Nachrichten

10. Juli 2026 | Deutschland | 

Kapellchenfest in Friedrichroda mit dem Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr


Die Besucherinnen und Besucher vor dem Heiligtum in Friedrichroda. (Foto Carla Riechel)

Die Besucherinnen und Besucher vor dem Heiligtum in Friedrichroda (Foto Carla Riechel)

Carla Riechel. Das jährliche Kapellchenfest der Schönstatt-Bewegung der Bistümer Erfurt, Magdeburg und Dresden in Friedrichroda in Thüringen stand in diesem Jahr im Zeichen des 100. Jubiläums der Marienschwestern. Aus diesem Anlass zelebrierte der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr den Festgottesdienst am Sonntag, 5. Juli, nicht direkt am Kapellchen, sondern in der Pfarrkirche. Ein Nachbericht.

Die Pfarrkirche als Ort war bewusst gewählt und atmet Geschichte: Während der DDR-Zeit fanden hier zwischen 1954 und 1990 insgesamt 26 Einkleidungen von über 100 Marienschwestern statt. Bischof Ulrich Neymeyr würdigte in seiner Ansprache den Dienst der Schwestern, die seit mehr als 90 Jahren im Bistum Erfurt und weiteren ostdeutschen Diözesen wirken. Besonders hob er deren engagierten Einsatz unter den erschwerten Bedingungen des damaligen DDR-Regimes hervor.

ischof Ulrich Neymeyr steht dem Festgottesdienst in der Friedrichrodaer Pfarrkirche vor. (Foto Carla Riechel)

Bischof Ulrich Neymeyr steht dem Festgottesdienst in der Friedrichrodaer Pfarrkirche vor (Foto Carla Riechel)

Von Lebenswegen, Dornen und Rosen

In seiner Predigt schlug der Bischof eine Brücke zum bekannten Adventslied "Maria durch ein Dornwald ging". So wie der Weg der Gottesmutter zu ihrer Verwandten Elisabeth oder die 100-jährige Geschichte der Schwestern, so sei auch jedes menschliche Leben von Dornen gekennzeichnet. Wichtig sei es jedoch, so der Bischof, die Rosen wahrzunehmen, die Gott inmitten dieser Dornen bis heute erblühen lasse. 

Einblicke in die weltweite Arbeit der Marienschwestern

Am Nachmittag erhielten die Gäste des Kapellchenfestes bei einer Feierstunde filmische Einblicke in die Geschichte und die weltweite Arbeit der Marienschwestern. Außerdem gaben Marienschwestern Zeugnis von ihrer Berufung. Die bereits 91-jährige Schwester M. Carla Heilmann, Provinzoberin der ostdeutschen Provinz von 1985 bis 1997, sprach vom Leben der Gemeinschaft vor und nach der Wende, vom Aufbruch nach dem Fall der Mauer 1990 in Richtung Westen zum Ursprungsort Schönstatt und Richtung Osten ins „russische Missionsgebiet“ nach Kaliningrad. Auch dort wirken bis heute Marienschwestern. Parallel zur Feststunde konnten Kinder und Familien auf einer Spielstraße miteinander wetteifern.

In einer Schlussandacht vor dem Allerheiligsten erneuerten die Gläubigen unter anderem ihr Liebesbündnis (Foto Carla Riechel)

In einer Schlussandacht vor dem Allerheiligsten erneuerten die Gläubigen unter anderem ihr Liebesbündnis (Foto Carla Riechel)

Unter dem Jubiläumsmotto „Maria – Licht unserer Hoffnung“ zogen alle Pilger schließlich in Prozession zum Heiligtum. Mit der Erneuerung des Liebesbündnisses und einer eucharistischen Andacht, geleitet vom Diözesanpräses Pfarrer Eberhard Jacob, fand das Fest seinen Ausklang.

 

 

 

 


Top