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„100 Orte für 100 Jahre“ – Jubiläumsbegegnungen im Westerwald
Eine Delegation der Schönstätter Marienschwestern besucht im Rahmen ihrer Jubiläumsaktion „100 Orte für 100 Jahre“ Wallmerod im Westerwald, wo wenige Jahre nach Gründung der Gemeinschaft eine Filiale der Schwesterngemeinschaft eröffnet wurde (Foto: Schönstätter Marienschwestern)
Sr. Christina-Maria Greiner. 100 Jahre Schönstätter Marienschwestern – das ist Grund zum Feiern, zum Zurückblicken und zum Danken! Im Rahmen der Aktion „100 Orte für 100 Jahre“ pilgern die Schwestern in ihrem Jubiläumsjahr noch einmal zurück an einige Orte, in denen in den vergangenen 100 Jahren Mitglieder der Gemeinschaft gelebt und gewirkt haben. Die Besuche sind Ausdruck der Dankbarkeit für allen Segen Gottes und für alle geöffneten Herzen und Türen, die den Schwestern ihren Dienst für die Menschen ermöglicht haben. Am 9. Mai 2026 gab es aus diesem Anlass Jubiläumsbegegnungen ganz in der Nähe des Ursprungsortes Schönstatt: in Wallmerod und Steinefrenz im Westerwald, Diözese Limburg.
Einzug in Wallmerod bald nach der Gründung der Gemeinschaft
Es ist erstaunlich, wie schnell die junge Gemeinschaft im Umkreis von Vallendar-Schönstatt bekannt wurde. Bereits wenige Jahre nach der Gründung 1926 fragte der damalige Pfarrer von Wallmerod im Mutterhaus der Gemeinschaft nach Marienschwestern für seine Pfarrei. Er erhielt die Zusage, dass vier Schwestern kommen würden. Eigens für sie ließ der Pfarrer mit Unterstützung des Bürgermeisters 1930 ein Haus für die Schwestern bauen, in das diese bald einziehen konnten.
Die Besucherinnen vor dem „Marienheim“ heute (Foto: Schönstätter Marienschwestern)
Das „Marienheim“ – Heimat für viele
Vielen Menschen wurde das Schwesternhaus in Wallmerod, das „Marienheim“, wie es bis heute heißt, eine zweite Heimat. Die Schwestern lebten und arbeiteten dort bis 1992. Sie nahmen Anteil am Leben der Bevölkerung und waren offenbar besonders in der Kriegs- und Nachkriegszeit eine Orientierung und Stütze in den verschiedensten Nöten. Generationen von Wallmerodern besuchten den Kindergarten der Schwestern oder erhielten bei ihnen Unterweisung im Kochen, Backen oder Nähen. Viele von ihnen erinnern sich noch heute an „ihre“ Kindergartenschwester. So auch Volker Lemke, der die Begegnung am 9. Mai organisiert hat. Der hobbymäßige Heimatkundler denke dankbar zurück an Schwester M. Minneborg Marx, die seine Kindheit maßgeblich geprägt habe.
An diesem sonnigen Samstag im Mai sind einige Wallmeroder der Einladung gefolgt, im „Marienheim“ den aus Schönstatt und Dietershausen gekommenen Marienschwestern zu begegnen und bei Kaffee und Kuchen Erinnerungen aufleben zu lassen.
Auf einer Foto-Galerie im „Marienheim“, die zum 90-jährigen Jubiläum des Kindergartens zusammengestellt wurde, entdeckt sich Schwester M. Idda Dasbach, die aus Wallmerod stammt (Foto: Schönstätter Marienschwestern)
Eine Foto-Galerie weckt Kindheitserlebnisse
Kathrin Krüger leitet die katholische Kindertagesstätte, die sich heute im ehemaligen Schwesternhaus befindet. Sie wies vor allem auf die Foto-Galerie hin, die zum 90-jährigen Jubiläum des Kindergartens zusammengestellt wurde, und in der die Kindergartengruppen mit ihren Erzieherinnen aus den Jahren 1935 bis 2025 zu sehen sind.
Im Gespräch mit Sr. M. Idda Dasbach (Foto: Schönstätter Marienschwestern)
Und welche Überraschung: Unter den Kindern auf den Bildern entdeckt sich Schwester M. Idda Dasbach! Die aus Wallmerod stammende Marienschwester ging früher selbst in diesen Kindergarten und erzählte lebendig von ihren Kindheitserlebnissen. Mit allem hätte man zu den Schwestern kommen können, ihr Rat wäre gefragt gewesen, ihre Hilfe stets zur Stelle, so Schwester M. Idda. Die Nähe und Art der Schwestern hätten schon in ihrer Kindheit in ihr den Wunsch geweckt, selbst Schönstätter Marienschwester zu werden. 1964 trat sie in die Gemeinschaft ein. In diesem Jubiläumsjahr noch einmal an ihren Heimatort kommen zu können, war für sie ein großes Geschenk.
Besuch in Steinefrenz (Foto: Schönstätter Marienschwestern)
Wiedersehens-Freuden in Steinefrenz
Auch im nahegelegenen Steinefrenz, wo bis 2006 Marienschwestern lebten (unter anderem auch Schwester M. Idda), gab es im Pfarrheim von St. Matthias an diesem Nachmittag herzliche Wiedersehensfreuden mit früheren Kindergartenkindern, die inzwischen selbst Kinder und Enkel haben, und mit Frauen, die sich dankbar an ihre Mädchen- und Jugendgruppen unter der Leitung von Schönstätter Marienschwestern erinnern.
Verabschiedung in Steinefrenz (Foto: Schönstätter Marienschwestern)
Den Abschluss der Begegnung bildete die Heilige Messe in St. Matthias mit Schönstatt-Pater Peter Kühlcke. Die Schwestern gestalteten den Gottesdienst durch Lied, Fürbitten und einen warmherzigen Gabengang mit und verabschiedeten sich am Ende der Feier am Ausgang der Kirche persönlich von den Mitfeiernden. Dankbarkeit und Freude war auf beiden Seiten zu spüren, und besonders der Abschied von Schwester M. Idda wollte fast kein Ende nehmen.
Schwestern unterwegs zu „100 Orten“ (Foto: Schönstätter Marienschwestern)
Dank für einen gesegneten Teil der Geschichte der Schönstätter Marienschwestern
Wallmerod und Steinefrenz: Orte, an denen sich ein gesegneter Teil der Geschichte der Schönstätter Marienschwestern vollzogen hat. Oder wie es im Gabengang von den Marienschwestern zum Ausdruck gebracht wurde: „Wir bringen einen offenen Torbogen zum Dank für alle Menschen in Steinefrenz, Wallmerod und Umgebung, dass sie in vielen Jahren Herzen und Türen für unsere Mitschwestern geöffnet und sie unterstützt haben: durch ihr Wohlwollen, verschiedene Anregungen, vielfältige Hilfen und Dienstleistungen, manches gute Wort und viele guten Gaben.“
„100 Orte für 100 Jahre“
Die nächsten Termine von „100 Orte für 100 Jahre“:
- 17. Mai 2026: Kapellchenfest Dingelstädt-Silberhausen (Diözese Erfurt)
- 24.Mai 2026: Pfarrfest in Brotdorf (Diözese Trier)
- 26. Mai 2026: Maiandacht in Jülich-Selgersdorf (Bistum Aachen)
- 27. Mai 2026: Begegnungs-Nachmittag in Dudenhofen (Bistum Speyer)
- 14. Juni 2026: Gottesdienst und Begegnung in Ediger (Bistum Trier)
