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Michael Gerber: Hab Mut, steh auf!
(Motiv: Katholikentag.de)
Kommentar der Woche:
Hab Mut, steh auf!
Bischof Dr. Michael Gerber, Fulda (Foto: Katholikentag.de)
Dr. Michael Gerber
Hab Mut, steh auf!
13.05.2026
Das Motto des Katholikentages in dieser Woche in Würzburg passt in die aktuelle Zeitsituation. Vieles, was an Nachrichten auf uns hereinprasselt, kann eine entmutigende Wirkung entfalten. Als Zitat aus dem Markusevangelium genommen (10,49) ist es ein Zuspruch an den blinden Bettler Bartimäus, aufzustehen und auf Jesus zu zugehen.
Wiederholt begegnet uns dieses Phänomen in den Evangelien. Da sind Menschen „am Boden“ im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Und genau in dieser Situation kommt es zu einer Begegnung mit Jesus, die ihr Leben verändert, die eine ganz neue Dynamik in ihr Leben bringt. Das ist die Erfahrung, welche in den vergangenen 2000 Jahren immer wieder Menschen mit Jesus gemacht haben: Da, wo ich am Boden bin, da begegnet mir der Herr in neuer Weise.
Im Rahmen meiner Krebserkrankung im vergangenen Jahr hat mich eine solche Erfahrung ebenfalls bewegt. In der vollständigen Version heißt der Zuspruch an den blinden Bettler: „Hab Mut, steh auf, er ruft dich.“ Das Markusevangelium deutet die Erfahrung so, dass Bartimäus in einem sehr tieferen Sinn erfährt, wozu er berufen ist, was sein Auftrag ist in dieser Welt. Wenn wir in diesen Tagen in Würzburg sind oder wenn wir den Katholikentag im Gebet begleiten, kann das unsere Bitte sein: Dass Zeiten der Krise zu Momenten werden, in denen Menschen tiefer ihre Berufung und Sendung erfahren und so die Kraft bekommen, nicht nur aufzustehen, sondern loszugehen, Jesus hinterher.
Bischof Dr. Michael Gerber
Fulda
