten Impulse umsetzen und Fragen über ihre Ehe auf den Grund gehen. Fragen nach Orientierung und Halt waren dabei zentral – auch für die gesamte Familie (Foto: Familienfreizeit)
Unverplante Familienzeit
An den Nachmittagen kam der Familienspaß nicht zu kurz. So gab es etwa eine organisierte Wasserrallye, die traditionellen Eltern-Kind-Fußballspiele und einen Ausflug nach Tübingen zum Stocherkahnfahren bei bestem Wetter. Auch ein Bastelangebot für die ganze Familie war eine willkommene Abwechslung. Jeder Nachmittag hatte aber auch noch viel freie, unverplante Zeit, was viele Familien schätzten. Die Kinder wuchsen im Freispiel zu einer tollen Gruppe zusammen, die Großen integrierten auch immer wieder toll die Kleineren. Für die Erwachsenen entstanden gute Gespräche, in denen man sich oft auch über die Inhalte der Vormittagsimpulse austauschte.
Im Schönstatt-Heiligtum auf der Liebfrauenhöhe gab es während der Ehezeit für die Eltern eine abwechslungsreiche Kinderbetreuung. Wichtig war den Beteiligten dabei der Tiefgang. (Foto: Familienfreizeit)
Lebenszeugnis und konkrete Tipps für eine gelingende Ehe
Viele bewegte unter anderem die Geschichte des Ehepaars Anja und Heinz Haag, das an einem Vormittag zu Gast war. Sie berichteten von Heinz Haags schwerem Unfall, der das ganze Leben der Familie auf einen Schlag radikal veränderte. Tief beeindruckend war, wie das Ehepaar durch seine tiefe Verwurzelung im Glauben immer wieder neue Kraft fand und auch Heilung erfuhr, die von den Ärzten als nahezu unmöglich eingestuft wurde.
Spannend war es auch, sich mit anderen Paaren darüber auszutauschen, was sie für Ressourcen und Visionen in ihrer Ehe sahen. Denn morgens hatte man in den Vorträgen gehört, wie wichtig es für das Bestehen der Ehe sei, Verbindendes zu haben: „Es muss nicht viel sein, aber es muss stark sein und zusammenhalten“, so Schwester Vernita Weiß in einem Vortrag. Seinen Partner immer wieder neu verstehen zu wollen, sei ebenfalls essenziell für ein gutes Miteinander, wie das Ehepaar Gerner in einem anderen Vortrag herausarbeitete.
Kinderabendgebete und Logbuchtime für die Ehepaare
Auch die Abende blieben in sehr guter Erinnerung. Nach dem Abendessen gab es ein gemeinsames Abendgebet für alle im Kapellchen, worauf besonders die Kinder sich schon freuten. Der Blick wurde darauf gelegt, wofür sie heute dankbar sind. Später am Abend kamen die Paare nochmals zusammen, um für sich selbst und als Paar zur Ruhe zu kommen und den Tag zu reflektieren. Wer wollte, konnte in geselliger Runde mit einem Kaltgetränk den Abend zusammen ausklingen lassen.
Während der Ehezeit hatten die Kinder ausreichend Möglichkeiten, einander kennenzulernen und zum Beispiel beim Fußball gegeneinander anzutreten (Foto: Familienfreizeit)
Nichts ohne dich – nichts ohne uns
Diese vielen kleinen Momente am Tag für echten Austausch schweißten die Paare sichtbar neu zusammen. Ganz besonders stärkte die Ehebund-Erneuerung mit anschließender Party am vorletzten Abend die Ehe aufs Neue. Der bunte Abend am letzten Abend war ebenfalls ein Höhepunkt. In gelöster Stimmung gab es lustige Gruppenspiele, es wurde viel gelacht und viele wären auch am nächsten Tag gerne noch länger auf der Liebfrauenhöhe geblieben. Aber dann hieß es packen und auf Wiedersehen sagen, im Koffer mit dabei viele schöne Momente und neue Impulse. Was in der Woche immer wieder durchkam:
- Auf hoher See den Blick auf Jesus und Maria zu halten, ist, worum es geht.
- Der gewachsene Glaube ist es, der uns Halt geben kann.
- Es geht um eine Mischung aus selbst rudern und das Segel aufzuspannen und sich vom Wind treiben zu lassen. Dem eigenen Tun einerseits, aber auch darum, Gott Spielraum zu lassen. „Mitwirken“ – nichts ohne dich, nichts ohne uns.
