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24. März 2026 | Deutschland | 

„Manchmal bleiben Uhren stehn“ – Band „Treffpunkt Leben“ geht 2026 auf Jubiläumstournee


Eine Band mit Geschichte meldet sich zurück: „Treffpunkt Leben“ geht erneut auf Tour und verbindet alte Hits mit neuen Impulsen für heute. (Foto: Treffpunkt Leben)

Eine Band mit Geschichte meldet sich zurück: „Treffpunkt Leben“ geht erneut auf Tour und verbindet alte Hits mit neuen Impulsen für heute. (Foto: Treffpunkt Leben)

Hbre. Aus einer lebendigen Liedtradition der Schönstatt-Mannesjugend (SMJ) im Bistum Speyer hervorgegangen, prägte die Band „Treffpunkt Leben“ seit den 1980er-Jahren mit eigenen deutschsprachigen Songs kirchliche und kulturelle Veranstaltungen. Nach Jahren der Pause kehrt die Gruppe nun zurück auf die Bühne: Anlass ist der 70. Geburtstag eines der Gründer, der zur Idee einer Jubiläumskonzerttournee 2026 führte. Unter dem Titel „Manchmal bleiben Uhren stehn“ verbindet die Band frühere Erfolge mit neuen Liedern und richtet ihren Blick erneut auf Fragen von Glaube, Leben und gesellschafttlicher Entwicklung. Im Interview mit schoenstatt.de spricht Bandmitgründer Wilfried Röhrig über die Anfänge, über Brüche und neue Perspektiven der Band.

Vom „Schönstattnest“ hinaus – und die eigene Stimme finden

Wilfried, wie kam es zur Gründung der Band „Treffpunkt Leben“?

Klaus Glas und ich kannten uns von der SMJ in Speyer. Wir wurden dort in einer „lebendigen Liedtradition“ groß, schrieben selbst Lieder zu Jahresthemen, Exerzitien, Zeltlagern, Werkwochen und Tagungen. Eine ganze Reihe dieser Songs wurden zu echten Hits in der Schönstattjugend. Zum Beispiel: „Eine Handvoll Hoffnung“, „Ich bin bei euch zu jeder Zeit“, „Herr, ich weiß, dass bald ein neuer Morgen kommt“ und so weiter.

Doch mit dem Ende unserer SMJ- und Studentenzeit kam uns sozusagen das Publikum abhanden. Wir waren gemeinschaftsmäßig aus dem „Schönstattnest“ herausgefallen.

Was habt ihr gemacht? Das Liederschreiben war doch sicher nicht eine „Jugendepisode“?

Tatsächlich nein. Wir spürten: Wir möchten weiterhin Lieder schreiben. Jetzt nicht mehr eingebettet in ein Gemeinschaftsleben mit entsprechenden Themen, Strömungen, Anregungen „von außen“, sondern eher „von innen“: Wir stellten uns die Frage: Was bewegt mich, was bewegt uns? Wie ist es mit „Gott und der Welt“, dem Glauben und unserem Leben? Was spielt sich ab in unserem alltäglichen Leben, in Gesellschaft und Kirche, in uns selbst?

Eine Neuorientierung war also angesagt?

Ja, und damit entstand in mir die Idee, eine eigene Band ins Leben zu rufen – mit eigenen Liedern für Interessierte, Neugierige und Suchende auch jenseits der Kirchenmauern. Bei Klaus fand ich mit dieser Idee sofort begeisterte Zustimmung. Und eine zweite wichtige Person war Hans Jürgen Mayer, ein Schüler der Albertus-Magnus-Schule in Viernheim, an der ich seit 1984 als Lehrer arbeitete, und der bei der musikalischen Gestaltung der Schulgottesdienste als Gitarrist mitwirkte. Damit war die „Keimzelle“ unserer Band ins Leben gerufen. Wir machten uns auf die Suche nach weiteren musikalischen Mitstreitern für Gesang, Schlagzeug, Bass (und später auch Keyboard) und erstellten ein erstes Konzertprogramm. Der Titel: „Manchmal bleiben Uhren stehn. Lieder wider die Oberflächlichkeit“. Unsere ersten Konzerte bestritten wir dann in Viernheim und in Vallendar-Schönstatt bei einer Studentenwallfahrt.

Unterwegs mit Liedern, die hängen bleiben

Hieß die Band von Anfang an „Treffpunkt Leben“ oder wie kam es zu diesem Namen?

