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Soirée spirituelle: Ein pfingstlicher Abend im Zeichen der Zuversicht
Die Spoken-Word-Künstlerin Sarah Marie beim Vortragen ihrer Texte im Saal des Pater-Kentenich-Hauses auf Berg Schönstatt, im Rahmen einer Soirée spirituelle am Pfingstmontag (Foto: Cooper)
Sr.Marié Munz. „Blickrichtung Horizont“ steht über der Veranstaltung im Pater-Kentenich-Haus auf Berg Schönstatt an Pfingsten 2026. Ein Sonntagabend geprägt von Besinnung, Stille, Tiefgang, in die sich die Besucherinnen und Besucher hineinnehmen lassen. Die Poetry-Künstlerin und Dichterin Sarah-Marie bringt urmenschliche und aktuelle Fragen, Ängste und Sehnsüchte nicht nur ins Wort, sondern teilt mit dem Publikum die Früchte ihres persönlichen Suchens und Ringens. Ihre tiefen, wohlklingenden, ganz zeitgemäßen Texte, berühren. Der Pianist und Komponist Jürgen Reitershahn übersetzt mit klangschönen selbst komponierten Musikstücken die Worte in Melodien. Dazwischen immer wieder treffende, tiefgehende Worte von Pater Josef Kentenich, ausgewählt und vorgetragen von der Initiatorin und Moderatorin des Abends, Sr. M. Anrika Dold.
Schwester M. Anrika Dold, Initiatorin des Abends, begrüßt die Künstler und die Gäste (Foto: Cooper)
Dank für beeindruckende Klänge an den Pianisten Jürgen Reitershan und für tiefgründige, ansprechende Texte an die Poetry-Künstlerin und Dichterin Sarah Marie (Foto: Cooper)
Schönheit - ein Akt der Rebellion
Das schlichte und zugleich edle äußere Ambiente verbindet sich mit dem architektonisch eindrucksvollen Raum und Gebäude Pater-Kentenich-Haus. Personen, Worte, Atmosphäre … alles trägt dazu bei, einen Raum der persönlichen Besinnung zu bieten, um sich scheinbar zeitlos auf wichtige Fragen und Gedanken einzulassen.
Sr. M. Anrika eröffnet den Abend mit eher ungewöhnlichen Gedanken über „Schönheit“ als „ein Akt der Rebellion“ wider Chaos, Hass und Krieg. „Wer die Welt verschönert, nimmt der Hässlichkeit ihre Macht“, zitiert sie den Autor und Kulturwissenschaftler Frank Berzbach. Nicht „Wegsehen“ oder „Vermeiden von Kritik“ sei gemeint, sondern es gehe um „eine andere, eine gläubigere Strategie“, um die „nicht endende Hoffnung im christlichen Denken – ein Trotzdem des Weitermachens“. Sie lenkt den Blick dann auf Maria, die Frau an der Seite Jesu, der Schönstätter sehr verbunden sind und die von katholischen Christen im Mai besonders verehrt wird. Ihr Leben mache solche Schönheit anschaulich: „Sie, Maria, geht uns voran – und bleibt an unserer Seite, Mensch wie wir, der uns Menschen versteht. Und uns zeigt, was uns als Menschen groß und schön macht. Wie groß Gott von uns Menschen denkt, wie er uns eigentlich gewollt hat.“
Wortkunst, die Zuversicht transportiert
Unaufdringlich und tief leuchten die von Sarah-Marie in Geste und Sprache vorgetragenen Texte an diesem Abend aus ihren Büchern wie Hoffnungsstrahlen auf. Mit ihrer Wortkunst nimmt sie hinein in eigene tiefe persönliche Erfahrungen und ihren christlichen Glauben und transportiert so Zuversicht.
Ängste, Fragen und Untergangsprognosen unserer Zeit bringt sie ins Wort: Angst – den Eroberungszug der KI – Lüge und FakeNews, die Frage nach Liebe und Sinn … Persönlich durchdachte Perspektiven, im Lesen der Bibel gewonnene Einsichten und im Glauben an Gott gemachte Erfahrungen, teilt sie mit ihren Zuhörerinnen und Zuhörern.
Das neue „Café Kentenich“ befindet sich jetzt im ehemaligen Missionshaus auf Berg Schönstatt (Foto: Cooper)
Deko und Getränkekarte im Café Kentenich (Foto: Cooper)
Sarah Marie sucht einen Text aus, den sie anlässlich der Wiedereröffnung des Café Kentenich vorträgt (Foto: Cooper)
Andrea Wehner, die „Frau des Café Kentenich“, hinter der Theke (Foto: Cooper)
Facettenreiche Töne zur Vertiefung und geistgewirkte Worte mit Strahlkraft
Dazwischen getragene Klaviermusik von Jürgen Reitershan, die die Wortkunst von Sarah Marie unterstreicht und direkt in die Herzen der Menschen trägt. Die facettenreichen, klangvollen Töne vertiefen das Gehörte und schenken Raum zur persönlichen Verarbeitung.
Sr. M. Anrika lässt immer wieder kurze Worte von Pater Kentenich, dem Gründer Schönstatts, einfließen. Sie lassen staunen, wie lebensnah und aktuell seine Gedanken und Anregungen sind: geistgewirkt und mit großer Strahlkraft bis heute.
Wiedereröffnung des „Café Kentenich“
Am Ende dieser „Soirée spirituelle“ gibt es den Hinweis auf einen zweiten Höhepunkt des Abends: Alle sind eingeladen zur Wiedereröffnung des „Café Kentenich“, das seinen Standort inzwischen ganz unaufgeregt und leise im ehemaligen Missionshaus (Berg Schönstatt 2) aufgeschlagen hat. Dank des Engagements von Andrea Wehner öffnen sich wieder die Türen für diesen besonderen Raum der Begegnung und Kommunikation – und für Begegnungszeit mit dem Gründer Schönstatts selbst, dem eigentlichen „Gastgeber“ des Cafés. In dieser Zeit, im Zeitalter von KI, ist wohl nichts so sehr gefragt wie eine echte Menschlichkeit, die in „seinem“ Café sofort wieder spürbar und erlebbar wird. Kein Wunder, dass es vollbesetzt ist. Die Wiedereröffnung wurde also höchste Zeit!
Bei Snacks und Getränken lassen die zahlreichen Gäste den Abend im Café ausklingen. Die Spoken-Word-Künstlerin Sarah Marie widmet an diesem Abend noch einen Text diesem besonderen Ort – und es ist schön, wie viele Menschen die Chance nutzen, mit ihr ins Gespräch zu kommen, ihre Bücher zu „schnuppern“, zu kaufen und auch signieren zu lassen. Eine kleine Kostprobe aus ihrem aktuellen Buch:
„In einer Welt, in der du alles sagen kannst, sprich liebevolle Worte.
In einer Welt, in der du alles werden kannst, sei von der guten Sorte.“
(aus Zwischenmenschliches, 2025, sarah-marie.de)
Ein rundum gelungener Abend, der auch „ein besonderes Pfingsterlebnis war“, wie jemand hinterher meinte.
