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Urheiligtum in Schönstatt braucht möglicherweise eine neue Sakristei
Zum Ursprungs-Ensemble des internationalen Wallfahrtsortes Schönstatt, Vallendar, gehören das Urheiligtum und das sogenannte Alte Haus (Foto: Brehm)
Hbre. Das Urheiligtum in Schönstatt ist Ursprungsort und geistliches Zentrum der Schönstatt-Bewegung und für die weltweite Schönstattfamilie ein entscheidender heiliger Ort. In der kleinen Kapelle schloss Josef Kentenich 1914 mit Jugendlichen das sogenannte Liebesbündnis, das den Kern der Spiritualität Schönstatts darstellt. Das Urheiligtum ist nicht nur für Schönstätter ein Gnadenort, an dem Menschen Beheimatung, innere Wandlung und Sendung erfahren und von dem ein weltweiter „Segensstrom“ ausgeht.
„Altes Haus“ und Urheiligtum stehen in einem inneren Zusammenhang
Doch ist die Sendung des Urheiligtum nicht zu denken ohne das unmittelbar gegenüberliegende sogenannte "Alte Haus" oder wie es heute heißt „Haus St. Marien“. Dieses ist nicht einfach irgendein Nebengebäude am Rand des Heiligtums. Dort befand sich das Urschulungsheim. Dort ist die Gründungsgeschichte Schönstatts konkret verdichtet. Dort wurde die Gemeinschaft der Schönstätter Marienschwestern gegründet. Es war Sitz der Zentrale der Schönstatt-Bewegung in ihren ersten 40 Jahren der Gründung und Ausbreitung. Zum „Ursprungs-Ensemble“ gehört also die kleine Kapelle als geistlicher Ursprung und das Schulungshaus, wo die pädagogische und gemeinschaftliche Formung der ersten Generation Schönstatts stattfand.
Haus St. Marien beherbergt seit Jahrzehnten die Sakristei für das Urheiligtum
Vom Anfang der Geschichte an spielte für die liturgischen Notwendigkeiten in der Gnadenkapelle Haus St. Marien auch eine Rolle als Sakristei. Deshalb war die Schönstatt-Bewegung froh und dankbar, dass mit der Schenkung des Urheiligtums durch die Gemeinschaft der Pallottiner am 22. Mai 2013 – also im Vorfeld des 100-jährigen Jubiläums der Schönstattbewegung 2014 – von den Pallottinern die Möglichkeit eröffnet wurde, Räume im Erdgeschoss von Haus St. Marien zu mieten und weiter als Sakristei und als Orte der Begegnung zu nutzen.
Neben Begegnungsmöglichkeiten im Vorraum beherbert das Haus St. Marien die eigentliche Sakristei für das Urheiligtum, wo es nicht nur Platz für liturgische Gerätschaften und Umkleidemöglichkeiten für die Priester gibt, sondern auch die gesamte Technik bereitgestellt ist, die für die weltweite Übertragung der täglich stattfindenden Gottesdienste und Gebetszeiten gebraucht wird (Foto: Sr. M. Vanda Friedrich)
Kündigung der Räume in St. Marien schafft praktisches und symbolisch-geistliches Problem
Dass die Pallottiner nun aufgrund nicht näher definierter neuer Bedarfe den Mietvertrag für die Räume in St. Marien, die die Sakristei beherbergen, gekündigt haben, stellt die Schönstatt-Bewegung kurzfristig vor die Herausforderung, eine Ersatzlösung für die Sakristei zu finden. Zudem sieht die Bewegung in der funktionalen Trennung des alten Hauses von der Gnadenkapelle auch eine mögliche Verdunkelung des inneren Zusammenhangs zwischen heiligem Ort und dem geschichtlich wichtigen Urschulungsort. Damit entsteht nicht nur ein praktisches Problem, sondern ein Problem auf symbolischer und geistlicher Ebene. Der Ort verliert an Kohärenz, an Lesbarkeit und an geistlicher Stimmigkeit.
Gebetsinitiative des Institutes der Schönstatt-Familien
Eine Initiative des Institutes der Schönstatt-Familien greift die anstehende Räumung der Sakristei im „Alten Haus“ auf. Vertreter der Gemeinschaft empfinden den bevorstehenden Abschied von dem geschichtsträchtigen Ort, „der über Jahre nicht nur funktionaler Raum, sondern auch prägender Begegnungsort am Urheiligtum war“, als echten Verlust. Die Initiativgruppe lädt die Mitglieder ihrer Gemeinschaft und darüber hinaus alle Schönstätter dazu ein, sich „in Leidenschaft und Wagemut“ im Gebet zu verbinden und Gott und die Gottesmutter um eine gute Lösung der Sakristeifrage des Urheiligtums zu bitten. Der Vorschlag ist, sich täglich mit dem Urheiligtum geistig zu verbinden und das Vertrauensgebet „Ich bau auf Deine Macht und Deine Güte ...“ zu beten.
Spendenaufruf
Zugleich ruft die Initiative zu konkreter Solidarität auf. Neben dem geistlichen Beitrag werden auch finanzielle Unterstützungen für Planungen, Genehmigungen und mögliche Übergangs- oder Neubaukosten angeregt. Wer in diesem Sinne unterstützen könne, möge dafür das Konto des Schönstatt-Patres International e.V. nutzen.
- Spendenkonto:
Schönstatt-Patres International e.V.
DE60 4006 0265 0003 1616 02
Verwendungszweck: Sakristei Urheiligtum. - Videomotivation des Institutes der Schönstattfamilien (youtube)
- Das vorgeschlagene Gebet:
„Ich bau auf deine Macht und deine Güte,
vertrau auf sie mit kindlichem Gemüte.
Ich glaub, vertrau in allen Lagen blind
auf dich du Wunderbare, und dein Kind."
(J. Kentenich)
