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JKI-Preis 2026 verliehen – Auszeichnung für Arbeit über Freiheit und Verantwortung
Die JKI-Preisträgerin 2026, Carina Blank, bei der JKI-Tagung im Bildungs- und Gästehaus Berg Moriah, Simmern Ww (Foto: Brehm)
Uta Söder/Hbre. Am 22. März 2026 ist Carina Blank mit dem Jahrespreis des Josef-Kentenich-Instituts (JKI) ausgezeichnet worden. Die mit 500 Euro dotierte Ehrung würdigt ihre Masterarbeit „Verantwortung aus Freiheit“, die an der Pädagogischen Hochschule Weingarten mit der Bestnote 1,0 bewertet wurde. Die Arbeit verbindet theologische Grundlagen mit spirituellen Traditionen und erschließt deren Bedeutung für die religionspädagogische Praxis.
Übergeben wurde der mit 500 € dotierte Preis von Dr. Gertrud Pollak, Dr. Peter Wolf und Dr. Joachim Söder, dem Präsidenten des JKI (Foto: U. Söder)
Freiheit und Verantwortung im Vergleich
Im Zentrum der ausgezeichneten Arbeit steht die Frage, wie Freiheit und Verantwortung im christlichen Denken zusammengehören. Carina Blank entfaltet zunächst die theologischen und historischen Grundlagen beider Begriffe und stellt anschließend zwei spirituelle Traditionen gegenüber: die ignatianische Spiritualität und die Schönstattspiritualität.
Das jeweilige Freiheitsverständnis bildet dabei den Ausgangspunkt für den Vergleich. Darauf aufbauend arbeitet die Autorin heraus, wie Verantwortungsethik in beiden Ansätzen Gestalt gewinnt und welche geistlichen Dynamiken daraus erwachsen.
Gelebter Glaube im Widerstand
Ein besonderes Gewicht erhält die Arbeit durch den Blick auf konkrete Lebenszeugnisse. Am Beispiel von Alfred Delp und Pater Franz Reinisch zeigt Blank, wie christliche Überzeugungen in existenziellen Situationen tragen können. Beide Persönlichkeiten stehen für einen Glauben, der auch unter den Bedingungen des Nationalsozialismus zu verantwortetem Handeln und Widerstand geführt hat.
Carina Blank stellt Aspekte ihrer Arbeit vor (Foto: U. Söder)
Impulse für den Religionsunterricht
Im abschließenden Teil entwickelt die Autorin religionspädagogische Perspektiven. Sie zeigt auf, wie die gewonnenen Einsichten für den Unterricht fruchtbar gemacht werden können. Religiöse Bildung wird dabei als Raum verstanden, in dem Menschen befähigt werden, eigenständig zu urteilen und verantwortet zu handeln.
Wissenschaftlich fundiert und geistlich sensibel
In der Würdigung hebt Hochschulpfarrer Manuel Gärtner die Qualität der Arbeit hervor: Sie überzeuge „durch ihren klaren Aufbau, durch ihre sprachliche und gedankliche Präzision“ sowie durch eine nachvollziehbare Argumentation und die Erschließung sehr guter Literatur. Zugleich sei die Arbeit wissenschaftlich fundiert, geistlich aufmerksam und pädagogisch anschlussfähig.
Die Arbeit mache deutlich, dass Freiheit nicht im Gegensatz zur Verantwortung steht, sondern in ihr zur Entfaltung kommt. „Sie zeigen mit Ihrer Arbeit”, so der Laudator, “dass Freiheit Gabe und Aufgabe ist. Sie zeigen, dass Verantwortung nicht das Gegenteil von Freiheit ist, sondern ihre Frucht. Sie zeigen, dass geistliche Traditionen dann lebendig werden, wenn sie Menschen helfen zu reifen, zu unterscheiden, zu entscheiden und zu handeln. Und Sie zeigen, dass religiöse Bildung gerade dort stark wird, wo sie Menschen nicht bevormundet, sondern sie zur Freiheit in Verantwortung befähigt.“
Mit der Preisverleihung würdigt das Josef-Kentenich-Institut eine Arbeit, die theologische Tiefe mit praktischer Relevanz verbindet.
Die Preisverleihung fand statt im Rahmen der Jahrestagung des Josef-Kentenich-Institutes 2026 (Foto: U. Söder)
Mehr Informationen
- Internetseite des JKI: www.j-k-i.de
