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25. Juni 2026 | Deutschland | 

Urvertrauen als Lebensgrundlage – Männer diskutieren den „sozialen Mutterschoß“


Beim Online-Treffen der Männerwerkstatt2022 stand das Thema „Sozialer Mutterschoß und Urvertrauen“ im Mittelpunkt der Impulse und Gespräche (Foto: Stewardesign, pixabay.com)

Beim Online-Treffen der Männerwerkstatt2022 stand das Thema „Sozialer Mutterschoß und Urvertrauen“ im Mittelpunkt der Impulse und Gespräche (Foto: Stewardesign, pixabay.com)

Peter Hagmann. Knapp 20 Männer haben sich an zwei Online-Abenden mit dem Thema „Sozialer Mutterschoß und Urvertrauen“ beschäftigt. Die Treffen wurden von zwei Männern aus dem Team der Männerwerkstatt2022 vorbereitet und knüpften inhaltlich an einen Vortrag zur Jahreslosung „Dem Wind trauen, im Sturm glauben“ bei der Marienbergtagung im Februar 2026 in Schönstatt, Vallendar, an.

Vertrauen wächst aus Beziehung

Im Mittelpunkt stand der Begriff des „sozialen Mutterschoßes“, den der Schweizer Biologe, Zoologe, Anthropologe und Naturphilosoph Adolf Portmann geprägt hat. Er bezeichnet damit das erste Lebensjahr und die Erfahrungen, die in dieser Zeit die Entwicklung des Menschen nachhaltig prägen. Portmann unterscheidet zwischen Nestflüchtern und Nesthockern und beschreibt den Menschen als „sekundären Nesthocker“. Die besondere Abhängigkeit des Säuglings von seiner Umgebung macht für ihn deutlich, wie wichtig Verlässlichkeit und Fürsorge in den ersten Lebensjahren sind. Für diese Phase verwendet er den Begriff der „psychischen Nabelschnur“. Das Erleben von Geborgenheit und Verlässlichkeit legt nach dieser Sichtweise den Grundstein für das spätere Urvertrauen.

Vom Empfangen zum Handeln

Die Teilnehmer beschäftigten sich auch mit der Bedeutung des Urvertrauens für die christliche Lebensgestaltung. Aus dem passiven Empfangen von Liebe, Schutz und Vertrauen erwachse die Fähigkeit zur Entwicklung von aktivem Handeln und von Nächstenliebe. Grundbedürfnisse wie Geliebtsein, Geborgenheit, Vertrauen, Glaube und Sicherheit wurden als wesentliche Elemente des „sozialen Mutterschoßes“ erarbeitet. Sie begleiten Menschen nach den Überlegungen des Abends während ihrer gesamten Persönlichkeitsentwicklung und auch beim Lernen.

Lernen als lebenslanger Prozess

Ein weitere Frage der Begegnung war, wie Lernen funktioniert. Dabei wurden vier Lernebenen vorgestellt: von der „unbewussten Inkompetenz“ über die „bewusste Inkompetenz“ und die „bewusste Kompetenz“ bis hin zur „unbewussten Kompetenz“. Gemeint sei damit ein Lernprozess, der von vollständiger Abhängigkeit über bewusstes Üben bis hin zum selbstverständlichen Anwenden erworbener Fähigkeiten führe. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass Lernen nicht mit Schule oder Ausbildung endet, sondern als dauerhafte Lernbegleitung und lebenslanger Entwicklungsprozess verstanden werden kann und muss.

Erwachsen werden – eine Frage des Lebenswegs

Im anschließenden Austausch entwickelte sich eine generationenübergreifende Diskussion über die Frage, wann ein Mensch heute als erwachsen gelten kann. Teilnehmer im Alter von etwa 30 bis über 70 Jahren brachten unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen ein. Es zeigte sich, dass das Verlassen des Elternhauses und die wirtschaftliche Selbstständigkeit bei älteren Generationen oft früher erreicht wurden als heute. Die Gesprächsrunde machte zugleich deutlich, wie unterschiedlich Lebenswege verlaufen können. Ein Teilnehmer fasste die Gedanken des Abends sinngemäß zusammen: „Erwachsen sein bedeutet für mich nicht, nichts mehr an meinem Leben ändern zu können, sondern mir der Folgen meiner Entscheidungen bewusst zu sein und sie in diesem Bewusstsein zu treffen.“

Die Gespräche dieses Online-Meetings machten deutlich, dass Fragen von Vertrauen, Reife und Persönlichkeitsentwicklung Menschen ein Leben lang begleiten.

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