Nachrichten
„Es war eine tolle Zeit mit den Schwestern“ – Marienschwestern besuchen Brotdorf im Saarland
Im Rahmen der Jubiläumsaktion „100 Orte für 100 Jahre“ besuchten 4 Schönstätter Marienschwestern die Pfarrgemeinde Brotdorf im Saarland, wo Schwestern von 1934 bis 2010 gewirkt haben (Foto: privat)
Sr. Marie-Jeannette Wagner. Im Rahmen der Jubiläumsaktion „100 Orte für 100 Jahre“ besuchen Schönstätter Marienschwestern Orte, an denen Mitglieder der Gemeinschaft über viele Jahre gewirkt haben. Am Pfingstsonntag, 24. Mai 2026, führte die Aktion nach Brotdorf bei Merzig. Beim Pfarrbezirksfest von St. Maria Magdalena standen Begegnungen, Erinnerungen und Zeichen der Verbundenheit im Mittelpunkt.
Dekan Patrik Schmidt mit der Schwesterndelegation aus Maria Rast, Euskirchen (Foto: privat)
Dank für Jahrzehnte gelebter Nähe
Im Pfarrbrief hatte die Gemeinde auf die besondere Geschichte hingewiesen: Von 1934 bis 2010 wirkten Marienschwestern in Brotdorf. Schwester Marie-Jeannette und Schwester M. Thea Meffert, die letzte Schwester vor Ort, waren deshalb eingeladen worden, um sich „für die offenen Türen und Herzen“ zu bedanken, die den Einsatz der Schwestern über Jahrzehnte begleitet hätten.
Schon vor der Kirche machte eine große Schönstattfahne sichtbar, dass die kleine Delegation aus Maria Rast erwartet wurde. In seiner Predigt verband Dekan Patrik Schmidt das Pfingstfest mit dem Jubiläum der Gemeinschaft. „100 Jahre sind mehr als nur eine Zahl“, sagte er. Es seien Geschichten von Frauen, die sich „in der Kraft des Heiligen Geistes“ hätten rufen lassen, um die Frohe Botschaft weiterzugeben. In Brotdorf hätten die Schwestern dies über viele Jahrzehnte „in etlichen Bereichen der Seelsorge“ verwirklicht.
Zugleich erinnerte der Dekan daran, dass viele Menschen den Schwestern Türen und Herzen geöffnet hätten. Dafür sprach er der Gemeinschaft seinen Dank aus und gratulierte zum „100. Geburtstag“.
Schwester M. Thea Meffert versprach den Brotdorfern eine bleibende Verbundenheit im Gebet (Foto: privat)
Verbundenheit, die geblieben ist
Besonders gespannt warteten viele Gottesdienstbesucher auf Schwester M. Thea Meffert. Sie erinnerte daran, dass während der mehr als 75-jährigen Präsenz insgesamt etwa 81 Schwestern in unterschiedlichen Aufgabenbereichen in Brotdorf tätig gewesen seien. „Und ein großer Dank an die Brotdorfer Dorfgemeinschaft, die alle Schwestern herzlich aufgenommen und unterstützt hat, besonders in der sehr armen Anfangszeit“, sagte sie. Viele Gemeindemitglieder seien offen gewesen „für das Wirken Gottes und der Gottesmutter“ und hätten gemeinsam mit den Schwestern zu einer lebendigen Gemeinde beigetragen.
Auch heute bleibe die Verbundenheit bestehen. Schwester M. Thea berichtete, dass sie im Schönstattzentrum Maria Rast regelmäßig für Brotdorf bete. „Die Gottesmutter möge Sie alle segnen und immer ihre schützende Hand über Sie alle halten.“
Erinnerungen unter dem Mantel Mariens
Als Zeichen des Dankes und als Segensbitte brachten die Schwestern eine Kerze mit dem Jubiläumsmotto „Maria, Licht der Hoffnung“ sowie einen Rosenstrauß zum MTA-Bild in der Kirche. Die Abkürzung MTA steht für den Titel „Mater Ter Admirabilis“ (Dreimal Wunderbare Mutter), unter dem in Schönstatt die Gottesmutter Maria verehrt wird. Begleitet wurde der Moment vom Lied „Breit um uns deinen Mantel“.
Eine Fotosammlung erinnert an die langjährige Präsenz der Schwestern (Foto: privat)
Dabei wurde auch an die Zeit des Zweiten Weltkriegs erinnert. Das Schönstätter Marienbild gilt in der Pfarrgemeinde als eingelöstes Versprechen an die Gottesmutter. Nach dem Verständnis vieler Gläubiger habe Maria Brotdorf in schweren Zeiten begleitet und beschützt. Ein kurzer Blick in die Chronik erinnerte zudem an die Zeit des Nationalsozialismus. Dort heißt es über den Kindergarten: „Abgesehen von einem Kontrollbesuch im Kindergarten, bei dem die Kinder den Geburtsort des ‚Führers‘ und ein vaterländisches Lied kennen mussten, blieb der Kindergarten und die Arbeit der Kindergartenschwester unbehelligt.“
Begegnungen und Wiedersehensfreude
Die Stunden nach dem Gottesdienst waren geprägt von persönlichen Gesprächen und bewegenden Begegnungen. Viele ehemalige Weggefährtinnen und Weggefährten suchten das Gespräch mit Schwester M. Thea. Geduldig nahm sie sich Zeit für Erinnerungen und freute sich über das Wiedersehen. „Es war eine tolle Zeit mit den Schwestern“, sagte eine Frau dankbar und zugleich etwas wehmütig.
Gerade diese weitergewachsene Verbundenheit über räumliche Trennungen hinweg gehört zum Anliegen der Aktion „100 Orte für 100 Jahre“. Verborgene Beziehungen sollen neu sichtbar werden und unter den Segen Gottes und der Gottesmutter gestellt werden.
Mehr Informationen zur Aktion
- 14. Juni 2026: Gottesdienst und Begegnung in Ediger (Bistum Trier)
- 28. Juni 2026: Sedelsberg (Bistum Münster)
- 9. Juli 2026: Neuler (Bistum Rottenburg-Stuttgart)
- 12. Juli 2026: Bliesheim (Erzbistum Köln)
- Kontakt: hundert.orte@s-ms.org
