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75 Jahre „Heiligtum der Internationale“ – Biemenhorster Schönstattkapelle feiert Jubiläum
Die Schönstatt-Kapelle in einem Wohngebiet in Bocholt Biemenhorst feiert in diesem Jahr ihren 75. Geburtstag (Foto: Kalicki)
Schw. Mariagnes Kalicki. Mit einer Festwoche vom 18. bis 25. Mai 2026 hat das Schönstattzentrum in Bocholt-Biemenhorst das 75-jährige Bestehen der Biemenhorster Schönstattkapelle gefeiert. Höhepunkt war ein Jubiläumsgottesdienst an Pfingstmontag mit anschließender Feier im Bürgerzentrum Biemenhorst.
Ein Ort, der aus Engagement gewachsen ist
Zum Jubiläumsgottesdienst auf der Festwiese bei der Kapelle wurden 170 Gäste aus Nah und Fern begrüßt. Monika Gries, Vorsitzende des Josef-Kentenich-Verein Bocholt-Biemenhorst e.V., erinnerte daran, dass 1951 in Bocholt die dritte deutsche Nachbildung des Urheiligtums in Vallendar-Schönstatt eingeweiht worden sei. Die Initiative sei bereits 1948 von Laien ausgegangen. Gemeinsam mit Schönstattgruppen und der Familie Behrens, die ihr Grundstück zur Verfügung stellte, entstand zunächst ein „privates Unternehmen“.
Als Pastor Albert Bettmer 1968 Pfarrer der Pfarrei Ss. Ewaldi wurde, gründete er 1969 den Josef-Kentenich-Verein Bocholt/Biemenhorst e.V., der seitdem Träger des Schönstattzentrums ist. Im Laufe der Jahre wurde das Gelände um Haus und Garten erweitert. Ab 1950 entschieden sich junge Frauen und Männer aus der Schönstattfamilie Bocholt für Einsätze in anderen Ländern. Dadurch entstand an der Kapelle ein besonderes Gebet für die Mission und die internationale Verbundenheit. Seit 1971 trägt das Kapellchen deshalb den Namen „Heiligtum der Internationale“.
Gemeinschaft mitten im Wohngebiet
Feier in den Räumen des örtlichen Bürgerzentrums (Foto: Kalicki)
Vom Ursprungsort Schönstatt in Vallendar war Pater Felix Geier ISch, Leiter der Schönstattbewegung Deutschland, angereist, der gemeinsam mit elf Priestern die Heilige Messe feierte. In seiner Ansprache hob er die besondere Lage der Kapelle mitten im Wohngebiet hervor: „Ein Ort der Begegnung und der Gemeinschaft“. Zudem erschloss er die sieben Gaben des Heiligen Geistes und verband sie mit dem konkreten Leben.
Unter den Gästen des Tages waren unter anderem Gudrun Koppers, erste stellvertretende Bürgermeisterin, Cornelia Welters von der Flüchtlingsunterkunft, Claudia Schmeink als Vertreterin der Kirchengemeinde St. Josef sowie Schönstätter Marienschwestern und Don-Bosco-Schwestern. Claudia Schmeink dankte allen Engagierten und überreichte ein Apfelbäumchen mit den Worten: „Genau wie dieser Baum kann Glaube Früchte tragen, Freude, Zusammenhalt, Frieden und Zuversicht.“
Prozession und Liebesbündniserneuerung
Nach dem Gottesdienst zog die Festgemeinde in Prozession zur Kapelle. Dort sang die Sopranistin Saskia Deelmann das „Ave Maria“ von Schubert, begleitet von Elida Markett an der Geige und Boris Fisser am Kontrabass. Gemeinsam erneuerten die Teilnehmenden das Liebesbündnis mit der Gottesmutter, der „Königin der Internationale“. Dieses Liebesbündnis ist ein zentraler geistlicher Ausdruck für Mitglieder der Schönstattbewegung.
Einblicke in 75 Jahre Kapellchen-Geschichte gaben Maria Belting als „Glocke“ und Schwester Mariagnes als „Krug“ (Foto: Kalicki)
Im Bürgerzentrum wurde anschließend bei Kaffee und Kuchen weitergefeiert. Heidi Börger führte durch das Programm. In einem humorvollen Bühnenauftritt blickten Maria Belting als „Glocke“ und Schwester Mariagnes als „Krug“ auf 75 Jahre Kapellengeschichte zurück. Der 94-jährige Zeitzeuge Helmut Weikamp erzählte aus der Baugeschichte, während Gerlinde Leve vom Leben ihrer Großeltern berichtete, die einst das Grundstück für die Kapelle bereitgestellt hatten.
Erfahrungen, die verbinden
Gudrun Koppers betonte in ihrem Grußwort, Bocholt profitiere von der Gemeinschaft und dem geistlichen Leben an diesem Ort. Menschen aus Brasilien, Nigeria und Kamerun berichteten anschließend von ihren Erfahrungen mit der Schönstattkapelle und den Begegnungen dort. Zum Abschluss erklang ein neues Marienlied mit dem Refrain „Steck uns an Maria…“, das eigens für das Jubiläum von Katja Perricci getextet und von Elida Markett vertont worden war.
Die Rückmeldungen nach dem Fest spiegelten die Atmosphäre der Jubiläumstage wider. Eine Teilnehmerin aus Brasilien sagte: „Der Tag war wunderschön, voller Liebe und guter Organisation.“ Eine Bocholterin erklärte zwei Tage später: „Noch immer zehre ich von dieser beeindruckenden Festwoche, die ich erleben durfte.“
Auch Lucas Kwiatkowski, CDU-Vorsitzender in Bocholt, zeigte sich bewegt: „Die Stunden auf diesem glücklich-machendem Stückchen Erde bei Ihnen im Schönstattzentrum waren etwas Besonderes.“ Besonders die Prozession und die Ansprache von Monika Gries hätten ihn berührt. Abschließend dankte er „für Ihren Einsatz und Ihr Wirken vor Ort! Auch in der Geflüchtetenhilfe.“
Festwoche mit vielen unterschiedlichen Besuchern
Das Begegnungsfest führte Besucher aus der Nachbarschaft und der Flüchtlingsunterkunft zusammen (Foto: Kalicki)
Bereits während der Festwoche kamen unterschiedliche Gruppen am Heiligtum zusammen, darunter Kinder, Familien, Nachbarn, Helfer, Witwen, Mitglieder der Schönstattbewegung sowie Kontaktpersonen der „Pilgerheiligtümer“.
So brachten an einem Tag rund 100 Kita-Kinder Blumen für die Muttergottes in die Kapelle und trafen sich anschließend zu Spiel, Picknick und auf der Hüpfburg. Ein Begegnungsfest führte Besucher aus der Nachbarschaft und der Flüchtlingsunterkunft zusammen. Außerdem gestaltete ein Team der Pfarrei St. Josef einen Feierabendgottesdienst unter freiem Himmel zum Thema „Von Maria lernen“. Eine vielfältige Festwoche!
Das "Heiligtum der Internationale" besteht seit 75 Jahren (Foto: Kalicki)
