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6. Juli 2026 | Deutschland | 

„Ich sehe DICH – sei Original, nicht eine Zahl“ – Mädelstage spezial


Eine Mädelsgruppe versammelte sich im Schönstatt-Zentrum Liebfrauenhöhe, Diözese Rottenburg-Stuttgart (Foto: Lina Haag)

Eine Mädelsgruppe versammelte sich im Schönstatt-Zentrum Liebfrauenhöhe, Diözese Rottenburg-Stuttgart (Foto: Lina Haag)

Schwester M. Emilia Loriz, Valeria Gehring und Teresa Hilser. Eine Zeit voller kleinerer und größerer Highlights nur für „Mädels“ zwischen 9 und 15 Jahren boten die „Mädelstage spezial“ vom 4. bis 7. Juni 2026 auf der Liebfrauenhöhe in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Ganz unter sich sein, keine Masken tragen müssen, sich selbst besser kennenlernen und Schritt für Schritt verlässliche Bündnispartner für das Abenteuer des Lebens finden dürfen: All diese wichtigen Anliegen der SchönstattMJF (Schönstatt Mädchen-Junge Frauen) bekamen Raum in den Tagen rund um das Fronleichnamsfest – auch dank eines motivierten und einsatzfreudigen Trägerinnen-Teams.

Eine "Komplimentewand" der besonderen Art

Natürlich durften Basics wie Kennenlernspiele, ein Motto-Theater und eine Haus- und Geländeerkundung am Anfang und weitere begeisternde Aktionen nicht fehlen. Ganz besonders inspirierend aber war eine „Komplimentewand“ als permanente Feedbackmöglichkeit zu den Stärken und Talenten der einzelnen Teilnehmerinnen. Wen baut es nicht auf, ein Kompliment zu erhalten? Genau dazu lud diese Wand ein, auf der von jedem Mädchen ein Foto angebracht wurde, das sie zum Treffen mitgebracht hatte, und zu dem dann im Laufe der Tage Komplimente, nette Worte und Ermutigungen von den anderen geschrieben werden konnten. Dadurch lief ein gemeinsamer Lernvorgang des Wahrnehmens und Wertschätzens an, der vor allem "die Stärken und Talente und die eigene Persönlichkeit in ihrer Originalität bestärken sollte", wie die verantwortlichen Trägerinnen es beschrieben haben. Dieses Experimentieren, "auf wie viele unterschiedliche Arten man selbst wahrgenommen wird", hat auch Schwester María Belén Gomez Gonzalez aus Paraguay gefallen, die bei diesem Treffen hospitierte: "Wie sehen mich andere – in der Schule, in meinem Freundeskreis? … Wie sehe ich die Welt, wie nehme ich andere wahr?" Wichtige Reflexionsvorgänge konnten so angestoßen werden und waren für die Teilnehmerinnen "ein Moment, in dem wir die Talente und Eigenschaften entdecken konnten, die Gott uns geschenkt hat – durch die Augen anderer Mädchen", ergänzte Schwester María Belén.

Die ganzen Tage blieb Zeit, sich bei guten Gesprächen näher kennenzulernen und "zu Mädelsthemen" auszutauschen (Foto: Miriam Bangert)

Die ganzen Tage blieb Zeit, sich bei guten Gesprächen näher kennenzulernen und "zu Mädelsthemen" auszutauschen (Foto: Miriam Bangert)

Gute Gespräche als Fundament von Freundschaften

Wichtig war in den Tagen auch, dass immer wieder gute Gespräche über die miteinander geteilten Inhalte zu Stande kamen – auch, weil die Mädchen offen waren für neue Freundschaften und für die angebotenen Themen. So konnten im Austausch so manche Details bewusst werden, die zeigen, wie jedes einzelne Mädchen wirklich ein Original ist und sein soll. Das frohmachende Fazit daraus: "Wir durften erfahren, dass jede von uns gut ist so wie sie ist, mit ihren Stärken und Schwächen." Zusätzlich zu den Besprechungen wurden bewusst regelmäßig Zeiten im Schönstatt-Heiligtum eingeplant, um auch die Erfahrung des betenden Gesprächs zu ermöglichen. Denn nicht nur zueinander wollten die Mädels das Motto des Treffens sagen: "Ich sehe DICH – sei Original, nicht eine Zahl". Sie durften sich auch vorstellen, dass Jesus und seine Mutter Maria es besonders im Heiligtum jeder einzelnen zusagten und immer neu sagen werden. "Es war schön, in diesen Tagen zu sehen, mit welcher Liebe und offenem Herzen jede ins Heiligtum gekommen ist … Man spürte ihr Interesse an Gott und Maria", schilderte Schwester María Belén.

