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Maria weist auf Christus hin – Bischof Overbeck predigt beim Kirchweihfest der Pilgerkirche
Die Pilgerkirche in Schönstatt, Vallendar, feierte am 28. Juni 2026 Kirchweihfest. Das Kreuz auf der Dachspitze greift die Rundform der Kirche auf. Es ist vergoldet und weist auf das Licht und die Sonne hin. Das sind Symbole für die Auferstehung, an die Christen glauben. In der Mitte ist das Kreuz von einem Ring umgeben, der keinen Anfang und kein Ende hat. Er ist Symbol für den ewigen Gott. Der Fuß des Kreuzes mündet in eine Kugel - die Weltkugel - auf ihr ist ein großes „M“ zu finden, Zeichen für Maria, die unter dem Kreuz gestanden hat und Christus als Weggefährtin und Gehilfin zur Seite steht. (Foto: Brehm)
CBre. Trotz hochsommerlicher Temperaturen feierten zahlreiche Gläubige das Kirchweihfest der Pilgerkirche in Schönstatt, Vallendar. Der Festgottesdienst wurde vom Schönstattchor „Stimmvoll“ musikalisch gestaltet. Hauptzelebrant und Prediger war Bischof Franz-Josef Overbeck, Essen. Zum Programm gehörten außerdem ein parallel angebotener „Gottesdienst für kleine Entdecker“, die Möglichkeit zum persönlichen Segen, ein Indoor-Kirmes-Programm sowie zum Abschluss eine Festandacht mit eucharistischem Segen.
Die Pilgerkirche in Schönstatt, Vallendar, wurde 1999 der MTA (mater ter admirabilis - Dreimal wunderbare Mutter von Schönstatt) geweiht. Die geschwungene Dachkonstruktion fällt ins Auge. Die Leimbinder (Träger) sind fest mit der Erde verbunden. Sie führen flach, dann steil und in gebogener Form nach oben. Symbol dafür, dass Gott den Menschen an sich zieht. Die großen Dachfenster erhellen die Kirche und füllen sie mit Licht - Sinnbild dafür, dass Christus das Licht der Welt ist, der die Lebenswege der Menschen hell macht (Foto: Brehm)
Pater Felix Geyer ISch ist Leiter der Schönstatt-Bewegung Deutschland und noch bis Mitte August Wallfahrtsleiter am Gnadenort Schönstatt (Foto: Brehm)
Bischof Franz-Josef Overbeck, Essen, bei seiner Predigt zum Fest des Patroziniums der Pilgerkirche, Schönstatt, Vallendar (Foto: Brehm)
Die Kirche lebt aus ihrem Fundament
Zu Beginn begrüßte Pater Felix Geyer, Leiter der Schönstatt-Bewegung Deutschland und aktuell noch Wallfahrtsleiter in Schönstatt Bischof Overbeck aus Essen. Mit Blick auf das Jahresmotto der Schönstatt-Bewegung „Dem Wind trauen, im Sturm glauben“ bemerkte er augenzwinkernd, dieses lasse eher an kühleres Wetter denken. Angesichts der aktuellen Hitze und auch mancher „Überhitzung in der Kirche“ freue er sich, mit Bischof Overbeck einen Mann begrüßen zu dürfen, der auch in manchen hitzigen Auseinandersetzungen aber auch fest in der Kirche stehe.
In seiner Predigt erinnerte Bischof Overbeck daran, dass Kirchweihfeste an die Grundmauern einer Kirche und an die Heiligen erinnerten, auf deren Fundament sie errichtet sei. Pei der Pilgerkirche sei dies die Dreimal Wunderbare Mutter. Das mache deutlich, dass die Marienfrömmigkeit zu den Werten gehöre, die Menschen durch das Leben tragen könnten.
Maria zeigt den Weg zu Gott
Bezugnehmend auf den in Schönstatt gebräuchlichen Titel „Dreimal Wunderbare Mutter“ entfaltete der Bischof unter den drei Titeln „Maria, Mutter Gottes“, „Maria, Mutter des Erlösers“ und „Maria, Mutter der Erlösten“ seine Gedanken zum Kirchweihfest der Pilgerkirche.
