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8. März 2026 | Schönstattkonferenz | 

Aufbruchsgeist, Miteinander und Wertschätzung – Geistliche Bündelung zum Abschluss der Schönstattkonferenz


Pater Felix Geyer ISch: geistliche Bündelung der Schönstattkonferenz 2026 (Foto: Brehm)

Pater Felix Geyer ISch: geistliche Bündelung der Schönstattkonferenz 2026 (Foto: Brehm)

Cbre/Hbre. Mit einer geistlichen Bündelung durch den Bewegungsleiter der Schönstatt-Bewegung Deutschland, Pater Felix Geyer, endete die Schönstattkonferenz in Vallendar. Er griff zentrale Erfahrungen der drei Tage auf: den spürbaren Aufbruchsgeist aus dem Liebesbündnis heraus, die inspirierenden Begegnungen mit Maria und dem Charisma der Bewegung sowie den Umgang mit den großen Fragen und Unsicherheiten der Gegenwart. Dabei rückte er besonders zwei Leitworte in den Mittelpunkt: Miteinander und Wertschätzung.

Das Publikum geht mit ... (Foto: Brehm)

Das Publikum geht mit ... (Foto: Brehm)

Aufbruchsgeist aus dem Liebesbündnis

Die drei Tage der Konferenz habe er – so Pater Geyer – am Freitag mit viel Aufbruchsgeist erlebt. Ausgangspunkt sei dabei ganz selbstverständlich das Liebesbündnis gewesen. Daraus wachse eine Freude an der gemeinsamen Basis des Glaubens, die zugleich bei Zusammentreffen mit anderen erwartungsvoll fragen lasse: „Welchem Charisma kann ich heute begegnen?

"Die Schwestern haben die Schatzkammern ihrer Erfahrung geöffnet" (Foto: Brehm)

"Die Schwestern haben die Schatzkammern ihrer Erfahrung geöffnet" (Foto: Brehm)

Maria – eine Frau mit lebensnahen Haltungen

Ein besonderer Akzent sei am Freitagnachmittag gesetzt worden durch die Beschäftigung mit der biblischen Gestalt Mariens. Prof. Dr. Gudrun Nassauer habe sie als Lebenszeugnis und zugleich wissenschaftlich fundiert mit vier lebensnahen Eigenschaften beschrieben: Offenheit, Verletzlichkeit, Veränderung und Freiraum.

In der Feier am Freitagabend im und um das Urheiligtum sei spürbar geworden, wie Maria Menschen ergreife, aus Stürmen und Wassermassen hole und sie gleichzeitig in ihr Herz ziehe.

Einblick in das Charisma der Marienschwestern

Auch der Samstagabend im Mutterhaus der Schönstätter Marienschwestern, eine Begegnung anlässlich des 100 jährigen Bestehens der Gemeinschaft,  habe einen prägenden Eindruck hinterlassen. Die Teilnehmer der Konferenz seien hineingenommen worden in das Herz der Gemeinschaft und in ihre hundertjährige Geschichte. Die Schwestern haben die Schatzkammern ihrer Erfahrung geöffnet und gezeigt, was in diesen hundert Jahren in ihrer Gemeinschaft, in der Bewegung und auch in ihren Tätigkeitsfeldern in der Kirche gewachsen sei. „Gestern Abend durften wir deutlich lernen“ so Pater Felix, „wie die Marienschwestern an das Charisma der Bewegung glauben und dass wir an ihr Charisma glauben. Aneinander glauben dürfen ist ein unglaubliches Privileg und vielleicht der Weg in die Zukunft.

Fragen unserer Zeit und der Umgang mit Überforderung

Am Samstagnachmittag hätten sich viele Fragen gestellt: der Klimawandel, politische Verschiebungen nach rechts, die ungelöste Frauenfrage, Diskussionen um Gender, toxische Männlichkeit oder auch die Frage nach finanziellen und personellen Ressourcen. Hinter all dem stehe die Frage: Wie leben wir mit dem Schatz, den wir haben, in einer Zeit der Überforderung?

Pater Geyer griff dazu Gedanken aus dem Buch „Die überforderte Gesellschaft“ des Münchner Soziologen Armin Nassehi auf. Darin würden drei typische Reaktionen auf Überforderung beschrieben: Nostalgie, die Flucht in eine vermeintlich bessere Vergangenheit, Moralisieren, die Suche nach Schuldigen, und Personalisierung, die Sehnsucht nach einer starken Persönlichkeit, die alles löst.

Das aber ist nicht unser Schönstattweg“, betonte der Schönstatt-Pater. Maria habe eine andere Haltung gelebt, die Haltung der „Unsicherheitskompetenz“. Die von Nassauer beschriebenen Haltungen „Offenheit“, „Verletzlichkeit“, „Veränderung“ und „Freiraum“ seien gerade in Zeiten der Überforderung tragfähig. "Unsicherheitskompetenz ist das, was Maria lebte. Unsere junge Generation hat viel davon in sich."

Teilnehmende aus der jungen Generation (Foto: Brehm)

Teilnehmende aus der jungen Generation (Foto: Brehm)

So könne man statt Nostalgie aus den Quellen schöpfen. Statt zu moralisieren gehe es darum, selbst Verantwortung zu übernehmen: „Es gibt kein ‚müsste man nicht‘ in Schönstatt, sondern nur eigenes Tun.“ Und statt auf einzelne starke Persönlichkeiten zu setzen, gehe es um das gemeinsame Miteinander.

"Neben dem Wort 'Miteinander' hat das Wort 'Wertschätzung' die Tagung geprägt" (Foto: Brehm)

"Neben dem Wort 'Miteinander' hat das Wort 'Wertschätzung' die Tagung geprägt" (Foto: Brehm)

Vernetzung statt Generationengrenzen

Vor diesem Hintergrund äußerte Pater Geyer den Wunsch, die bisherige Arbeit in Generationengruppen abzuschaffen. Alle Themen müssten gemeinsam angegangen werden, damit echte Vernetzung entstehen könne.

Auch digitale Möglichkeiten wie die Schönstatt App könnten dabei helfen, neue Initiativen zu verbinden. Er hoffe auf viele „Gruppentickets“: Menschen, die einsteigen und gemeinsam unterwegs sind. Jeder habe die Berechtigung dazu.

Wertschätzung als Schlüssel

In den Gesprächen der vier Generationengruppen sei sie als gemeinsame Synthese sichtbar geworden. Am meisten würden Menschen dort wachsen, wo sie Wertschätzung erfahren. Wer dem anderen in die Augen schaue, begegne dessen Potenzial. Wer dem eigenen Persönlichen Ideal nachspüre, entdecke zugleich, dass auch im anderen ein großes Charisma stecke.

Ich freue mich“, so Pater Felix Geyer zum Abschluss, „wenn wir diese Wertschätzung in all unsere Medien und Gruppen hineingeben und nächstes Jahr hier auf der Schönstattkonferenz von Strömungen und Initiativen überflutet werden. Schönstatt ist nicht nur ein Kriegskind, sondern ein Kind jeder Zeit. Nehmen wir sie wahr und gehen wir auf sie zu.


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