Nachrichten

22. Januar 2026 | Deutschland | 

Dem Wind trauen! - Begegnungstag der Schönstatt-Familienbewegung im Schönstattzentrum Liebfrauenhöhe


Bei den Begegnungstagen der Schönstatt-Familienbewegung befassten sich die Teilnehmer mit den fünf Grundvollzügen der Schönstattbewegung, welche von Pater Felix Geyer erläutert wruden(Foto: Jungwirth)

Bei den Begegnungstagen der Schönstatt-Familienbewegung der Diözese Rottenburg-Stuttgart befassten sich die Teilnehmenden mit den fünf Grundvollzügen des Liebesbündnisses, welche von Pater Felix Geyer erläutert wruden (Foto: Jungwirth)

Bruno Jungwirth. Mit einem Begegnungstag im Schönstattzentrum Liebfrauenhöhe ist die Schönstatt-Familienbewegung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart ins neue Jahr gestartet. Rund 40 Familien mit etwa 100 Personen folgten der Einladung des Leitungsteams. Zu Gast war der Leiter der Schönstatt-Bewegung Deutschland,  Pater Felix Geyer, der in seinem Vortrag die fünf Grundvollzüge des Liebesbündnisses beleuchtete. Ein bewegendes Glaubenszeugnis rundete den Tag ab.

Familien aus der ganzen Diözese waren angereist, um sich gemeinsam mit dem neuen Jahresmotto „Dem Wind trauen – im Sturm glauben“ vertraut zu machen. Von Beginn an war auf dem Schönstatt-Zentrum Liebfrauenhöhe eine herzliche Atmosphäre spürbar und eine Freude am Zusammentreffen. Junge Familien mit Kindern waren ebenso gekommen wie langjährige Schönstatt-Paare. Für die rund 25 Kinder gab es während der Vorträge für die Erwachsenen ein eigenes Programm, bei dem das Kinderbetreuungsteam Bastelarbeiten, Spiele und eine Fotochallenge vorbereitet hatte.

Haltung in stürmischen Zeiten

Ein Boot auf der Bühne machte das Jahresthema bereits beim Betreten des Vortragssaals sichtbar. Das Ehepaar Bruno und Gabriele Fränkel-Jungwirth, das durch den Tag führte, eröffnete mit einem Impuls zum Motto. Ausgehend von der Beobachtung eines Kitesurfers beschrieben sie, wie Vorbereitung, Einschätzung der Lage und Vertrauen auch im Alltag entscheidend sind. Herausfordernde Situationen ließen sich oft nicht ändern, wohl aber die eigene Haltung. Glaube, Liebesbündnis und die Gottesmutter seien dabei Schutz und Orientierung – gerade in stürmischen Zeiten.

PAter Felix Geyer referiert zu den fünf Grundvollzügen (Foto: Jungwirth)

Pater Felix Geyer referiert zu den fünf Grundvollzügen (Foto: Jungwirth)

Pater Felix Geyer griff ebenfalls das Jahresmotto auf und stellte es als „Zeitansage“ vor. Freiheit sei dabei grundlegend: „Ohne Freiheit kein Liebesbündnis.“ Anschließend sprach er zu den fünf Grundvollzügen (Kernbotschaften) des Liebesbündnisses. Im ersten Glaubenssatz – „Ich glaube an mein persönliches Ideal“ – beschrieb er das persönliche Ideal als Dialog zwischen dem oft kritischen Selbstbild und dem liebenden Gottesbild. Wachstum, so der zweite Glaubenssatz, bedeute keine Selbstoptimierung, sondern innere Reife: „Wir dürfen wachsen – und wir hören nie damit auf.“

Leben ist autobiografische Heilsgeschichte

Der dritte Glaubenssatz („Gott wirkt in meinem Leben“) lenkte den Blick auf den Alltag als Ort der Heilsgeschichte: „Unser Leben ist autobiografische Heilsgeschichte.“ Er zeigte sich auch dankbar, dass er in seiner Zeit als Schönstatt-Bewegungsleiter viele Erlebnisse und Zeugnisse von Heilsgeschichte erfahren habe. Das mache ihn auch demütig und habe ihn im Glauben gestärkt, so der Bewegungsleiter.

Beim vierten Glaubenssatz – „Ich glaube, mein Beitrag zählt“ – betonte er die Bedeutung der eigenen Haltung: das zu tun, was in meiner Lebensphase möglich ist. In Anlehnung an „Nichts ohne dich, nichts ohne uns“ machte er deutlich: Eigenes Bemühen verändert etwas. Der fünfte Glaubenssatz schließlich richtete den Blick auf das Miteinander: „Ich glaube an dein Charisma.“ Darin liege eine tiefe Form von Wertschätzung, die den anderen in seiner Eigenart ernst nimmt.

Beeindruckendes Engagement vor Ort

Der Infoblock am Nachmittag stand zunächst im Zeichen konkreter Zahlen: Vorgestellt wurden Ergebnisse einer Umfrage zum Engagement von Schönstattfamilien in den Kirchengemeinden vor Ort. Sie zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig dieses Engagement ist. Entsprechend fiel das Fazit aus: Kirchliches Leben vor Ort wäre ohne die Schönstattfamilien um einiges ärmer. Zudem berichtete Gerhard Gruber von einem guten Gespräch mit Weihbischof Thomas Maria Renz über die Arbeit der Schönstattbewegung. Nach dem Bilderrückblick auf vergangene Veranstaltungen folgte ein Ausblick auf neue Angebote im Jahr 2026, darunter Fastenzeitvorbereitungen, ein Eltern-Coaching-Wochenende und eine Pilgerfahrt nach Cambrai.

Aufmerksam lauschen die Teilnehmer den Ausführungen von Pater Felix Geyer(Foto: Jungwirth)

Aufmerksam lauschen die Teilnehmer den Ausführungen von Pater Felix Geyer (Foto: Jungwirth)

Eindrucksvolles Zeugnis

Ein eindrucksvolles Glaubenszeugnis griff das Thema „im Sturm glauben“ existenziell auf. Ein Ehepaar schilderte, wie ein plötzlicher Schlaganfall der jungen Frau das vertraute Leben von einer Minute auf die andere veränderte. Die dramatischen Stunden, die Operation, Zweifel und Vertrauen, aber auch die vielen „Glücksbausteine“, die zur vollständigen Genesung führten, machten deutlich: In dieser Zeit fühlten sie sich getragen – von Gebeten, von der Gottesmutter, von Gott. „Jemand hat auf uns aufgepasst“, so ihre Überzeugung.

„Gott ist eine Realität“, betonte Sr. M. Vernita Weiß, die zum Abschluss den Tag zusammenfasste. Anschließend feierten die Teilnehmenden einen gemeinsamen Gottesdienst, den Pater Felix Geyer zelebrierte, unter Mitwirkung von Pater Thomas Haag, Pfarrer Gerhard Weber und Diakon Fred-Anton Frech. Danach blieb bei Kaffee und Kuchen noch ausreichend Zeit für den weiteren Austausch.


Top