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Selbstlos fremdem Leben dienen - „Die Pädagogik Pater Kentenichs funktioniert!“
Beim Abschlusswochenende des fünften Kentenich-Pädagogikkurses im Schönstattzentrum Memhölz kamen insgesamt zehn Familien zusammen um Bilanz zu ziehen (Foto: Immler)
Christina und Johannes Schork / Hbre. Beim Abschlusswochenende des fünften Kentenich-Pädagogikkurses der Akademie für Familienpädagogik in Memhölz kamen vom 9. bis 11. Januar zehn Familien zusammen, um nach drei gemeinsamen Kursjahren Bilanz zu ziehen und ihre Sendung zu erneuern. Geleitet wurde der Kurs in den vergangenen drei Jahren von Gertrud und Norbert Jehle. Caroline und Mathias Platzer, Leiter der Familienakademie, nahmen ebenfalls an diesem Abschlusswochenende teil. Im Austausch unter den Teilnehmenden, in den Berichten der einzelnen Paare und durch eine feierliche Aussendung wurde deutlich, wie sehr sich die Teilnehmenden als Familienapostel verstehen, die „selbstlos fremdem Leben dienen“ wollen und mit einer von Gott inspirierten Pädagogik am Reich Gottes mitbauen wollen.
Bereits am Freitagabend spiegelte sich im gemeinsamen Abendgebet mit den Kindern das gewachsene Miteinander wieder. Viele der Familien hatten sich über große Entfernungen hinweg auf den Weg gemacht. Der Austausch unter den Erwachsenen kreiste um Erfahrungen der vergangenen Jahre: Was wurde als Geschenk erlebt, was als Herausforderung und wo war sogar Führung Gottes spürbar geworden? Die Vielfalt der Lebensorte und Einsatzfelder verband sich an diesem Wochenende in Memhölz zu einem dichten Erfahrungsraum.
Die Absolventenehepaare berichteten von ihren Themen und tauschten sich untereinander über ihre Erfahrungen aus (Foto: Platzer)
Pädagogik als gemeinsamer Wachstumsweg
Der Kurs hatte im ersten Jahr einen vertieften Einstieg in das pädagogische Denken Pater Josef Kentenichs eröffnet, begleitet von verschiedenen Referentinnen und Referenten wie Sr. M. Doria Schlickmann, Hertha und Martin Schiffl, Eva und Erich Berger und natürlich Gertrud und Norbert Jehle. In den beiden folgenden Jahren setzten die Paare das Gelernte in eigenen Praxisfeldern um, die als „Erfahrungs-, Erprobungs- und Beobachtungsfelder“ dienten. Am Samstag berichteten alle zehn Paare ausführlich von ihren Projekten – aus beruflichen Kontexten, aus der Begleitung von Gruppen und Einzelpersonen oder aus persönlichen Beziehungen.
Trotz der unterschiedlichen Felder zeigten sich gemeinsame Grundlinien. Pädagogisches Handeln ziele darauf, „den Funken Gottes im anderen Menschen zu entdecken“ und zur Entfaltung zu bringen. Voraussetzung sei, „den anderen groß zu sehen“. Wachstum brauche Zeit, Freiheit und Bindung sowie Räume, in denen eine tragende Atmosphäre entstehen könne. Kentenich-Pädagogik werde nicht als einseitiges Lenken verstanden, sondern als gemeinsames Gehen, „auf einem Weg, auf dem alle wachsen dürfen“. Vertrauen gelte als innere Überzeugung vom Guten, das Gott in jeden Menschen gelegt habe. Pädagogen verstünden sich dabei als Werkzeuge; Gott selbst, so die Überzeugung, sei der eigentliche Erzieher. Ein Paar fasste seine Erfahrungen begeistert zusammen: „Die Pädagogik Pater Kentenichs funktioniert!“
Während die Eltern über ihre Themen sprechen genießen die Kinder den Schnee (Foto: Platzer)
Feierliche Aussendung
Nach den Erfahrungsberichten versammelte sich die Gruppe in der Hauskapelle zur Aussendungsfeier. In Gebet und Andacht wurde die apostolische Sendung als Familientrainer erneuert. Pater Felix Geyer, Leiter der Schönstattbewegung Deutschland, der die Gelegenheit nutzte, um über die pädagogische Dimension des Liebesbündnisses zu sprechen und mit den Teilnehmenden das Gespräch zu suchen, sprach in der Sendungsfeier jedem Paar persönlich Segen und Sendung zu. Mit individuellen Worten wurden die Familien in ihre jeweiligen Lebenswelten entsandt, „als Apostel und Familienleuchttürme“. Ein festliches Abendessen bot Raum zur Feier dieses Schrittes. Der traditionelle Ausklang in der Caféteria unterstrich den familiären Charakter der Begegnung.
Zum Abschluss werden die Teilnehmer als Apostel und Familienleuchttürme ausgesandt (Foto: Platzer)
Apostolat als Reifungsweg
Den geistlich-pädagogischen Schlusspunkt setzte am Sonntag Sr. M. Doria Schlickmann. Sie sprach über das Apostolat als Chance zu Wachstum und Reifung und betonte das gemeinsame Unterwegssein „himmelwärts“. Nach dem Sonntagsgottesdienst stellten die neu ausgesandten Kentenich-Pädagogen ihren weiteren Weg als Familienapostel unter den Segen Gottes und der Gottesmutter.
