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„In Würde altern“ – Jahrestagung des Schönstatt-Männerbundes über die christliche Kunst des Loslassens
Zu ihrer Jahrestagung versammelten sich die Mitglieder des Schönstatt-Männerbundes traditionell über Christi Himmelfahrt in Schönstatt, Vallendar (Foto: SMB)
Joachim Konrad. Der Schönstatt-Männerbund traf sich von Christi Himmelfahrt bis zum darauffolgenden Sonntag zu seiner Jahrestagung. Unter dem Thema „In Würde altern – Die christliche Kunst des Loslassens“ standen persönliche Erfahrungen des Älterwerdens, Fragen nach Beziehungen und Verantwortung sowie die Zukunft des Hauses St. Josef in Schönstatt im Mittelpunkt.
Zum Auftakt der Tagung besuchten die Teilnehmer die „100-jährigen Schwestern“ im Mutterhaus der Schönstätter Marienschwestern. Die Männerbund-Mitglieder erlebten den Empfang als „schönes Zeichen des geschwisterlichen Miteinanders“. Dankbar aufgenommen wurde auch die Ausstellung über die Gründergeneration der Schwesterngemeinschaft.
Der 90. Geburtstag von Bundesbruder Jakob Boos wurde im Vaterhaus der Schönstatt-Patres gebührend gewürdigt (Foto: Joachim Konrad)
Spuren Gottes im eigenen Leben entdecken
Ein weiterer Höhepunkt war die Nachfeier des 90. Geburtstags von Bundesbruder Jakob Boos gemeinsam mit den Schönstatt-Patres im Vaterhaus. Mit Bildern und Erinnerungen nahm er die Teilnehmer mit durch seine Jahrzehnte in Schönstatt und seinen langjährigen Dienst als „Zeremoniar“ in der Anbetungskirche. Sein Lebensrückblick machte deutlich, wie eng das Tagungsthema mit konkreten Erfahrungen verbunden ist: Aufgaben Schritt für Schritt loslassen zu müssen und dennoch Sinn und Sendung zu bewahren.
Pater Elmar Busse ISch griff diesen Gedanken in seinem Vortrag auf. Er verwies auf Langzeituntersuchungen, die zeigen, wie wichtig ein tragfähiges Beziehungsnetzwerk im Alter ist. Viele Menschen über 80 Jahre hätten bereits mit 50 Jahren gute und gepflegte Beziehungen gehabt. Darin sahen die Teilnehmer auch einen Bezug zur schönstättischen Spiritualität: Beziehungen im Liebesbündnis bewusst zu pflegen, Beziehungen zu Gott, zu Maria, zum Schönstatt-Gründer Pater Kentenich und untereinander.
Loslassen und neu sehen lernen
Das Loslassen von Aufgaben wurde als eine der größten Herausforderungen beschrieben. Dabei gehe es immer wieder um die Frage: „Was ist der nächste Schritt, den Gott von mir erwartet?“ Beispiele aus dem Alltag machten deutlich, wie unterschiedlich diese Erfahrungen aussehen können: etwa Kinder loslassen, den Übergang in den Ruhestand bewältigen oder auf das Autofahren verzichten zu müssen.
Die Fragen um das Haus St. Josef werden zunächst dem Patron des Hauses, hier in einer Nische am Eingang, anvertraut (Foto: Judith Bihlmaier)
Hilfreich sei, den Blick darauf zu richten, was bleibe. Einer der Teilnehmer formulierte es konkret: „Ich habe noch einen kleinen Garten“ oder „Meine Aufgabe bleibt der Schließdienst für unser Heiligtum“. Auch wenn der Aktionsradius kleiner werde, bleibe doch die Aufgabe, „die Hände zu falten“ für Familie, Gemeinschaft und Kirche.
Heimat bewahren und Zukunft wagen
Auch die Zukunft des Hauses der Gemeinschaft am Ort Schönstatt beschäftigte die Teilnehmenden intensiv. Das „Haus St. Josef“ sei vielen zur Heimat geworden und mit großem persönlichen Einsatz verbunden. Gleichzeitig werde es aufgrund der Altersstruktur immer weniger vom Männerbund selbst genutzt. Ein Ergebnis der Überlegungen: Die Gemeinschaft vertraut die Sorge um ihr Haus dem Heiligen Josef an und wird selbst „vorsehungsgläubig fragen, wohin uns der Geist Gottes führen will“.
Gestärkt durch das Heilungssakrament der Krankensalbung wurden die Teilnehmer am Ende der Tagung wieder ausgesandt, „dem Wind zu trauen und im Sturm zu leben“. Viele fassten die Stimmung mit den Worten zusammen: „Es war schön wieder hier gewesen zu sein“.
