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20. Juli 2026 | Deutschland | 

Dem Wind trauen: Liesel Houx, Mitglied des Schönstatt-Frauenbundes, verstorben


Liesel Houx ist am 6. Juli im Alter von 88 Jahren gestorben. Sie hat sich über zwei Jahrzehnte um die Belange des Schönstatt-Frauenbundes verdient gemacht (Foto: privat)

Liesel Houx ist am 6. Juli im Alter von 88 Jahren gestorben. Sie hat sich über zwei Jahrzehnte um die Belange des Schönstatt-Frauenbundes verdient gemacht (Foto: privat)

Am Montag, 6. Juli 2026, ist Liesel Houx, Mitglied des Schönstatt-Frauenbundes, im Altenheim ihres Heimatortes Niederkrüchten-Elmpt im nordrhein-westfälischen Kreis Viersen verstorben. Liesel Houx hat fast zwei Jahrzehnte im Haus Mariengart in Schönstatt, dem Zentralhaus des Schönstatt-Frauenbundes, gelebt. Sie hat ihre Gemeinschaft im Landespräsidium vertreten und war für die Schönstatt-Bewegung Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

Liesel Houx wurde am 17. Mai 1938 in Elmpt im Bistum Aachen geboren. Durch einen Schönstattpriester lernte sie die Schönstatt-Bewegung kennen. 1974 wurde sie Mitglied des Schönstatt-Frauenbundes. Schönstatt und die Gemeinschaft waren für sie in den theologischen Auseinandersetzungen nach dem 2. Vatikanischen Konzil ein verlässliches Fundament. In der Zeit von 1980 bis 2005 war Liesel Houx für zwei Amtsperioden Ratsmitglied der Bundesleitung des internationalen Frauenbundes, in der zweiten Amtsperiode als Stellvertreterin der Bundesleiterin. Durch ihre hauptamtliche Mitarbeit in verschiedenen Bereichen hat Liesel Houx die Gemeinschaft des Schönstatt-Frauenbundes geprägt.

Apostolat – ehrenamtlich und hauptamtlich

Apostolisch engagiert hat sich Liesel Houx bereits in ihrer Jugend in der Pfarrgemeinde. Anfang der 1970er Jahre hat sie neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin Pionierarbeit für den Beginn einer neuen Form der Gemeindekatechese zur Vorbereitung auf die Erstkommunion geleistet, die Kreise zog. Dies führte dazu, dass sie später hauptamtlich als Regionalreferentin für Gemeindekatechese und Religionspädagogik in der Diözese Aachen tätig war. Fortbildungskurse bot sie gerne am Schönstatt-Zentrum Puffendorf im Bistum Aachen an. Dort nahm sie in späteren Jahren auch Verantwortung wahr, indem sie sich an der Hausleitung beteiligte.

Liesel Houx vertrat die Schönstatt-Bewegung im Gesprächskreis Geistlicher Gemeinschaften und Bewegungen auf Bundesebene. Als Vertreterin dieses Gesprächskreises wurde sie ins Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gewählt. Ab 1991 war sie für die Schönstatt-Bewegung für eine weitere Amtsperiode Mitglied. Im ständigen Arbeitskreis des ZdK konnte Neues aufgebaut und Geistlichen Bewegungen die Mitwirkung auf Katholikentagen ermöglicht werden.

Schönstatt – ein Coenaculum für unsere Zeit

Liesel Houx war eine Frau, die sich von Gottes Geist bewegen ließ und Neues wagte. Entstehung und Leben der Bewegung sah sie als ein geistgewirktes Geschehen an. Dies zeigte sich unter anderem in ihrem Engagement am Ursprungsort. Sie war Mitinitiatorin der sog. „Coenaculumtagungen“, die seit den 1980er Jahren mehrmals in Schönstatt stattfanden. Außerdem war sie 1993 zusammen mit Pater Lothar Penners entscheidende Impulsgeberin und Mitgestalterin des Pfingstgebets am Urheiligtum in Schönstatt, Vallendar.

Für die Mitgründerin der Schönstätter Frauenbewegung

Liesel Houx entdeckte durch ihre Beziehung zu Gertraud von Bullion deren Bedeutung für den Frauenbund und die ganze Schönstatt-Bewegung, besonders für die Frauenbewegung Schönstatts. Das motivierte sie zu intensiver Forschungsarbeit. Sie suchte mit Mitschwestern und anderen Interessierten Orte und Wirkstätten Gertrauds auf und nahm Kontakt mit den Verwandten und Zeitzeugen der Mitgründerin auf. Sie suchte in zahlreichen Archiven bis zum Bundesarchiv nach authentischen Quellen über das Leben und die Person Gertraud von Bullions. Akribisch ging sie den einzelnen Spuren nach und organisierte Studienfahrten zu „Gertraud-Orten“ in Deutschland, Belgien und Frankreich. Maßgeblich beteiligt war sie an der Einrichtung einer Gedenkstätte für das Leben und Wirken Gertraud von Bullions im ersten Haus des Frauenbundes am Ort Schönstatt in der Höhrer Straße 95 in Vallendar. Das Haus Gertraud von Bullion wurde im Jahr 1995 durch den damaligen Bischof von Augsburg, Viktor Josef Dammertz, eingeweiht. Inzwischen gibt es eine Begegnungsstätte mit Gertraud von Bullion im Bundesheim, da das Haus dem Verein „Lichtzeichen“ überlassen wurde.

Als Liesel Houx vor einigen Jahren die Diagnose erhielt, dass sie ganz erblinden würde, setzte sie sich intensiv damit auseinander und gab sich voll Vertrauen in Gottes Vaterhände. Im vergangenen Herbst entschied sie sich für das Altenheim an ihrem Wohnort, da sie ihren Haushalt nicht mehr selbstständig meistern konnte. Die Besucher erlebten Liesel Houx ruhig und gelassen, ganz Gottes Willen ergeben und geborgen im Vatergott, dem sie sich anvertraut hatte.

Der Schönstatt-Frauenbund dankt Liesel Houx für ihren Dienst an der Gemeinschaft und der Schönstatt-Bewegung. Sie hat sich eingesetzt, damit die Bewegung ihren Platz in der Kirche Deutschlands einnimmt und sie auch in Zukunft fruchtbar mitgestaltet. Sie konnte es, weil sie dem Wind traute – und im Sturm glaubte.

Weitere Informationen

  • Das Requiem für Liesel Houx wird am 20. Juli 2026 in der Pfarrkirche St. Laurentius in Elmpt gefeiert
  • Die Urnenbeisetzung findet zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Kreis statt.
  • Kondolenzadresse: renatezegowitz@gmx.de

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