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Erste internationale Jugendwallfahrt zum Urheiligtum in Schönstatt
Zur ersten internationalen Jugendwallfahrt am Urheiligtum in Schönstatt, Vallendar, kamen viele Jugendliche aus aller Welt. Am 15. August gab es interaktive Katechesen, Begegnung, eine Lichterprozession und eine Nachtvigil (Foto: Victoria Ahamuda)
Mit „Habt Mut, ich habe die Welt besiegt“ (Joh 16,33) ist die erste internationale Jugendwallfahrt überschrieben. Am Samstag, 15. August, haben mehr als hundert Jugendliche aus aller Welt rund um das Urheiligtum in Schönstatt ihren Glauben gefeiert. Victoria Ahumada vom Leitungsteam schildert ihre Eindrücke von dieser ersten Wallfahrt der Jugend:
Der Tag begann mit einer Katechese von Rafael D’Aqui, dem Geschäftsführer und Verantwortlichen der Youcat-Foundation. Ausgehend von der Heiligen Schrift sprach er über den Ruf, mutig zu sein, und darüber, was es heute bedeutet, Jesus Christus nachzufolgen. Seine Impulse ermutigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich den Herausforderungen der heutigen Welt mit Vertrauen und einem festen Glauben zu stellen.
Über ihre Ehe und ihre Berufung haben die Missionare Joanna und Levi gesprochen. Während er als Missionar für die Youcat-Foundation arbeitet, kümmert sie sich um die gemeinsame Tochter (Foto: Victoria Ahumada)
Berufung ist ganz individuell und unterschiedlich
Anschließend gaben drei beeindruckende Zeugnisse Einblick in ganz unterschiedliche Berufungen: María Luisa, Kandidatin der Schönstätter Marienschwestern, Pater Felix Geyer, Bewegungsleiter der Schönstatt-Bewegung in Deutschland, sowie Levi und Joanna, ein Ehepaar. In ihren persönlichen Geschichten erzählten sie, wie Gott sie gerufen hat, ihren jeweiligen Lebensweg mutig und treu zu gehen. So wurde deutlich: Berufung kann ganz unterschiedlich aussehen – und doch geht es immer darum, Gottes Ruf zu hören und ihm mit dem eigenen Leben zu antworten.
Am Nachmittag hat Pater Joachim Moernaut FSO die Heilige Messe gefeiert. In seiner Predigt ging er der Frage nach, was Liebe für junge Menschen in der heutigen Welt bedeutet. Er lud die Jugendlichen ein, ihr Herz für die Liebe Gottes zu öffnen, sich ganz von ihm erfüllen zu lassen und sich vertrauensvoll der unerschöpflichen Quelle seiner Barmherzigkeit anzuvertrauen. Denn allein diese Liebe, so seine Botschaft, kann die tiefsten Sehnsüchte des menschlichen Herzens wirklich erfüllen.
Anschließend machten sich die Teilnehmer auf den Weg zum Urheiligtum in Schönstatt. Da die Wallfahrt am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel stattfand, stand der gemeinsame Weg in besonderer Weise unter dem Zeichen der Gottesmutter. Mit Fahnen aus verschiedenen Ländern, begleitet vom Gebet des Rosenkranzes, zogen die Pilger gemeinsam zum Heiligtum. Sie brachten ihre persönlichen Anliegen mit, vertrauten sie der Gottesmutter an und feierten ihre mütterliche Gegenwart in ihrem Leben.
Auf der Fläche vor dem Heiligtum blieb während des Programms viel Zeit für die Jugendlichen, sich zu begegnen und auszutauschen (Foto: Victoria Ahumada)
Später wurde bei einem kleinen Kulturfest die Vielfalt der internationalen Gemeinschaft sichtbar und erlebbar. Verschiedene Gruppen und Nationalitäten präsentierten traditionelle Tänze und Spiele. Es wurde gelacht, getanzt, und miteinander gefeiert. Neue Freundschaften wurden geschlossen. Die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe wurden dabei nicht als Trennung erlebt, sondern als Geschenk, das die Gemeinschaft bereicherte.
Den Abschluss des Tages bildete eine bewegende eucharistische Anbetung. In einer Atmosphäre der Stille und des Gebets konnten die Teilnehmer eine brennende Kerze nehmen und sie vor Jesus im Allerheiligsten aufstellen. Jede Kerze wurde dabei zu einem persönlichen Zeichen, ob für einen Menschen, als Dank, Bitte oder Hoffnung. Nach einem Tag voller Begegnungen, Musik, Freude und Bewegung entstand so ein stiller und tiefer Moment, in dem alles vor Jesus gebracht werden konnte.
Anbetung, Tanz und Begegnung auf der internationalen Jugendwallfahrt
Was diese Wallfahrt besonders prägte, war ihre Dynamik und Lebendigkeit. Der Tag bot Raum für persönliche Besinnung und intensive Gespräche ebenso wie für Musik, Tanz, gemeinsames Feiern, Gebet und Anbetung. Gerade diese Mischung machte die Wallfahrt abwechslungsreich und ließ sie von Anfang bis Ende lebendig bleiben. Besonders wertvoll waren die vielen Begegnungen. Menschen, die sich vorher noch nicht kannten, kamen miteinander ins Gespräch, erzählten von ihren Erfahrungen und entdeckten, was sie miteinander verbindet. Junge Menschen aus unterschiedlichen Ländern und mit unterschiedlichen Lebensgeschichten begegneten sich – und aus manchen Begegnungen entstanden neue Freundschaften.
Bei der Anbetung am Samstagabend brachten die vielen Jugendlichen ihre Bitten und ihren Dank in Form von Kerzen zu Jesus. Mehr als hundert Jugendliche waren am 15. August am Urheiligtum versammelt und haben ihren Glauben gefeiert (Foto: Victoria Ahamuda)
Wie sehr diese Gemeinschaft die Teilnehmer berührte, wurde auch in den Gesprächen während des Tages deutlich. Viele junge Menschen zeigten sich begeistert und äußerten bereits den Wunsch, im nächsten Jahr wieder nach Schönstatt zu kommen und an der Wallfahrt teilzunehmen. Die Freude und Begeisterung waren spürbar – nicht nur in den Worten, sondern auch in den vielen Gesprächen, im gemeinsamen Lachen und in der Offenheit, mit der die Teilnehmer aufeinander zugingen.
Vielfalt und Universalität der Kirche waren spürbar
Ein besonderes Geschenk dieser Wallfahrt war schließlich die sichtbare und erlebbare Universalität der Kirche. Menschen aus unterschiedlichen Bewegungen und Gemeinschaften kamen zusammen. Jeder brachte seine eigenen Erfahrungen, Traditionen, Charismen und Fähigkeiten mit. Gerade diese Verschiedenheit machte die Begegnung so reich. Es entstand eine Atmosphäre gegenseitiger Wertschätzung und Offenheit: Jeder durfte etwas Eigenes einbringen und zugleich Neues von anderen kennenlernen. So wurde erfahrbar, dass die Kirche eine große Vielfalt an Charismen und Ausdrucksformen kennt und dennoch eins ist in Christus.
Die internationale Schönstatt-Jugendwallfahrt war damit mehr als ein einzelner Veranstaltungstag. Sie wurde zu einem Fest des Glaubens, der Begegnung und der internationalen Gemeinschaft – zu einem Tag, an dem junge Menschen erfahren konnten: Wir sind verschieden, wir kommen aus unterschiedlichen Ländern und Lebenssituationen, aber wir gehören zusammen. Und gemeinsam dürfen wir den Mut haben, Christus zu folgen und die Freude des Glaubens in die Welt zu tragen.
