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„Brunnenmomente“ des Glaubens – Gottesdienst der Schönstattkonferenz richtet den Blick auf Begegnungen mit Gott im Alltag
Sonntagsgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche, Berg Schönstatt (Foto: Brehm)
Cbre/Hbre. Mit einem Gottesdienst in der gut besetzten Anbetungskirche auf Berg Schönstatt begann der dritte Tag der Schönstattkonferenz, die am Freitag, 6. März, in Schönstatt bei Vallendar begonnen hat. Die Eucharistiefeier griff zentrale Fragen der vorangegangenen Konferenztage auf: Was macht ein gutes Leben aus und welche Rolle spielen dabei Beziehungen zu Gott und zu den Menschen?
Pater Frank Riedl ISch (Foto: Brehm)
Beziehung zu Gott als Quelle des Lebens
Der Vorsitzende des Landespräsidiums der Schönstatt-Bewegung Deutschland, Pater Frank Riedl ISch, der dem Gottesdienst vorstand, griff in seiner Einführung einen Gedanken aus den Gesprächen des Vortages auf: „Die Frage von gestern klingt in mir nach: Was macht unser Leben aus, wie gelingt ein gutes Leben? Das hat viel mit Beziehungen zu tun, auch mit der Beziehung nach oben zu Gott.“
Die Architektur der Anbetungskirche selbst mache diese Ausrichtung sichtbar. Der Lichteinfall von oben auf den Altar erinnere daran, sich immer wieder neu auf Gott auszurichten und ihm das eigene Leben hinzuhalten mit allen Sehnsüchten, Hoffnungen und auch mit dem, was in der Welt und im eigenen Umfeld noch heil werden müsse.
Predigt: Pfarrer Peter Göttke (Foto: Brehm)
„Brunnenmomente“ im Alltag entdecken
Die Predigt hielt Pfarrer Peter Göttke, Bistum Würzburg, der mit einer halben Stelle für das „Laboratorium Bewegungsakademie“, ein neues zentrales Projekt der Schönstatt-Bewegung arbeitet. Er griff das Tagesevangelium, die in der Bibel erzählte Begegnung Jesu mit der Frau am Jakobsbrunnen auf. Die Frage der Frau, ob Gott auf dem Berg oder im Tempel angebetet werden müsse, führe zu einer entscheidenden Perspektive: Nicht der Ort sei letztlich entscheidend, sondern die Begegnung, die dort geschehe.
Göttke sprach in diesem Zusammenhang von „Brunnenmomenten“. Solche Momente könnten überall entstehen: im Zug, im Supermarkt oder auf der Wiese beim Urheiligtum, dem Gnadenort in Schönstatt, Vallendar. Immer dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kämen und sich Zeit füreinander nähmen, könne eine Begegnung entstehen, die in die Tiefe führe.
Zeit nehmen und offen bleiben
„Brunnenmomente“ seien oft unscheinbare Situationen im Alltag, so der Prediger. Sie entstünden dort, wo Menschen bereit seien, sich zu öffnen: bereit zum weiteren Gespräch sitzen zu bleiben, obwohl man eigentlich müde sei, oder stehen zu bleiben, obwohl es gerade eilig wäre.
Jesus selbst zeige, wie solche Begegnungen möglich werden: indem er Zeit investiere, Offenheit signalisiere und das weitergebe, was er erfahren habe. So könnten Menschen neugierig werden und ihren eigenen Weg im Glauben entdecken, bis sie schließlich sagen könnten: Wir haben es selbst gesehen, das ist nun unser Weg.
