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Glaube im Alltag verankern – Einkehrtag für Männer in Waldstetten bringt über 50 Teilnehmer zusammen
Was bedeutet es, Glauben heute sichtbar zu leben? Ein Einkehrtag für Männer ermutigte, den eigenen Weg im Glauben zu reflektieren.(Foto: Waldstetten)
Jürgen Langer. Höpfingen-Waldstetten. Mehr als 50 Männer sind am 15. März 2026 zum Einkehrtag der Schönstatt-Bewegung ins Schönstattzentrum Mariengart gekommen. Der sogenannte „Männertag“, der traditionell im März stattfindet und in diesem Jahr auf den vierten Fastensonntag „Laetare“ fiel, verband geistliche Impulse, gemeinsames Gebet und den Austausch mit anderen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Glaube heute im persönlichen Leben, im Beruf und in der Gesellschaft konkret gelebt werden kann.
Ein bewusstes Zeichen des Glaubens
Der Einkehrtag unterbricht für viele Teilnehmer bewusst den Alltag und auch den gewohnten Sonntag. Männer aus unterschiedlichen Lebensbereichen kommen zusammen, getragen von einer gemeinsamen Überzeugung: ihrem Glauben an Gott. Gerade vor dem Hintergrund einer zunehmend säkularen Gesellschaft gewinnt dieses Treffen an Bedeutung und setzt ein sichtbares Zeichen.
Neuer Ablauf mit Musik und Austausch
Die diesjährige Gestaltung setzte neue Akzente. So prägten musikalische Elemente den Beginn und luden im Verlauf des Tages immer wieder zum Mitsingen ein. Achim Dörr und Horst Löffler gelang es, die Teilnehmer aktiv einzubeziehen und damit eine offene Atmosphäre zu schaffen. Daneben waren es die Gesprächsrunden, in denen persönliche Erfahrungen und Fragen eingebracht werden konnten. Der Austausch war lebendig und zeigte das große Interesse, Glauben nicht nur individuell, sondern auch gemeinsam zu reflektieren.
Josef aus Ägypten als Impulsgeber
Einen zentralen inhaltlichen Akzent setzte Pater Kamil Pawlak OFMConv. aus Walldürn, der auch die heilige Messe feierte. In seinem Impuls richtete er sich mit Fragen direkt an die Lebenswirklichkeit der Teilnehmer: „Wer war ein Vorbild in deinem Leben?“ und „Willst du Gott in deinem Alltag einbeziehen?“
Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die biblische Gestalt Josefs aus Ägypten und dessen Weg „vom Sklaven zum Herrscher“. Trotz schwieriger Umstände sei Josef seinem Glauben treu geblieben, habe seine Fähigkeiten entwickelt und habe deshalb Verantwortung übernehmen können. „Wer Gott in sein Leben einbezieht, kann auch Krisen und Herausforderungen in einem größeren Zusammenhang sehen“, so der Referent, als er die Teilnehmer einlud, Josefs Geschichte auf ihr Leben zu übertragen.
Das Schönstatt-Zentrum Waldstetten ist seit Jahren Treffpunkt für einen gut besuchten Einkehrtag für Männer (Foto: Waldstetten)
Glaube, der sich weitergibt
Damit sich der Glaube im Alltag verankern könne, sei es wichtig, wahrzunehmen, dass der Glaube im Miteinander und im gelebten Zeugnis wachse, so der Referent. Ein Bild bringe diese Erfahrung auf den Punkt: „So wie eine Kerze sich an einer anderen Kerze entzündet, so entzündet sich Glaube an Glaube.“
Glaube verankere sich im Alltag jedoch auch dadurch, dass Christen ihre „Hand am Puls der Zeit“ haben und zugleich ihr „Herz bei Gott“, so der Pater, einen Gedanken des Schönstatt-Gründers Pater Josef Kentenich aufgreifend. Daraus ergäbe sich ein konkreter Auftrag: „Gedankenlosigkeit, Beziehungslosigkeit und Mutlosigkeit mit Engagement und Nächstenliebe zu begegnen.“
Gemeinschaft, die trägt
Zum Abschluss erinnert das Organisationsteam dankbar an Schwester M. Elena Karle, die die Einkehrtage über viele Jahre geprägt hat. Der Dank galt jedoch auch dem aktuellen Helferteam, das mit Verpflegung und Organisation für einen stimmigen Rahmen gesorgt hatte. Für die Teilnehmer wurde der Einkehrtag so zu einem Tag der Orientierung und Ermutigung mit der Hoffnung weckenden Erfahrung, dass Glaube im gemeinsamen Erleben wächst und so in den Alltag hineinwirken kann.
