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18. Februar 2026 | Kommentar der Woche | 

Fastenzeit - Kommentar der Woche


(Foto: KI-generiert)

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Kommentar der Woche:

Fastenzeit

Christine Lieberknecht (Foto: Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung / Schacht)

Christine Lieberknecht (Foto: Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung / Schacht)

 

 

 

 

 

 

Christine Lieberknecht

Fastenzeit

18.02.2026

Nach karnevalistischem Spaß und Frohsinn ist es nun an der Zeit, sich wieder dem „Ernst der Lage“ zu widmen. Probleme gibt es genug, im eigenen Land und weltweit.

Die Fastenaktionen der Kirchen legen den Finger in die Wunde, wenn es darum geht, fehlender Gerechtigkeit, Hungersnöten in Afrika und in Kriegsgebieten, der drohenden Klimakatastrophe, mangelnder Wertschätzung und Unterdrückung von Frauen, dem viel zu weit verbreiteten Pessimismus bis hin zur Rücksichtslosigkeit und offenen Gewalt auf unseren Straßen, in Schulhöfen oder öffentlichen Verkehrsmitteln nachzugehen.

So gibt es seit mehreren Jahren nicht nur das ökumenische „Klimafasten“.

„Auf die Würde. Fertig. Los“ hieß es beispielsweise mit Bezug auf die Unantastbarkeit der Menschenwürde in Grundgesetz Artikel 1 im vergangenen Jahr in der katholischen Kirche, während die evangelische Fastenaktion „7 Wochen ohne…“ ihren Gläubigen empfahl: „LUFT HOLEN! Sieben Wochen ohne Panik.“ In diesem Jahr laden evangelische Christen unter dem Motto „MIT GEFÜHL! Sieben Wochen ohne Härte“ dazu ein, „einen achtsamen und mitfühlenden Umgang miteinander zu üben und Härte im Alltag zu reduzieren.“ Die katholische Fastenaktion für 2026, die maßgeblich durch das Hilfswerk Misereor getragen wird, legt den Schwerpunkt auf die Verwirklichung von mehr sozialer Gerechtigkeit, die Bekämpfung von Hunger und auf die Verbesserung von Zukunftschancen für junge Menschen durch Bildung, u.a. in Kamerun.

Unter dem aktuellen Leitwort „7 Wochen WERTvoll“ regt eine Fastenaktion für Familien, Paare und andere Interessierte dazu an, „die sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern als Chance für mehr Miteinander zu nutzen“.

Nimmt man Themen aus früheren Aktionen wie „Macht. Frau. Veränderung“ (2023), „Es geht. Gerecht“ (2022), „Heute schon die Welt verändert?“ von 2018 oder zur Unterstützung von Kleinbauern in Kolumbien im Jahr 2024 „Interessiert mich die Bohne“ hinzu, eröffnet sich eine ganze Agenda sozialer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Problemfelder, bei denen Engagement und tätige Nächstenliebe von Christen gefordert ist. Ja, christlicher Glaube setzt Maßstäbe und ruft auf zum eigenen Tun, wenn es um mehr Gerechtigkeit in der Welt geht, um Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Die Leidenszeit Jesu sollte uns dabei nicht nur Anlass, sondern gemäß der alten benediktinischen Regel „Ora et labora“ tiefster innerer Grund unseres Handelns als Christen in der Welt sein, und zwar genau in dieser Reihenfolge – bete und arbeite.

Christine Lieberknecht

Quelle: www.basis-online.net 
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung

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