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Der Wind von Ostern – Rückenwind der Hoffnung
Jahresmotto 2026 der Schönstatt-Bewegung Deutschland (Gestaltung: Brehm)
Liebe Mitglieder und Freunde der Schönstatt-Bewegung!
die Tage werden heller, die Luft bewegter. Mit dem März kündigt sich Aufbruch an. In unserer Bewegung steht die Schönstattkonferenz bevor – ein Ort des Sammelns, des Hörens, des gemeinsamen Suchens nach Wegen. Zugleich stehen wir mitten in der Fastenzeit und gehen auf Ostern zu. Beides gehört zusammen: Aufbruch nach außen und Vertiefung nach innen.
1. Der Schritt aus dem Boot – Fasten als Schule des Vertrauens
„Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme.“ (Mt 14,28)
Petrus steigt aus dem Boot. Der Sturm ist nicht vorbei. Doch er vertraut der Stimme Jesu. Sein Schritt ist kein Wagnis ins Leere, sondern ein Schritt in Beziehung.
Fastenzeit ist eine solche Schule des Vertrauens. Sie lädt ein, Gewohntes zu prüfen, Sicherheiten zu lockern und innerlich freier zu werden. Es geht nicht zuerst um äußeren Verzicht, sondern um eine bewusste Entscheidung: Wohin richte ich mein Herz aus?
Im Liebesbündnis kennen wir diesen Weg. Es ist ein Selbsterziehungsweg – ein Weg kleiner, treuer Schritte. Wir übernehmen Verantwortung für unser Wachstum und lassen uns zugleich führen. Wir bringen unsere Erfahrungen vor Gott, deuten sie im Licht des Glaubens und wachsen daran. Schönstatt lebt vom Weg der Erfahrung: Gott handelt – und wir dürfen es erleben.
Die Schönstattkonferenz am Anfang diesen Monats kann ein solcher Schritt aus dem Boot sein: gemeinsam fragen, welchen Weg Gott jetzt mit uns gehen will. Vertrauen ist kein Gefühl. Vertrauen ist geübte Beziehung.

2. Die Stürme der Zeit – Unterscheidung vertiefen
„Dem Wind trauen – im Sturm glauben“: Unser Jahresmotto nimmt die Wirklichkeit ernst. Gesellschaftliche Umbrüche, kirchliche Spannungen, Unsicherheiten im persönlichen Leben – vieles bewegt sich. Stürme legen frei, was trägt.
Fastenzeit ist daher eine Zeit der inneren Unterscheidung. Wir lernen zu fragen: Was kommt aus Gottes Geist? Was führt zum Leben? Wo ruft er uns zu Klarheit und Entscheidung?
Im Liebesbündnis wird diese Unterscheidung konkret. Wir sehen unser Leben als Heilsgeschichte. Erfahrungen, alltägliche Erfahrungen werden nicht nur durchgestanden, sondern gedeutet. Wachstum geschieht nicht zufällig, sondern in bewusster Auseinandersetzung.
Der Weg zu Ostern führt durch diese innere Klärung. Auferstehung beginnt dort, wo Vertrauen reift, gerade in den Stürmen der Zeit.
3. Der Wind von Ostern – Rückenwind der Hoffnung
Fastenzeit ist ein Weg auf das Licht zu. Der Wind von Ostern weht uns bereits entgegen.
In uns lebt die Sehnsucht nach Neuwerden, nach einer Kirche aus dem Evangelium, nach Gemeinschaft und einer Bewegung, die trägt. Ostern ist nicht nur ein Fest am Ende des Weges. Es ist eine Kraft, die jetzt schon wirkt – als leiser Rückenwind.
Wer konkret diesen Weg geht, richtet sich neu aus. Wer sich ausrichtet, wird beweglich. Wer beweglich wird, kann dem Wind Gottes trauen. Und wir gehen diesen Weg nicht allein.
Maria ist die Erzieherin in der Schule des Vertrauens. Sie geht mit uns. Sie lehrt uns, Erfahrungen im Herzen zu bewahren und im Licht Gottes zu deuten. Sie trägt uns durch die schweren Zeiten und führt uns hinein in wachsende Freiheit.
Im Liebesbündnis erfahren wir: Sie erzieht nicht durch Druck, sondern durch Nähe. Sie stärkt uns im Vertrauen, auch wenn der Sturm anhält.
So gehen wir durch diese Fastenzeit – sammelnd, suchend, vertrauend – dem Wind trauend und im Sturm glaubend, Schritt für Schritt auf Ostern zu.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Bündnistag.
Ihr
P. Felix Geyer
Schönstatt-Bewegung Deutschland
