Nachrichten
„Ich glaube an DEIN Charisma“ – Männerwerkstatt schließt Online-Reihe zu den Grundvollzügen des Liebesbündnisses ab
Charisma zeigt sich als echter, authentischer Wesenskern, der durch demütige Wertschätzung auf Augenhöhe wächst, indem wir wie Goldsucher das Gute im anderen entdecken, benennen und so Glauben, Beziehung und persönliches Wachstum fördern. Diese Botschaft wurde den Teilnehmern der Männerwerkstatt vermittelt.(Foto: Stewardesign Pixabay)
Peter Hagmann / Hbre. Am ersten Februar-Sonntag ist die fünfteilige Online-Reihe der Männerwerkstatt2022 zu den Grundvollzügen des Liebesbündnisses zu Ende gegangen. Veranstaltet von der Schönstatt-Männerbewegung, stand der fünfte Abend unter dem Thema „Ich glaube an DEIN Charisma!“ und widmete sich der Frage, wie Wertschätzung, Komplimente und ein glaubender Blick auf den anderen persönliche und familiäre Wachstumsprozesse anstoßen können.
Charisma als authentischer Wesenskern
Im Impulsreferat wurde Charisma als „die Gesamtheit der durch den Geist Gottes bewirkten Gaben und Befähigungen“ beschrieben. Es gehe um den „ECHTEN, authentischen und ehrlichen Wesenskern einer Persönlichkeit“. Wer an das Charisma seines Gegenübers glaube, sei gefordert, den anderen „groß zu sehen“ und ihm durch ehrliche Wertschätzung zu begegnen.
In einer prägnanten Formel wurde dies zusammengefasst: „Die Wertschätzung + das Kompliment = DEIN Charisma – in der Beziehung und Familie“. Authentische Wertschätzung setze allerdings innere Ausgeglichenheit voraus. Den anderen groß sehen zu können, bedeute, sich selbst nicht erhöhen zu müssen, sondern „sich in Demut und Bescheidenheit zu üben“. Wertschätzung geschehe auf Augenhöhe und kenne kein „oben oder unten“.
Goldsucher statt „Mistkäfer“
Anhand persönlicher Beispiele und unter dem Stichwort „erzieherische Provokation“ wurde deutlich, dass auch „wertschätzende, konstruktive Kritik“ Wachstum ermöglichen kann. Dabei wurde eine bildhafte Aussage von Pater Kentenich aufgegriffen: „Werden wir zu Goldsuchern und vermeiden wir den Mistkäfer in uns!“
Gemeint sei, den kleinen Ereignissen im eigenen Leben Bedeutung zu geben – dem „Goldstaub“ nachzugehen – und diesen auch beim Mitmenschen zu entdecken und zu benennen. Der „Mistkäfer“ stehe dagegen für oberflächliche, belanglose Kritik. Wer sensibel für das Gute im anderen werde, stoße fruchtbare Prozesse im persönlichen Umfeld an.
Als biblischer Bezug wurde das Gleichnis Jesu vom „Schatz im Acker“ genannt. Der Schatz, für den der Bauer alles verkauft, verweise auf den Glauben, der das eigene Selbstverständnis sowie das Gottes- und Weltbild prägen solle.
Austausch über Voraussetzungen und Hindernisse
In der anschließenden Austauschrunde – atmosphärisch begleitet von einem virtuellen Kaminfeuer – brachten die Teilnehmer zahlreiche persönliche Erfahrungen ein. Diskutiert wurde, welche Voraussetzungen echte Wertschätzung brauche. Ein Teilnehmer berichtete, er könne sich „riesig am Erfolg seiner Mitarbeiter freuen“ und setze alles daran, dass diese Erfolgserlebnisse machen könnten. Als hilfreich wurde beschrieben, sich persönlich zurückzunehmen und bewusst in die Rolle des Beobachters zu gehen. Zugleich kamen auch „Störungen“ zur Sprache, die Aufmerksamkeit und Wertschätzung erschweren: persönliche Unzufriedenheit oder unverarbeitete Verletzungen, die die eigene Ausgeglichenheit beeinträchtigen.
Zum Abschluss der Reihe zog ein Teilnehmer Bilanz: „Ich konnte mir zwar unter dem Thema zu Beginn nicht viel vorstellen, doch es waren spannende Impulse und Anregungen, wie ich mein nächstes Umfeld durch dieses ‚Ich glaube an Dein Charisma‘ in einem Wachstumsprozess begleiten darf.“
Mehr Informationen
- Der nächste Online-Abend der Männerwerkstatt2022 findet am Sonntag, 1. März 2026, statt.
- Internetseite: www.maennerwerkstatt2022.org
