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Wenn 22 Männer in Richtung Gebetsstätte Marienfried in Schwaben pilgern
22 Männer waren beim „Männer pilgern“ am Ende Juli und Anfang August zur Gebetsstätte Marienfried bei Pfaffenhofen in Schwaben unterwegs. Bereits zum vierten Mal wurde diese Pilgertour ausgerichtet (Foto: Johannes Schenk)
Johannes Schenk, Daniel Gröber, Georg Schick. Ihr Ziel hieß dieses Jahr die Gebetsstätte Marienfried im „Herzen von Schwaben“: 22 Männer waren vom 30. Juli bis 2. August bei der vierten „Männer pilgern“-Tour unterwegs. Am Cursillo-Haus St. Jakobus in Oberdischingen ging es los. Stationen waren unter anderem das Kloster Brandenburg der Immaculataschwestern in Dietenheim und die Prämonstratenser im Kloster Roggenburg.
Sonntagmorgen. Kloster Roggenburg. Frühstücksraum. 22 übermüdete, teils hinkende, aber ausgelassen fröhliche Männer genießen das geniale Frühstück und holen sich eine dritte Tasse Kaffee und ein viertes Brötchen. Die Servicekraft für das Frühstück fragt nach, in Roggenburgisch-schwäbischem Dialekt: „Was für ein Pater ist das, wer seid ihr, woher kommt ihr?“ – „Schönstatt? Nie gehört, was’ it all’s geit!“ (übersetzt: „Was es nicht alles gibt!“).
Im Schwäbischen machten die Pilger Station im Kloster Brandenburg und im Prämonstratenserkloster Roggenburg. Gestartet war die Gruppe am Cursillo-Haus St. Jakobus in Oberdischingen (Foto: Johannes Schenk)
„Was‘ it alls geit“: Das fragen sich so manche Leute, die wegen der Ziehharmonika an pilgernden Männern ausweichen oder warten müssen. Manche grüßen und wünschen einen schönen Pilgerweg. Viele fragen nach, oft sieht man ein Lächeln auf den Gesichtern der Passanten. „Das ist ja super!“ sagt eine Frau aus Aulendorf, „endlich sehe ich mal Männer im Glauben, denn in den Kirchen fehlen sie.“
Dann sind da die vielen kleinen Wallfahrtsorte am Wegesrand: das Herrgöttle von Bihlafingen bei Laupheim. Der Legende nach sollen der holzgeschnitzten Jesusfigur echte Haare gewachsen sein. Je mehr Besucher, desto mehr und längere Haare habe er bekommen.
Heilige Messe und Einkehr in der Wannenkapelle
Die Wannenkapelle bei Roggenburg ist eine Waldkapelle, in der die Pilgergruppe die tägliche heilige Messe feiern möchte. Auf Nachfragen von Pater Felix Geyer, dem Bewegungsleiter der Schönstatt-Bewegung Deutschland, stellt sich heraus, dass an diesem Tag erst Rosenkranz, anschließend Pilgermesse und danach Beichte ist. Der junge Prämonstratenserpater Franziskus streicht kurzerhand den Rosenkranz und lässt die Pilgermesse früher beginnen. Der kräftige Männergesang bringt so manches Hörgerät der Messebesucher an die Kapazitätsgrenze. Außerdem bleibt für Pater Franziskus Zeit, nach der Messe in der angrenzenden Dorfbrauerei mit uns ein Bier zu trinken. „Was‘ it alls geit!“
Die tägliche heilige Messe war fester Bestandteil des Pilgerweise in Richtung Gebetsstätte Marienfried (Foto: Johannes Schenk)
Pater Felix begleitet die Gruppe, gibt Impulse, steht für Gespräche bereit, pilgert, leidet, schwitzt und freut sich genauso wie alle anderen Männer. Und das waren nur ein paar Beispiele dafür, „was alles geht“. Ein Impuls findet im Außenbereich eines Gartencenters statt. Ein Biergartenbesitzer öffnet spontan seinen Biergarten und lädt uns auf eine Hopfen-Kaltschale ein. Viele der gestandenen Männerpilger sind am Roggenburger Klosterweiher schnell in einen Wettbewerb verwickelt.
Das Wichtigste ist, dass der äußere Weg zu einem inneren Weg wird. Die Pilger tragen die unsichtbaren Gepäckstücke untereinander mit. Es entstehen tiefe Gespräche, manchmal nachts um 2 Uhr. Die Impulse über die fünf Grundvollzüge Schönstatts regen Reflexion und Wachstum an.
„Was‘ auf jeden Fall geit“: Im kommenden Jahr, am 29. August, werden wieder – und dann zum fünften Mal – 25 Männer pilgern – von der Benediktinerabtei Beuron im Donautal Richtung Zollernalb.
Im Klosterweiher in Roggenburg gab es für die Pilger eine kühle Erfrischung (Foto: Johannes Schenk)
