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„Ehe als gemeinsamer Weg“ – Karin und Kuno Leibold sprechen auf dem Schönstattstand beim Katholikentag über den Eheweg
Karin und Kuno Leibold (Foto: Brehm)
Am Freitag gaben Karin und Kuno Leibold am Schönstattstand auf der Katholikentagsmeile im Rahmen eines Interviews Auskunft über ihr gemeinsames Herzensanliegen, dass seit 14 Jahren existiert, den „Eheweg“. Der „Eheweg" ist ein Projekt, das Ehepaare auf ihrem gemeinsamen Lebensweg begleiten und stärken will, sowie auf die persönliche Berufung und die Bedeutung der Ehe in der heutigen Gesellschaft und der Kirche. Er besteht aus 7 bis 15 bildlich und textlich anregend gestalteten Wegstationen, die Paare einladen stehenzubleiben, inne zu halten und vertieft ins Gespräch zu kommen. Pater Hans-Martin Samietz ISch konnte mit Karin und Kuno Leibold über ihr Projekt sprechen.
„Die Liebe bleibt nicht von alleine“ – Ein Gespräch über Ehe, Gesprächskultur und gemeinsame Berufung
Impressionen vom Eheweg beim Katholikentag 2026 (Fotos: Christina Grohmann)

Wie kam es zum Eheweg?
Wir haben das Projekt "Eheweg" seit 14 Jahren als unser gemeinsames Anliegen. Die Idee stammte ursprünglich aus der Schönstattbewegung Ungarn. Buch und Stelen wurden parallel entwickelt. Die Grafikerin Maria Kies war für die künstlerische Gestaltung der Stelen verantwortlich..
Was war euch als Christ und Christin bei der Entwicklung des Eheweges besonders wichtig?
Als Christ ist es wichtig, die "Frohe Botschaft" bezüglich Ehe und Familie weiterzutragen. Es geht darum, bewusst das Gute zu suchen, den Blick dafür zu schärfen und danach zu handeln. Der "Eheweg" soll Paaren helfen, das Schöne im Eheleben zu entdecken. Er klammert schwierige Zeiten nicht aus, da man an Schwierigkeiten wächst und diese Teil des Weges sind. Die Stelen bieten Anregungen, wie man mit verschiedenen Phasen auf dem Eheweg umgehen und Auswege finden kann.
Wie wird der Eheweg konkret genutzt? Was ist seine Gebrauchsanweisung?
Jede Station des Weges greift ein spezifisches Thema in der Entwicklung einer Ehe auf. Die Grundidee ist, dass beim Gehen von Stele zu Stele das Reden leichter fallen kann. Er will eine besondere Gelegenheit für Paare sein, ins Gespräch zu kommen, besonders für Männer, die oft einen Anlass zum Reden abseits des direkten Gesprächs benötigen.
Warum ist es für uns als Gesellschaft so wichtig, dass Ehepaare miteinander reden?
Die Kommunikation und das Verhalten innerhalb der Ehe sind entscheidend, da Eltern Vorbilder für ihre Kinder sind. Kinder lernen durch Beobachtung, wie man miteinander umgeht, streitet und Lösungen findet.
Und warum ist es das für unsere Kirche?
Wir sehen im Gespräch von Ehepartner zu Ehepartner eine große Chance die Getauften in die Suche nach neuen Wegen für die Kirche entscheidend einzubeziehen. Im Gegensatz zu früher, wo Konzepte "fertig" kamen, können Getaufte gerade in der Ehe einstudieren, was es heißt aktiv zuzuhören und gemeinsam zu entwickeln.
Kann die Liebe auf dem Weg als Ehepaar abhanden kommen?
Die Liebe ist zwar ein Geschenk muss aber aktiv gepflegt und gestaltet werden. Sie bleibt nur, wenn man damit arbeitet; sie wächst nicht von alleine. Die Zusage der Liebe Gottes für den Bund der Ehe ist unverbrüchlich, aber ihre Gestaltung liegt in den Händen des Paares.
Warum hat sich Papst Franziskus damals, als er seine Enzyklika „Amoris Laetitia“ verfasste, möglicherweise ein Beispiel am „Eheweg“ genommen?
Vor der Entstehung der Enzyklika gab es eine weltweite Befragung der Familien, an der sich die Projekte beteiligten. So wurde auch unser "Eheweg" im Dikasterium für Ehe und Familie vor Erscheinen der Enzyklika im Rahmen der Familiensynode damals vorgestellt. Später schreibt Papst Franziskus in seiner Enzyklika eben dann von Ehe als Weg. Wir freuen uns, dass er Ehe auch so sieht wie wir.
Wo gibt es in Deutschland einen Eheweg?
Es gibt mehrere stationäre "Ehewege" in Deutschland (Schönstatt, Kösching, Memhölz, Salach). Es gibt zusätzlich noch drei mobile "Ehewege" (gelagert in Aulendorf, Steinenkirchen und Münster), die für Pfarreien, Veranstaltungen oder Jubelpaare gebucht werden können. Diese mobilen Wege können flexibel in Kirchen, um Kirchen herum, auf Dorfplätzen oder sogar in Fußgängerzonen aufgestellt werden.
Was habt ihr beide durch das Projekt Eheweg gelernt?
Die Arbeit mit dem "Eheweg" war eine schöne Aufgabe, die eigene Erfahrungen (gelungene und schwierige) weiterzugeben. Nach bald 44 Ehejahren ist die Liebe gewachsen, und trotz schwieriger Phasen überwiegen die guten Dinge, wenn man danach sucht. Das Projekt hat uns persönlich viel gegeben und geholfen.
Herzlichen Dank, Karin und Kuno, für euren Mut diesen Weg zu gehen!
Das Interview führte Pater Hans-Martin Samietz ISch
