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„Mit Maria dem Wind trauen – im Sturm glauben“ – BERGfest auf dem Marienberg
BERGfest am 1. Mai: Festgottesdienst vor dem Schönstatt-Heiligtum auf dem Marienberg in Schesslitz, Erzbistum BambergL (Foto: JensHeikoS)
Renate Siebenkäs/Hbre. Mehrere hundert Gläubige sind am 1. Mai zum traditionellen Bergfest auf den Marienberg in Scheßlitz, im Erzbistum Bamberg, gekommen, vor allem um das Hochfest Marias, der Schutzfrau Bayerns (Patrona Bavariae) zu feiern und sich geistlich stärken zu lassen. Thematisch stand der Gedanke, in den Stürmen der Zeit Halt im Glauben zu finden und sich neu an Maria zu orientieren im Zentrum.
Den Festgottesdienst leitete Schönstattpriester Andreas Hornung. In seiner Begrüßung stellte er Maria als Wegweiserin zu Christus in den Mittelpunkt und erinnerte an die tiefe Verwurzelung der Marienverehrung in Bayern. Gerade in unsicheren Zeiten brauche es Schutz und einen „Anker für die Seele“. Die Begegnung mit Maria könne helfen, auch in stürmischen Lebenssituationen innere Ruhe zu finden: „Christus bringt uns das Heil in den Stürmen unseres Lebens.“
Pfarrer Andreas Hornung (links) stand dem Festgottesdienst vor. Nach dem Evangelium, durch den Diakon vorgetragen, hielt Domkapitular Martin Emge (rechts) die Festpredigt (Foto: JensHeikoS)
Im Boot durch stürmische Zeiten
Die Festpredigt hielt Domkapitular Martin Emge, der bezugnehmend auf das Motto des Tages „Mit Maria dem Wind trauen – im Sturm glauben“ das Bild einer Fahrt über das aufgewühlte Meer wählte. Unsicherheit, fehlende Orientierung und die Sehnsucht nach einem sicheren Hafen spiegelten Erfahrungen der Gegenwart wider. In diese Situation stellte er Maria als Wegbegleiterin: „Maria sitzt mit uns im Boot der Kirche in unserer Zeit.“
Emge beschrieb Maria als Frau mit „Unsicherheitskompetenz“. Anhand biblischer Szenen – von der Verkündigung bis zur Suche nach dem zwölfjährigen Jesus im Tempel – zeigte er, wie sie sich immer wieder auf unsichere Situationen einließ und im Vertrauen auf Gott ihren Weg ging. Auch in Zeiten der Verunsicherung der Jünger habe sie Ruhe ausgestrahlt und zum Gebet geführt.
Zum Angebot für Kinder gehörte auch das Mitfahren auf einem historischen Traktor (Foto: JensHeikoS)
Maria: Schutzmantelmadonna, Pietà und Mutter
In drei Bildern entfaltete der Prediger die Bedeutung Mariens: als Schutzmantelmadonna, die Raum für alle bietet; als Pietà, die im Leid unter dem Kreuz ausharrt; und als Mutter, die im „Maria-Hilf-Bild“ Nähe und Fürsorge zuspricht. Schönstätter seien eingeladen, sich auf dem Weg des Liebesbündnisses mit Maria zu verbinden. Ein Weg, der zu einer persönlichen Beziehung mit Maria führe und ein Weg, der im Alltag tragfähig sei.
Zugleich betonte Emge die Bedeutung geistlicher Orte: Wallfahrtsorte wie der Marienberg könnten in stürmischen Zeiten Halt geben, „wie eine Arche auf stürmischer See“. Mit einem Wort Pater Josef Kentenichs aus dem KZ Dachau schloss er: „Und heult der Sturm und tobt der Wind … ich denke wie des Schiffers Kind: Der Vater sitzt am Steuer.“
Ein Ort, der Heimat erfahren lässt
Für viele Teilnehmende ist der Marienberg ein vertrauter Ort. „Dieser ist unser zweites Wohnzimmer geworden“, sagten Besucher aus Thüringen, die bereits zum 32. Mal angereist waren. Eine andere Teilnehmerin beschrieb den Auftakt in den Marienmonat als „segensreich schönen“ Moment, der von Dankbarkeit geprägt sei. Das „Bergfest“ war für viele der Besuchenden auch in diesem Jahr wieder ein stärkender Moment und das Leitwort „Mit Maria dem Wind trauen – und im Sturm glauben“ wurde als ein zuversichtliches und alltagstaugliches Wort erfahren.
Zum Programm des Tages gehörte auch eine Prozession über das Gelände des Marienberges (Foto: JensHeikoS)
