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„wahrhaftig DA“ – Aposteltreffen der Akademie für Familienpädagogik in Memhölz
Für ein Wochenende trafen sich Absolventen der Familienakademie unter dem Motto "wahrhaftig DA" um in der Gemeinschaft die Sendung als Apostel zu verstärken (Foto: Platzer)
Caroline und Mathias Platzer / Hbre. Unter dem Motto „wahrhaftig DA“ trafen sich vom 16. bis 18. Januar 2026 im Schönstattzentrum in Memhölz Absolventenfamilien der Akademie für Familienpädagogik Schönstatt auf’m Berg zu ihrem jährlichen sogenannten „Aposteltreffen“. Das Treffen versteht sich als geistliche und gemeinschaftliche Vertiefung für jene Paare, die in einer mehrjährigen Ausbildung eine Qualifizierung zu sogenannten Familientrainern durchlaufen haben und die ihr Ehe- und Familienleben bewusst als Sendung leben, um andere Familien zu begleiten.
Wer sind die „Apostel“?
Mit „Aposteltreffen“ sind in diesem Zusammenhang keine kirchenamtlichen Funktionsträger gemeint, sondern Ehepaare, die die Ausbildung der Akademie durchlaufen haben. Als Familientrainer engagieren sie sich in Ehe- und Familienarbeit, gestalten Kurse oder begleiten Paare vor Ort. Das jährliche Treffen dient der Vernetzung, geistlichen Stärkung und inhaltlichen Weiterführung ihres Auftrags.
Schon beim Ankommen zur Veranstaltung wurde deutlich, wie stark die gemeinsame Basis trägt. „Seit ich DICH habe lächeln sehen, bin ich richtig DA!“, brachte ein Ehepaar seine Freude über das Wiedersehen zum Ausdruck. Auch einander bisher unbekannte „Apostel“ fühlten sich schnell willkommen: Die gemeinsame Prägung aus der Ausbildung schuf von Beginn an eine intensive Gemeinschaft.
Gesprächskarten die die Paare in ihrer Kommunikation weiterführen (Foto: Platzer)
Austausch auf Augenhöhe
In einer ersten Gesprächsrunde der Erwachsenen ging es um das, „womit die einzelnen Familien gerade beschenkt und herausgefordert sind“. Dabei wurde erfahrbar, wie sehr persönliche Erfahrungen von Glauben, Fragen und Herausforderungen miteinander geteilt werden können. Wo Apostel sich austauschen, kommen auch „ehrliche Fragen auf den Tisch“. Im Verlauf des Wochenendes konnten manche davon geklärt oder zumindest neu eingeordnet werden.
Ein erster geistlicher Höhepunkt war das gemeinsame Abendlob in der Hauskapelle des Zentrums: ein bewusstes Innehalten in der eigenen Paar-Einheit und in der Gegenwart Gottes, getragen von der Erfahrung, dass diese Gegenwart auch im Miteinander vieler Paare spürbar wird.
„Unser SEIN ist unsere Sendung“
Der Samstagvormittag stand unter dem Leitgedanken „Unser SEIN ist unsere Sendung“. In Vortrag, Ehezeit und Gruppenaustausch vertieften Caroline und Mathias Platzer diese Perspektive: „Wir haben uns ein wenig Zeit genommen, um zu bestaunen, dass Gott UNS braucht, weil wir und nur wir so sind, wie WIR SIND. Gott hat uns genauso gedacht und gemacht und gewollt und das ist unsere ureigentlichste Berufung. Es gibt niemand anderen für unsere Lebensaufgabe.“
Zugleich wurde der Blick auf die Gefährdung im Alltag gelenkt: „Wir haben auch darüber nachgedacht, an welchen Stellen in unserem Alltag es kippt und wir vom Sein ins Funktionieren rutschen.“ Der Austausch unter den Paaren half, konkrete Wege zu entdecken, „ganz miteinander zu sein, präsent und wahrhaftig DA zu sein“.
Vom „Café Paarzeit“ zum gemeinsamen „Brennen“
Am Nachmittag lud das „Café Paarzeit“ zu vertiefenden Gesprächen ein. Impulskarten regten dazu an, wahrzunehmen: „Was ist das, was derzeit in uns wächst, was uns beschäftigt, worüber wir ständig reden…?“ Ein kurzer „Rhetorikespresso“ bereitete darauf vor, dieses innere Brennen in Worte zu fassen.
In der gemeinsamen Runde vor dem Abendessen teilte jedes Paar, was es aktuell bewegt. Es ging weniger um ausgefeilte Kurzvorträge als um die Wirkung des gemeinsamen Ringens im Paar. Tatsächlich war „ein Lodern zu spüren“, verbunden mit Freude über die je eigene Sendung, die Gott in jedes Paar hineingelegt hat.
Ein von Johanna und Simeon Pfeifer gestalteter Spieleabend sorgte anschließend für Leichtigkeit, Begegnung und viel gemeinsames Lachen.
Bei einem Spieleabend, welcher von Ehepaar Pfeifer gestaltet wurde, hatten alle Teilnehmenden viel Spaß. (Foto: Platzer)
„Echte Liebe“
Der Sonntag begann im Rahmen des „Kentenich-Studiums“ mit einem Text aus einer Milwaukee-Predigt. Unter dem Titel „echte Liebe“ hieß es da: „Die Pfingstzeit bemüht sich, unsere Herzen weit aufzuschließen für den Feuerbrand der Liebe – den Feuerbrand der Gottes- und der Nächstenliebe – und sie zu bringen bis zur Weißglut, bis zur Hochglut, damit es uns in einer liebearmen, liebekranken, liebeschwachen Zeit glückt, unsere Familien wieder werden zu lassen zu Oasen, zu Inseln der Liebe, des Friedens und der Freude…“ Durch die Auseinandersetzung mit diesem Text erhielt das Leitmotiv des Wochenendes, „wahrhaftig DA“, noch einmal eine geistliche Tiefenschärfe: Präsenz im Alltag wurde nicht als bloße Aufmerksamkeit verstanden, sondern als Ausdruck einer Liebe, die aus der Gottesbeziehung genährt wird und im konkreten Familienleben Gestalt gewinnt.
Ein Höhepunkt war der Gottesdienst in der Hauskapelle, bei dem die Paare da, wo sie im letzten Jahr "fruchtbar" wurden, zum Altar brachten (Foto: Platzer)
Erntedank
Passend zum 18. Januar stand anschließend „Erntedank“ im Mittelpunkt. „Wir ernten nicht zwingend im Herbst“, hieß es, denn die Früchte des eigenen „SEINs und WIRkens“ seien Ergebnis der Zusammenarbeit von Himmel und Erde. Für die Apostelpaare wurde Erntedank so zu einem bewussten Liebesbündnisfest.
Im lebendig gestalteten Gottesdienst brachten die Paare ihre Gaben, „das wo sie im letzten Jahr fruchtbar werden durften“, symbolisch zum Altar. „Unser Alles wird erst mit Deinem Geist zu dem was wirkt, dann aber geschehen wahre Wunder und die Gnade darf fließen…“ So endete das Aposteltreffen mit der erneuerten Zusage, im Alltag „wahrhaftig DA“ zu sein, füreinander, für Gott und für andere Familien.
Mehr Informationen
- Kontakt zur Akademie für Familienpädagogik Schönstatt auf’m Berg:
Caroline und Mathias Platzer, Habichtweg 10, 88289 Waldburg, 07529-4310437 - Kurzübersicht zur Akademie
- Die Internetseite der Akademie akademie-fuer-familien.de wird derzeit neu aufgesetzt.
