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25. März 2026 | Deutschland | 

„Frau im Sturm“ – Frühjahrstagung berufstätiger Frauen in Würzburg fragt nach innerer Freiheit


Im selbst erstellten Kunstwerk einer „Frau im Sturm“ verdichten sich die Erfahrungen und Fragen eines Wochenendes, das Frauen dazu eingeladen hat, ihren eigenen Standpunkt in bewegten Zeiten zu finden (Foto: Ludwig)

Im selbst erstellten Kunstwerk einer „Frau im Sturm“ verdichten sich die Erfahrungen und Fragen eines Wochenendes, das Frauen dazu eingeladen hat, ihren eigenen Standpunkt in bewegten Zeiten zu finden (Foto: Ludwig)

Sr. Evamaria Ludwig. Zur Frühjahrstagung der Schönstattbewegung Berufstätige Frauen trafen sich vom 13. bis 15. März 2026 Frauen aus ganz Deutschland im Schönstattzentrum Marienhöhe, Würzburg. Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit der Frage nach der „inneren Freiheit“ im Bild der „Frau im Sturm“. Gemeinschaft, Impulse, Austausch und kreative Elemente verbanden sich zu einem Wochenende, das die persönlichen Lebensfragen mit spirituellen Anregungen verknüpfte.

Zwischen Lebenswirklichkeit und Gleichwertigkeit

Den inhaltlichen Auftakt bildeten Stimmen von Frauen aus unterschiedlichen Zeiten und Lebenssituationen, die Sibylle Wacher einbrachte. Ihre Erfahrungen ließen erahnen, wie sehr „stürmische Ereignisse“ Lebenswege prägen können und wie intensiv das Ringen um einen gerechten Platz in der Gesellschaft sein kann. Dabei ging es nicht allein um Gleichberechtigung, sondern – wie es im Sinne Pater Josef Kentenichs formuliert wurde – um die „Gleichwertigkeit jedes Menschen“.

 

Selbst kreativ werden - eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik des Tages (Fotos: Ludwig)

Innere Freiheit im Gegenwind

Im weiteren Verlauf rückte Gabriele Sudermann die Frage in den Fokus, wie Menschen heute Orientierung finden. „Woher weht heute der Wind?“ – diese Leitfrage eröffnete den Blick auf gesellschaftliche Strömungen und persönliche Herausforderungen. Innere Freiheit zeige sich dabei als Fähigkeit, den „Mut zur eigenen Meinung“ zu entwickeln und sich nicht vorschnell einordnen zu lassen. Zugleich wurde deutlich, wie sehr es Zivilcourage und eine bewusste eigene Meinungsbildung brauche, um im „Sturm“ der Zeit standzuhalten.

Kreativer Ausdruck eines inneren Prozesses

Ein zentrales Element der Tagung war die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema. In einer von Renate Reimer angeleiteten Einheit entstanden Skulpturen: ein Frauengesicht, eingebettet in einen Baumstamm, mit „festen Wurzeln“ und dem Blick zum Himmel. Dieses Bild verdichtete die Botschaft der Tagung: Verwurzelung im Glauben und Offenheit für die Herausforderungen der Gegenwart. Begleitende Zitate des Schönstatt-Gründers Pater Josef Kentenich zur Freiheitserziehung unterstrichen dabei die Dynamik von freiem Willen, Entscheidungsfähigkeit und innerer Reifung.

Vorbilder gelebter Standhaftigkeit

Ein weiterer Akzent des Tages steuerte das Lebenszeugnis von Maria Laufenberg bei, das Dr. Christa Peters einbrachte. Ihr Weg, geprägt von Krankheit und den Herausforderungen der NS-Zeit, wurde als Beispiel für eine bemerkenswerte Frau im Sturm vorgestellt, die in äußeren und inneren Stürmen zu persönlicher Stärke fand. Ihr Leben machte erfahrbar, wie sich Freiheit im konkreten Alltag bewähren kann.

Spiritualität und Alltag verbinden

Gebetszeiten im Schönstattheiligtum sowie die gemeinsame Eucharistiefeier vertieften die inhaltlichen Impulse. Die Bitte „Herr, lass mich im Glauben wachsen“ brachte das Anliegen vieler Teilnehmerinnen auf den Punkt.

Die entstandenen Skulpturen begleiten die Frauen nun in ihrem Alltag – als sichtbares Zeichen dafür, „bewusst Wurzeln zu setzen“, sich den Herausforderungen zu stellen und anderen Halt zu geben. Die Tagung wird über das Wochenende hinauswirken und Spuren im persönlichen Leben der Teilnehmerinnen hinterlassen.

Die von den Frauen hergestellten Kunstfiguren der "Frau im Sturm" auf einem Tisch gesammelt (Foto: Ludwig)

Die von den Frauen hergestellten Kunstfiguren der "Frau im Sturm" auf einem Tisch gesammelt (Foto: Ludwig)


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