Nachrichten

22. April 2026 | Deutschland | 

„Landvergnügen“ meets Schönstatt


Eine so große Zahl von Wohnmobilen auf dem Parkplatz vor dem Pater-Kentenich-Haus in Schönstatt, Vallendar, ist durchaus ungewöhnlich: Botschafter des Netzwerkes "Landvergnügen" sind zu einer Tagung im Tagungszentrum Marienland versammelt (Foto: Dold)

Eine so große Zahl von Wohnmobilen auf dem Parkplatz vor dem Pater-Kentenich-Haus in Schönstatt, Vallendar, ist durchaus ungewöhnlich: Botschafter des Netzwerkes "Landvergnügen" sind zu einer Tagung im Tagungszentrum Marienland versammelt (Foto: Dold)

Schwester M. Anrika Dold. Am zweiten April-Wochenende 2026 sorgten rund 40 Campingbusse und Wohnmobile auf dem Parkplatz vor dem Pater-Kentenich-Haus auf Berg Schönstatt für Aufmerksamkeit. Anlass war ein Treffen von Botschafterinnen und Botschaftern des Berliner Verlags „Landvergnügen“, der das Tagungszentrum Marienland als ausgewählten Gastgeberort für ein bundesweites Zusammenkommen ausgewählt hatte.

Begegnung unterschiedlicher Welten

Das Netzwerk „Landvergnügen“ ermöglicht Camping-Reisenden, die Mitglied sind, für 24 Stunden kostenfrei auf Privatgrundstücken regionaler Anbieter zu übernachten und abseits bekannter Touristenpfade ungestört Ruhe und Naturnähe zu genießen. Seit rund zwölf Jahren etabliert Gründer Ole Schnack dieses Konzept auch in Deutschland. Inzwischen umfasst das Angebot über 2.100 Gastgeber in Deutschland, Österreich und der Schweiz und wird seit diesem Jahr vollständig digital über eine App organisiert.

Ole Schnack im Gespräch (Foto: Dold)

Ole Schnack im Gespräch (Foto: Dold)

Für das „Botschafter-Treffen“, also für Mitglieder, die die Idee unter Gleichgesinnten verbreiten wollen, wurde in diesem Jahr mit dem Tagungszentrum Marienland als Gastgeber ein besonderer Ort gewählt. Hier trafen engagierte Vertreterinnen und Vertreter des Camping-Netzwerks auf ebenso engagierte Menschen eines geistlichen Umfelds. Während Natur, Ruhe und Landschaft vielen vertraut waren, überraschte die offene Atmosphäre des Ortes: „Hier sind alle so froh und lachen viel, überhaupt nicht zurückgezogen und hinter einer Klostermauer versteckt – alles atmet viel Freiheit!“, beschreibt ein Teilnehmer seine Eindrücke.

Einblick in geistliches Leben

Im Austausch mit auf Berg Schönstatt angesiedelten Bewohnern erhielten die Gäste Einblicke in das Leben vor Ort. Gespräche entstanden spontan, etwa mit Schönstätter Marienschwestern, die über ihren Alltag berichteten oder Fragen zum Ort beantworteten. Für Interessierte gab es eine Führung über das Gelände, die diese Begegnungen vertieften. Dabei wurde deutlich, dass es den Marienschwestern, die in diesem Jahr ihr 100jähriges Bestehen feiern, weniger um theoretische Konzepte des Glaubens geht als um gelebte Erfahrungen, um die Verbindung des alltäglichen Lebens mit einem die Menschen liebenden Vater-Gott. Spannend waren auch Gespräche darüber, wie ein ganzheitliches Leben im Einklang mit Natur, Mitmenschen und dem eigenen Glauben gelingen kann.

Das Tiny House, das hier aufgebaut wird, wird das Hydroponik-Gewächshaus-Projekt beherbergen (Foto: Dold)

Das Tiny House, das hier aufgebaut wird, wird das Hydroponik-Gewächshaus-Projekt beherbergen (Foto: Dold)

Die Beete der Vertical Farm werden angelegt (Foto: Dold)

Die Beete der Vertical Farm werden angelegt (Foto: Dold)

Die Teilnehmer genießen die Abwechslung der unterschiedlichen Lebenswelten (Foto: Dold)

Die Teilnehmer genießen die Abwechslung der unterschiedlichen Lebenswelten (Foto: Dold)

Nachhaltigkeit sichtbar gemacht

Mit Blick auf Fragen der Nachhaltigkeit und den Schutz der Umwelt und Natur stand das seit kurzer Zeit am oberen Ende des Parkplatzes stehende auffällige signalgelbe Tiny-House im Fokus: Der „Freundeskreis Marienland e. V.“ nutzt es als Teil eines Projekts zur Vermittlung nachhaltiger Lebensweisen. Im Hydroponik-Gewächshaus wird eine Anbaumethode gezeigt, bei der Pflanzen ohne Erde wachsen und Wasser in einem geschlossenen Kreislauf genutzt wird, also Pflanzenanbau in einem ressourcenschonenden System. Ergänzt wird dies im Tiny-House durch Ansätze eines platzsparenden, vertikalen Pflanzenanbaus (Vertical Farming).

Unter fachkundiger Anleitung wurde das Gewächshaus an diesem Wochenende bepflanzt. Der Standort soll künftig als Schulungs- und Anschauungsort dienen. Für die Teilnehmenden war die „Parallelität“ des Treffens großer Wohnmobile die den Parkplatz füllten und des gleichzeitigen Einzuges der kleinen Pflanzen in ihre neue Umgebung, beeindruckend. Eine „Begegnung“, die sinnbildlich für das Geschehen des Wochenendes stehen kann.

Miteinander im Gespräch

Wesentlich für die Teilnehmenden des Wochenendes war die Erfahrung von Begegnung. Unterschiedliche Lebenswelten trafen aufeinander, Gespräche entstanden, Perspektiven erweiterten sich. „Es bringt etwas, einfach mal das Handy wegzulegen und miteinander zu reden“, betont Ole Schnack. Das Interesse aneinander und der Austausch seien ein wichtiger Beitrag für eine gesellschaftliche Notwendigkeit, nämlich „miteinander reden, sich austauschen, sich interessieren“. „Das ist es doch, was gegenseitiges Verständnis schafft!“


Top