Wann genau der Name „Treffpunkt Leben“ zum ersten Mal aufgetaucht ist und wer ihn ins Spiel gebracht hat, weiß ich nicht mehr genau. Möglicherweise war es Klaus. Er hat davon erzählt, er habe an der Tür seiner Wohnung im Studentenwohnheim ein kleines Plakat aufgehängt mit dem Satz: „Heute schon gelebt?“ Da es direkt neben dem Aufzug hing, wurde er öfter darauf angesprochen. Ich habe nur noch ganz lebendig die Situation vor Augen: Wir saßen im Auto bei der Heimfahrt von einem Konzert in Münster. Und bei einem Brainstorming auf der A45 in der Nähe von Frankfurt fiel irgendwann dieser Name. Und wir wussten mit einem Mal: „Treffpunkt Leben“ - ja, das ist es!

Ein Bild der Band "Treffpunkt Leben" aus ihren Anfangszeiten (Foto: Treffpunkt Leben)

Ein Bild der Band "Treffpunkt Leben" aus ihren Anfangszeiten (Foto: Treffpunkt Leben)

Und dann wart ihr als Band unterwegs?

Seit unserem Beginn 1986 bis Ende 1991 haben wir rund 50 Konzerte gegeben, von Münster (Westfalen) bis zum Bodensee. Höhepunkte waren zwei Rundfunk-Live-Auftritte und diverse kirchliche Großveranstaltungen. 1991 kam das Ende der Band, ausgelöst durch unterschiedliche Vorstellungen über den „Stellenwert“ der Band: ist „Treffpunkt Leben“ für uns ein schönes „Freizeithobby“ oder wollen wir (semi-) professionell arbeiten und z.B. eigene Tonträger produzieren?

Aber es gab den Versuch eines Neustarts?

Ja, 1996 machten wir in neuer Besetzung und der Herausgabe der CD „Manchmal bleiben Uhren stehn“ den Versuch einer „Wiederbelebung“, der dann – aus unterschiedlichsten Gründen – nur ein, zwei Jahre dauerte.

Neue Wege, alte Lieder – und die Freude am Wiedersehen auf der Bühne

Und dann Pause?

Nur bzgl. „Treffpunkt Leben“. Mein musikalisch-kreatives Wirken hatte – durch unsere Kinder und durch mein Wirken an der Schule – mit Songs für Kinder einen neuen, umfangreichen Schwerpunkt gefunden.

Dann kamen die Singspiele für Schule und Gemeinde und vor allem die drei Musicals „Auf dem Hochseil“, „GEFÄHRLICH Franz Reinisch“ und „Gottesspiel“.

Und wie kam es dazu, dass „Treffpunkt Leben“ jetzt nochmals zusammenkommt?

Im letzten Jahr rückte mein 70. Geburtstag ins Blickfeld. Mit ihm kam die Idee eines Live-Auftrittes von „Treffpunkt Leben“, mit einer Auswahl der alten Hits und mit Personen der alten Besetzung. Und dieses kleine musikalische Geschenk an meine Geburtstagsgäste kam so gut an – nicht zuletzt auch bei mir selbst – dass ich dachte: Lasst uns doch 2026 eine kleine Jubiläumstournee starten unter der alten/neuen Überschrift: Manchmal bleiben Uhren stehn. Lieder wider die Oberflächlichkeit.

Und so kann man Treffpunkt Leben 2026 nochmals hören und erleben?

Ja, wir wollen mit unseren alten und neuen Hits – erneut – einen Blick in die Welt werfen, aber in die Welt von heute, nachdenklich & meditativ, kritisch & heiter-ironisch und rockig & balladenhaft. Und wir freuen uns auf viele Zuhörerinnen und Zuhörer. Herzliche Einladung an alle Fragenden, Suchenden und alle Neugierigen!

Vielen Dank, Wilfried für das Gespräch!

Das Gespräch führte Heinrich Brehm

Konzerttermine

  • So 19.04.2026, 17.00 Uhr, Schönstattzentrum Liebfrauenhöhe, Rottenburg
  • Sa 25.04.2026, 19.00 Uhr, Schönstattzentrum Marienpfalz, Herxheim b. Landau
  • So 26.04.2026, 17.00 Uhr, St. Leodegar, Steinfeld (zusammen mit „Herztöne“)
  • Fr 05.06.2026, 20.00 Uhr, Jugendzentrum Marienberg, Vallendar-Schönstatt

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