Maria erinnere daran, wer der Mensch vor Gott sei. Gerade angesichts vieler Formen von Unmenschlichkeit rufe sie dazu auf, an Jesus Maß zu nehmen und sich wie sie ganz für Gott zu öffnen. Gott werde durch Menschen, in der Stille und im Gebet erkannt. Maria sei dabei „die Mutter der Menschlichkeit“. Maria weist auf Christus hin, so Overbeck,
Erlösung lässt sich nicht mit Macht erzwingen
Als Mutter des Erlösers verweise sie auf Christus, der durch sein Leiden und Sterben Erlösung schenke. Nicht der Mensch selbst könne Erlösung schaffen. Maria habe sich vielmehr dafür geöffnet, das Erlösende Gottes anzunehmen.
Aus seiner Erfahrung als Bischof für die Bundeswehr schilderte Overbeck, wie erschütternd die Folgen menschlichen Machtstrebens seien. Am Beispiel des Ukrainekrieges mit – wie er ausführte – 600 000 russischen, 400 000 ukrainischen Toten und 200 000 toten Zivilisten machte er deutlich, was geschehe, wenn Menschen glaubten, Erlösung durch ihre Macht erreichen zu können. Kriege seien immer Zeichen für die Macht des Bösen. Christen seien dagegen aufgerufen, sich Gott zu öffnen, der stärker sei als das Böse.
Bischof Overbeck: "Durch die Taufe sind wir alle erlöst und berufen, Menschen der Liebe zu sein" (Foto: Brehm)
Christsein in der Wirklichkeit von heute
Als „Mutter der Erlösten“ sei Maria Mutter aller Getauften. „Sie ist also Mutter von euch und von mir, weil wir getaufte sind. Durch die Taufe sind wir alle erlöst und berufen, Menschen der Liebe zu sein“, sagte der Bischof frei predigend.
Christen seien eingeladen, in der heutigen Wirklichkeit zu leben. Manche hofften auf eine Rückkehr früherer Zeiten, andere verlören sich in Zukunftsvisionen. „Es wird nicht mehr wie früher, das kann ich Ihnen sagen!“, betonte Overbeck. Entscheidend sei es vielmehr, die gesamte Wirklichkeit von Christus her zu leben.
Maria zeige diesen Weg mit drei Begriffen aus dem Lukasevangelium: „Ecce“ – „Siehe“, ihre Antwort auf den Engel; „Fiat“ – ihre Bereitschaft, Gottes Willen anzunehmen; und „Magnificat“, ihr Lobgesang auf Gottes Größe. „Wenn wir wirklich an Christus glauben, ist er der Erlöser, nicht wir“, unterstrich der Bischof. Seine Predigt schloss er mit dem Wunsch: „Ich wünsche uns allen einen inneren Zugang zu diesem Gott.“ Gemeinsam mit der Gemeinde betete er anschließend das „Gegrüßet seist du, Maria“.
Beim Hochgebet (Foto: Brehm)
Schwester M. Anika Lämmle, ab Mitte August gemeinsam mit Pater Stefan Strecker Leiterin des internationalen Wallfahrtsteams am Ort Schönstatt, dankt Bischof Overbeck für sein Kommen und Mitfeiern (Foto: Brehm)
Dank und herzliche Begegnung
Schwester M. Anika Lämmle, Leiterin der Schönstatt-Wallfahrt, dankte dem Bischof im Namen der Schönstätter Marienschwestern, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiern, mit einer Tüte voller Überraschungen. Seine Gedanken würden hervorragend zum Jubiläumsmotto ihrer Gemeinschaft „Maria, Licht unserer Hoffnung“ passen. Mit einem Augenzwinkern fügte sie hinzu, nachdem Bischof Overbeck nun bereits zum zweiten Mal das Kirchweihfest mitgefeiert habe, dürfe dies gerne zur Tradition werden.
Obwohl die Temperaturen in der Pilgerkirche immer weiter anstiegen und manche Gottesdienstbesucher ihren Platz wechseln mussten, um der Sonneneinstrahlung auszuweichen, prägten die volksnahe Art des Bischofs und der stimmige Gesang des Chores „Stimmvoll“ den festlichen Gottesdienst und machten das Kirchweihfest für die Mitfeiernden zu einem Erlebnis.
Unter Leitung von Schwester M. Tabea Platzer gestaltete der Chor "Stimmvoll" mit Unterstützung von zwei Saxophonistinnen den Gottesdienst musikalisch mit (Foto: Brehm)
