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18. März 2026 | Deutschland | 

Zwei Diözesen, viele Anliegen, eine Konferenz – Erste Regionalkonferenz der Schönstattfamilienbewegungen der Diözesen Freiburg und Rottenburg-Stuttgart


Welche Wege erreichen Familien heute wirklich – und wie kann Schönstatt mit bewährten Formaten und neuen Impulsen darauf antworten? Ein gemeinsamer Studientag geht diesen Fragen nach und eröffnet überraschende Perspektiven. (Foto: Miller)

Welche Wege erreichen Familien heute wirklich – und wie kann Schönstatt mit bewährten Formaten und neuen Impulsen darauf antworten? Ein gemeinsamer Studientag geht diesen Fragen nach und eröffnet überraschende Perspektiven. (Foto: Miller)

Manuela & Peter Miller. Schwaben und Baden machen gemeinsame Sache: Die Leitungsfamilien der Schönstatt-Familienbewegung in den Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg haben sich am 1. März auf der Liebfrauenhöhe erstmals zu einer gemeinsamen Regionalkonferenz getroffen. Ziel des Tages war der Austausch über Erfahrungen, Initiativen und Herausforderungen – sowie die Frage, wie Anliegen und Angebote Schönstatts heute noch klarer und passgenauer vermittelt werden können. Und das Fazit am Ende war bei allen positiv. „Es war ein erster Schritt“, wie es ein Teilnehmer formulierte.

Obwohl beide Diözesen das Land Baden-Württemberg abbilden und es bereits zahlreiche Berührungspunkte gibt, hatte es bislang kein offizielles gemeinsames Treffen der Leitungskreise gegeben. Das hat sich nun geändert: Sieben Paare aus den beiden Leitungskreisen nahmen an der Veranstaltung teil sowie Sr. M. Vernita Weiß, Pater Thomas Fluhr ISch und Pater Stefan Strecker ISch. Die Initiative ging von Manuela und Peter Miller, Pater Ludwig Güthlein ISch und Sr. M. Anastasia Brandt aus, die den Tag vorbereitet hatten und moderierten.

Was hat sich bewährt? Wo gibt es Neues?

Im Mittelpunkt des Vormittags stand die Bestandsaufnahme: Welche Formate haben sich bewährt? Wo gibt es neue Ansätze? Wo stellen sich offene Fragen? Was lebt in unserer Diözese? Die positive Botschaft vorneweg: Es lebt in beiden Diözesen. Es gibt einige Veranstaltungen, die fest im Jahreskalender etabliert sind und die jedes Jahr viele Familien anziehen.

Die Teilnehmer der Regionalkonferenz tauschen sich auf einem Spaziergang untereinander aus (Foto: Miller)

Die Teilnehmer der Regionalkonferenz tauschen sich auf einem Spaziergang untereinander aus (Foto: Miller)

Aber es gibt auch neue Ansätze: In Freiburg hat sich etwa der Erziehungskurs als zugkräftig erwiesen, der im Format „Grow together“ weiterging. Zudem gibt es einen Online-Treff am Vorabend des 18. eines Monats, bei dem sich Familien über die Grundvollzüge austauschen. Ein „Herz-und-Hand“-Wochenende zur Pflege des Schönstattkerns oder ein „Deep dive“-Wochenede, um tiefer in den Glauben einzutauchen, sind ebenfalls neue Initiativen.

In Rottenburg fand erstmals ein Liebesbündnistag statt. Ein Fastenzeitwochenende und auch ein Eltern-Coaching-Wochenende sind in diesem Jahr erstmals auf dem Terminplan. Das „Revival“ für Paare ist ein erfolgreicher neuer Ansatz. Um die Familien zu erreichen gibt es in der Diözese einen Newsletter sowie einen Monatsbrief der Leitungsfamilie.  

Ehe-Start-up und Wachstumskreise

Sr. M. Anastasia berichtet darüber hinaus von neuen Konzepten, die in der Zentrale entwickelt wurden, wie etwa von den Wachstumskreisen oder einem „Ehe-Start-up“-Angebot für frisch Vermählte – um junge Paare, die auf der Suche sind, anzusprechen.

Eine Leitfrage des Tages lautete: Wie erreichen wir Familien mit den Inhalten und Anliegen Schönstatts? Voraussetzung dafür ist ein geklärtes Profil. Pater Ludwig Güthlein ging deshalb in seinem Impuls auf die Frage der „Identifikation mit Schönstatt“ ein. Auch Offenheit und Toleranz bräuchten einen klaren (Glaubens-)Kern, sonst werde alles beliebig, betonte der Schönstatt-Pater. Als zentrale Elemente Schönstatts nannte er das Liebesbündnis, den heiligen Ort – das Heiligtum – sowie die bleibende Rolle des Gründers Pater Josef Kentenich. Diese Mitte ermögliche Bindung in einer pluralisierten Welt. „Alle Strömungen der Zeit müssen sich an den Mauern brechen“, zitierte er Pater Kentenich – ehe es von Schönstatt aufgenommen wird.

In kleineren Gruppen werden Ideen gesammelt und Niedergeschrieben (Foto: Miller)

In kleineren Gruppen werden Ideen gesammelt und festgehalten (Foto: Miller)

Vorleben der Schönstatt-Werte

Der Impuls bildete die Grundlage für eine offene Aussprache: Was begeistert an Schönstatt? Was erleben Paare aber auch als störend? Und dies mit dem Blick darauf, wie es gelingen kann, Menschen neu für die Bewegung zu gewinnen.

Als eine wichtige Komponente wurde Authentizität benannt – das glaubwürdige Vorleben dessen, wofür Schönstatt steht – nach dem Motto: „Ich bin Schönstatt“. Ebenso wichtig seien verlässliche Beziehungen und eine kontinuierliche Kontaktpflege. Wer Familien begleiten wolle, müsse von ihnen wissen und mit ihnen im Gespräch bleiben.

Perspektiven und Kernverständnis

In weiteren Gesprächsrunden am Nachmittag wurden perspektivische Fragen aufgeworfen: Welche Themen in Kirche und Gesellschaft brauchen mehr Aufmerksamkeit und benötigen auch eine Antwort von Schönstatt? Wie ermöglichen wir ein Kernverständnis von Schönstatt? Wie wächst ein Verständnis für das Liebesbündnis – und wie finden Paare den Weg dorthin? Es war eine Fülle an Aspekten, die in dieser kurzen Zeit angesprochen, diskutiert und aufgenommen wurden.

Die Zeit war knapp, die Themenvielfalt groß. Entsprechend wurde der Tag als Auftakt verstanden. In der Abschlussrunde wurde ein positives Fazit dieses gemeinsamen Tages gezogen: Bestärkung, Zuversicht, Reichtum und Fülle, „Wir sind auf einem guten Weg“ waren Stichworte und die Erkenntnis, dass beide Diözesen an ähnlichen Themen arbeiten und voneinander profitieren können. „Es lohnt sich“, sagte ein Teilnehmer und ergänzte: „Das schreit nach mehr.“


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