"Sei ein Original, nicht eine Zahl": Die Komplimentewand lädt zum Miteinander ein (Foto: Miriam Bangert)

"Sei ein Original, nicht eine Zahl": Die Komplimentewand lädt zum Miteinander ein (Foto: Miriam Bangert)

Auch eine coole Wanderung stand für die Mädels auf dem Programm (Foto: Miriam Bangert)

Auch eine coole Wanderung stand für die Mädels auf dem Programm (Foto: Miriam Bangert)

Schönheit konkret

In einigen Workshops dieser "Mädelstage" durfte kreativ etwas Schönes entstehen: Notizbücher gestalten, Spiegel designen, tanzen, sich eine schöne Frisur machen lassen oder Nägel bemalen.

Die Fantasie wurde angekurbelt und konnte sich so ganz auf das reale Hier und Jetzt konzentrieren. Auch die schöne Natur war ein Anziehungspunkt und wurde durch eine Wanderung und Aktivitäten im Freien (verbunden mit viel Lachen) zum bewussten Erlebnis –ein wichtiger Gegenpol im digitalen Zeitalter.

Ein weiteres Highlight war das Fronleichnamsfest, das auf der Liebfrauenhöhe am Sonntag mit einer feierlichen heiligen Messe und einer großen Prozession über traditionelle Blumenteppiche nachgefeiert wurde. Schon am Vortag durften die Mädels durch ein kleines Fronleichnam-Update in die Bedeutung und die Geschichte dieses Festes eintauchen und bei einem Quiz ihr Wissen unter Beweis stellen. Gleichzeitig vertiefte sich auf diese Weise das Verstehen um die Bedeutung der Eucharistie und der besonderen Gegenwart Jesu in diesem Sakrament. Die Blumen sollen Ausdruck für unsere Liebe zu Jesus sein. Das konnte dann beim Legen der Blumenteppiche ganz konkret werden: Aus schönen Blumen entstanden noch schönere Gesamtmotive.

Und dann das besondere Erlebnis, am nächsten Tag in der Prozession mit so vielen Menschen mitzulaufen, selbst Blumen streuen zu dürfen und auf dem Weg die selbstgelegten Teppiche wiederzuerkennen.

Abendritual mit tiefer Symbolik

Die Bedeutung des "Freundschaftsbündnisses" mit Maria wurde unter anderem durch ein gleichbleibendes Abendritual zum Ausdruck gebracht, wie Schwester María Belén erzählt: "Jeden Abend kehrten wir zum Heiligtum zurück, um für den Tag zu danken, und die Mädchen schenkten der Gottesmutter das Erlebte als Beiträge zum Gnadenkapital." Und sie fügte an: "Es war dieser besondere Moment, den Tag ausklingen zu lassen, Maria ein paar Lieder zu singen und einfach nur unter uns zu sein – unsere eigene kleine Welt. Das Gnadenkapital schenkten wir im Symbol von Streichhölzern, die wir in Form eines Herzens anordneten, als Zeichen für das Licht, das jede von uns in sich trägt und das sie auf diese Weise der Welt schenken möchte." Auch zwischendurch wurden fleißig Streichhölzer geschenkt – Zeichen für die kleinen Liebestaten im Alltag.

Aus schönen Blumen werden noch schönere Blumenteppiche für Fronleichnam (Foto: Miriam Bangert)

Aus schönen Blumen werden noch schönere Blumenteppiche für Fronleichnam (Foto: Miriam Bangert)

Schauspieltalent beim "Bunten Abend"

Die erlebten Höhepunkte wurden wiederum kreativ verarbeitet am "Bunten Abend" mit selbst vorbereiteten kleinen Beiträgen, durch die sich so manches Schauspieltalent zeigte. Auch die älteren Mädels beeindruckten dabei durch einen bis ins kleinste Detail geplanten und gut durchdachten Beitrag.

Und nach der Schlussrunde, zu der auch die Eltern eingeladen waren, die so einiges von diesem Treffen durch Fotos, Erzählen und Lieder aufnehmen durften, war das gemeinsame Fazit der Teilnehmerinnen: Beim nächsten Mal sind wir wieder dabei!


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