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17. Februar 2026 | Zwischenruf | 

„Auch ihr bloßer Staub“ – Ein Lied zum Aschermittwoch setzt Kontrapunkte zur Macht


Coverbild des Musikvideos zum Lied "Meint ihr" von Wilfried Röhrig (Fotomontage: KI-generiert von W. Röhrig)

Coverbild des Musikvideos zum Lied "Meint ihr" von Wilfried Röhrig (Fotomontage: KI-generiert von W. Röhrig)

Hbre. Mit dem Aschermittwoch beginnt am 18. Februar für die meisten Christinnen und Christen weltweit die vorösterliche Bußzeit. Im Zeichen von Umkehr und Erneuerung stellt ein neues Musikvideo von Wilfried Röhrig eine zentrale Botschaft dieses Tages in den Mittelpunkt: „Gedenke, o Mensch: Staub bist du und zu Staub wirst du zurückkehren.“ Das Lied „Meint ihr“ greift diese Worte auf und richtet sie eindringlich an jene, die sich unangreifbar wähnen.

Ein Lied als prophetischer Einspruch

Der Autor beschreibt seinen Impuls so: „Wir begehen den Aschermittwoch, den Beginn der Fastenzeit. Wir lassen uns ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen …“ und fragt dann angesichts weltpolitischer Inszenierungen: „Ich blicke in die Welt, höre und sehe täglich Nachrichten über die Großen und Mächtigen auf dem Erdenrund, ihr Gehabe, ihre Reden und Täuschungsmanöver, ihre Selbstbeweihräucherung. Die tun so, als würden sie ewig leben, als würde ihre Macht und Herrschaft nie enden, als müssten sie nie Rechenschaft ablegen für ihr Tun und Lassen. Gilt denn nicht auch für sie – wie für uns alle – die Botschaft des Aschermittwoch: ‚Gedenke, Mensch, dass du Staub bist …‘ ?! Und ich schreibe … ein Lied für diese selbsterwählten Halbgötter …“

https://www.youtube.com/watch?v=yh8sDdYpLEs

„Meint ihr …?“ – Fragen, die entlarven

Der Liedtext konfrontiert mit wiederkehrender Dringlichkeit: „Meint ihr, ihr werdet ewig leben …?“ „Auch ihr seid nur aus Staub genommen / und bloßer Staub werdet ihr wieder sein.“ Ruhm, Besitz und Macht werden relativiert: „Das letzte Hemd hat keine Taschen“, heißt es ebenso nüchtern wie biblisch anmutend. Am Ende steht das Bild des Gerichts: „Gott schaut euch ins Angesicht.“

Fastenzeit als Einladung zur Wahrheit

Röhrig, Texter und Komponist zahlreicher christlicher Pop- und Kindermusicals, versteht Musik als Möglichkeit, sich mit Fragen über „Gott und die Welt“ auseinanderzusetzen. Sein Lied zum Aschermittwoch erinnert daran, dass Vergänglichkeit nicht Drohung, sondern Einladung zur Besinnung ist: für Mächtige wie für jeden Einzelnen. Dabei bleibt die Anfrage des Liedes natürlich nicht bei „den Großen und Mächtigen“ stehen, sondern stellt sich letztlich in jedem einzelnen Leben: Die Botschaft vom Staubsein fordert dazu heraus, sich selbst zu prüfen und die eigene Haltung zu Macht, Besitz und Verantwortung ehrlich zu hinterfragen.

Liedtext

Meint ihr

Meint ihr, ihr werdet ewig leben
als Dauergäste dieser Welt?
Auch für euch kommt mal das Ende,
Spiel vorbei, der Vorhang fällt.

Meint ihr, ihr seid unvergänglich,
der Zahn der Zeit sucht euch nicht heim?
Auch ihr seid nur aus Staub genommen
und bloßer Staub werdet ihr wieder sein.

Mein ihr, der Lorbeer wird nicht welken,
Ruhm und Ehre dauern an?
Zeigt sie her, die wahren Schätze,
die der Rost nicht fressen kann!

Meint ihr, euer Besitz wird bleiben,
dickes Konto, Hab und Gut?
Das letzte Hemd hat keine Taschen,
wenn ihr einmal im Grabe ruht.

Meint ihr, er wird für euch nicht kommen,
der letzte Tag, das Endgericht?
Die letzten Hüllen werden fallen,
Gott schaut euch ins Angesicht.

Meint ihr, es wird nicht aufgeschlagen,
das Buch von dem, was ihr getan?
Da gibt es keine Bonuspunkte
für Machtgier oder Größenwahn.

Ein Kreuz aus Asche auf eure Häupter,
jeden Tag und nicht zu klein.
Auch ihr seid nur aus Staub genommen
und bloßer Staub werdet ihr wieder sein.
Auch ihr bloßer Staub.

Wilfried Röhrig

Rechte: rigma Musikverlag, Viernheim

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